Bachelorarbeit, 2023
63 Seiten, Note: 2,1
1. Einleitung
1.1 Persönliche Motivation
1.2 Problemstellung und Zielsetzung
1.3 Methodisches Vorgehen und Aufbau
2. Lebensphase Jugend
2.1 Begriffsdefinition
2.2 Entwicklungsaufgaben: Pragmatischer Ansatz nach Havighurst
2.3 Bedeutung von Bindung in der Jugend
2.3.1 Bindungstheorie nach Bowlby und Ainsworth
2.3.2 Bindungsmuster im Jugendalter
3. Borderline-Persönlichkeitsstörung
3.1 Begriffsdefinition
3.2 Diagnosekriterien nach DSM-5 und ICD-11
3.3 Kernsymptome
3.3.1 Bindungstheoretischer Aspekt: Bindungsdesorganisation als Risikofaktor
3.3.2 Borderline-Persönlichkeitsstörung im Jugendalter
4. Grundlagen und Erklärungsansätze der Mensch-Tier-Beziehung
4.1 Biophilie-Hypothese
4.2 Konzept der Du-Evidenz
4.3 Bindungstheoretische Aspekte
4.4 Mensch-Tier-Kommunikation
5. Tiergestützte Intervention
5.1 Hundegestützte Intervention
5.2 Formen der hundegestützten Intervention
5.2.1 Hundegestützte Aktivität
5.2.2 Hundegestützte Förderung
5.2.3 Hundegestützte Pädagogik
5.2.4 Hundegestützte Therapie
5.3 Wirksamkeitsebenen der hundegestützten Intervention
5.3.1 Physiologische Ebene
5.3.2 Psychische Ebene
5.3.3 Soziale Ebene
6. Hundegestützte Intervention in der Arbeit mit Jugendlichen mit einer BPS
7. Fazit
Diese Bachelor-Thesis untersucht das therapeutische und pädagogische Potenzial von Hunden in der Arbeit mit Jugendlichen, die an einer Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) leiden. Das primäre Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse über die Wirksamkeit hundegestützter Interventionen (HGI) mit den spezifischen Bedürfnissen und Symptomatiken von BPS-Betroffenen zu verknüpfen, um Potenziale für die Soziale Arbeit aufzuzeigen.
3.3.1 Bindungstheoretischer Aspekt: Bindungsdesorganisation als Risikofaktor
In diesem Abschnitt werde ich das klinisch-bindungstheoretische Modell „Bindungsdesorganisation als Risikofaktor“ von Lyons-Ruth und Jacobvitz aufgreifen, um die Bedeutung von Bindung bei der Entstehung einer BPS zu verdeutlichen.
Die Bindungsforschung geht davon aus, dass traumatische Erlebnisse in der Kindheit, auch frühen Kindheit, eine zentrale Rolle in der Entstehung einer BPS spielen. In den meisten Fällen liegt bei dem an der BPS-Erkrankten Patienten eine Störung im Bindungsverhalten vor. Die Bindungstheorie besagt, dass ein Kind auf die Sicherheit und den Schutz seiner Bezugsperson angewiesen ist. Stellt diese Bezugsperson gleichzeitig eine Bedrohung dar, entwickelt sich beim Kind zumeist ein desorganisiertes Bindungsmuster.
„Nach Bowlby (1977) verfügen Menschen über ein ‚Bindungsverhaltenssystem‘, das in Belastungs-, Trennungs- und Gefahrensituationen aktiviert wird, um Nähe zur Bindungsperson zu erhalten oder bei gegebener Distanz wiederherzustellen. Als spezifisches Bindungsverhalten bei Kindern führt Bowlby beispielsweise Weinen, Anklammern und Rufen an (Bowlby 1969, 1982; 1973a; 1980). Dem Bindungssystem des Kindes steht das Fürsorgesystem der Bindungspersonen gegenüber. Je nach den Reaktionen, die ein Kind auf sein Bindungsverhalten durch die primäre Bezugsperson erfährt, werden qualitativ unterschiedliche Bindungsmuster zu den Bindungspersonen ausgebildet (Ainsworth, Blehar et al. 1978) und als Erwartungen ‚gespeichert‘.“ (Dulz et al. 2018, 159 – wie auch im Folgenden zitiert)
Bindungserfahrungen, welche wir in der Kindheit machen, werden als inneres Arbeitsmodell („inner working model“) abgespeichert und begleiten uns unser gesamtes Leben. Dieses innere Arbeitsmodell beinhaltet sowohl die frühen Bindungserfahrungen des Individuums als auch die daraus abgeleiteten Erwartungen an künftige menschliche Beziehungen. Das innere Arbeitsmodell dient dem Menschen als Verhaltensorganisation und beschreibt die individuellen Vorstellungen von der eigenen Person, den Bezugspersonen und den Beziehungen zu diesen. (vgl. edb.)
1. Einleitung: Stellt die persönliche Motivation der Autorin sowie die zentrale Forschungsfrage nach der Wirksamkeit von Hunden bei Jugendlichen mit BPS vor.
2. Lebensphase Jugend: Behandelt die entwicklungspsychologischen Besonderheiten des Jugendalters und die Bedeutung von Bindung in dieser Übergangsphase.
3. Borderline-Persönlichkeitsstörung: Definiert das Störungsbild, beleuchtet Diagnosekriterien und Kernsymptome mit Fokus auf Bindungsstörungen.
4. Grundlagen und Erklärungsansätze der Mensch-Tier-Beziehung: Analysiert wissenschaftliche Theorien, warum der Kontakt zu Tieren den Menschen in seiner Entwicklung positiv beeinflussen kann.
5. Tiergestützte Intervention: Gibt einen Überblick über Formen, Methoden und Einsatzgebiete von Hunden in Therapie und Pädagogik.
6. Hundegestützte Intervention in der Arbeit mit Jugendlichen mit einer BPS: Führt die Erkenntnisse zusammen und erläutert das therapeutische Potenzial des Hundes bei spezifischen BPS-Symptomen.
7. Fazit: Fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Relevanz der hundegestützten Arbeit als wertvolle Ressource in der Sozialen Arbeit.
Borderline-Persönlichkeitsstörung, BPS, Hundegestützte Intervention, HGI, Bindungstheorie, Jugendalter, Mensch-Tier-Beziehung, Affektregulation, therapeutische Arbeit, soziale Integration, Selbstwertgefühl, Entwicklung, Stressreduktion, Bindungsmuster, Sozialpädagogik
Die Arbeit untersucht den Einsatz von Hunden als unterstützendes Medium in der Arbeit mit Jugendlichen, die eine Borderline-Persönlichkeitsstörung aufweisen.
Die Arbeit deckt die Entwicklungspsychologie der Jugend, die Psychopathologie der BPS, Bindungstheorien sowie die Wirksamkeitsforschung zur Mensch-Tier-Beziehung ab.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie hundegestützte Interventionen Jugendlichen mit BPS bei der Stabilisierung ihrer Emotionen und der Stärkung ihrer sozialen Kompetenzen helfen können.
Es handelt sich um eine systematische Literaturarbeit, die existierende theoretische Konzepte und empirische Erkenntnisse aus Psychologie und Sozialer Arbeit zusammenführt.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Bindung und BPS sowie eine detaillierte Ausarbeitung der Interventionsformen und Wirkmechanismen der tiergestützten Arbeit.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Bindung, Borderline-Persönlichkeitsstörung, Hundegestützte Intervention, Affektregulation und Selbstwirksamkeit.
Durch seine vorurteilsfreie Präsenz und regelmäßige Interaktion hilft der Hund, Dissoziationen zu mindern, Stress abzubauen und den Fokus des Jugendlichen zurück in die Realität zu lenken.
Hunde ermöglichen eine oft angstfreie Kontaktaufnahme, überbrücken soziale Distanzen und bieten ein gemeinsames Gesprächsthema, was besonders bei Jugendlichen mit ausgeprägter Isolation hilfreich ist.
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