Examensarbeit, 2019
75 Seiten, Note: 1,3
I. Einleitung
II. Theoretischer Teil
1. Methodisches Vorgehen
2. Begriffsbestimmungen
2.1 Literarisches Lernen
2.2 Bildästhetisches Lernen
2.3 Visual Literacy
3. Das Bilderbuch
3.1 Definitionsversuch
3.2 Historische Entwicklung
3.2.1 Bilderbücher in der Aufklärung
3.2.2 Bilderbücher in der Romantik
3.2.3 Bilderbücher im 20. Jahrhundert
3.2.3.1 Bis 1939
3.2.3.2 Von 1939 bis 1945
3.2.3.3 Nach 1945
3.2.4 Bilderbücher im 21. Jahrhundert
3.3 Typologien nach Thiele
3.3.1 Sachbilderbuch
3.3.2 Problemorientierte Bilderbücher
3.4 Bilderbuchanalyse nach Staiger
3.4.1 Narrative Dimension
3.4.2 Verbale Dimension
3.4.3 Bildliche Dimension
3.4.4 Intermodale Dimension
3.4.5 Paratextuelle und materielle Dimension
4. Bilderbücher im Literaturunterricht der Grundschule
4.1 Literarische Sozialisation
4.2 Leseförderung
4.3 Lesemotivation
4.4 Zusammenhang von Lesekompetenz und Lesemotivation
4.5 Vorlesesituation als literarische Erfahrung
4.6 Das Bilderbuch als literarische und bildästhetische Erfahrung
4.7 Märchen im Literaturunterricht
5. Analyse des Bilderbuches Schneewittchen der Gebrüder Grimm
5.1 Narrative Analyse
5.2 Verbale Dimension
5.3 Bildliche Dimension
5.4 Intermodale Dimension
5.5 Paratextuelle und materielle Dimension
5.6 Eignung für den Literaturunterricht
III. Praktischer Teil
6. Unterrichtsreihe zum Thema Märchen und Bilderbücher
6.1 Lernziele
6.2 Unterrichtsausarbeitung
6.2.1 Erste Unterrichtseinheit
6.2.2 Zweite Unterrichtseinheit
6.2.3 Dritte Unterrichtseinheit
IV. Fazit
Die vorliegende wissenschaftliche Hausarbeit untersucht das Potenzial von Bilderbüchern als Medium für literarisches und bildästhetisches Lernen in der Grundschule. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Bilderbücher durch eine gezielte didaktische Einbettung die Lesemotivation und Kompetenzentwicklung fördern können.
3.1 Definitionsversuch
Laut Doderer und Müller (1973) ist es möglich, von einem Bilderbuch zu sprechen, wenn es reichlich illustriert ist und speziell für Kinder konzipiert wurde. Das Zusammenspiel von Text und Bild, wobei die Bilder dominieren sollen, ist von besonderer Wichtigkeit für ein Bilderbuch.
Es wird als Kinderbilderbuch bezeichnet, da es sich speziell an Kinder im frühen Lesealter richtet. Die Illustrationen sind eigenständige Bedeutungsträger und ihre Funktion geht weit über die Unterstützung des Verbaltextes hinaus (Weinkauff & Glasenapp, 2014). Das unterscheidet ein Bilderbuch von einem illustrierten Buch oder Text, in denen Bilder häufig eine unterstützende Rolle des Geschriebenen darstellen.
Thiele (2003) verweist auf die große Bedeutung der Bilder und die enge Wechselbeziehung von Text und Bild in einem Bilderbuch. Er definiert das Bilderbuch als eine Untergattung der Kinderliteratur mit einer Seitenzahl von häufig weniger als 30 Seiten. Auch Halbey (1997) spricht sich für die Anerkennung der Bilderbücher als eigenständige Literaturgattung aus, aufgrund der übergeordneten Rolle der Bilder, die den Text in der Regel dominieren.
Auf den ersten Blick erscheinen Bilder in einem Bilderbuch als naive Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit, doch ihr Wert besteht darin, dass sie die Wirklichkeit unmittelbar als Ganzes zum Ausdruck bringen. Der Anspruch eines Bildes in einem Bilderbuch ist demnach die Abbildung der Wirklichkeit als Ganzes und nicht als Teil einer Bedeutung.
I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung von Bilderbüchern für die literarische Sozialisation und nennt das Ziel, ihren Einsatz im Grundschulunterricht didaktisch zu legitimieren.
II. Theoretischer Teil: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Fundierung über literarisches Lernen, die historische Entwicklung des Bilderbuchs sowie Analysemodelle nach Staiger und Thiele.
III. Praktischer Teil: Hier wird eine konkrete Unterrichtsreihe zum Thema „Märchen und Bilderbücher“ entworfen, welche die theoretischen Erkenntnisse praktisch für die 3. Jahrgangsstufe aufbereitet.
IV. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Bilderbücher ein unterschätztes Potenzial für die Förderung komplexer Kompetenzen besitzen und eine Bereicherung für den modernen Literaturunterricht darstellen.
Bilderbuch, Literaturunterricht, Grundschule, Lesesozialisation, Lesemotivation, Literarisches Lernen, Bildästhetisches Lernen, Visual Literacy, Märchen, Schneewittchen, Didaktik, Leseförderung, Bild-Text-Interdependenz, Ästhetische Bildung, Narrative Analyse.
Die Arbeit untersucht, welchen Beitrag Bilderbücher zur literarischen und bildästhetischen Bildung von Grundschulkindern leisten können.
Die zentralen Felder sind die Definition und Typisierung des Bilderbuchs, die Analyse von Bild-Text-Interdependenzen sowie die Bedeutung dieser Medien für eine erfolgreiche Lesesozialisation.
Das primäre Ziel ist es, den Mehrwert von Bilderbüchern im Literaturunterricht theoretisch zu begründen und durch eine exemplarische Unterrichtsreihe praktisch aufzuzeigen.
Die Autorin nutzt das fünfdimensionale Modell der Bilderbuchanalyse nach Staiger, um das Bilderbuch "Schneewittchen" systematisch zu untersuchen.
Neben den theoretischen Grundlagen der Kinderliteratur liegt der Fokus auf der Analyse der narrativen, verbalen und bildlichen Dimensionen ausgewählter Bilderbücher.
Zu den Schlüsselwörtern gehören Literarisches Lernen, Lesemotivation, Visual Literacy, das Bilderbuch als pädagogisches Instrument und didaktische Unterrichtsplanung.
Märchen dienen als ideales Fallbeispiel, da sie eine starke bildliche Symbolik besitzen, die Kindern hilft, komplexe psychologische Konflikte zu verarbeiten und einen Zugang zur Literatur zu finden.
Die Reihe verknüpft das Vorlesen mit kreativen, handlungsorientierten Aufgaben wie dem Erstellen von Collagen, um die Kinder aktiv in den literarischen Interpretationsprozess einzubeziehen.
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