Diplomarbeit, 2010
87 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Begriffserklärungen
2.1 Kriminalität
2.2 Jugendkriminalität
2.3 Abweichendes Verhalten
3. Ausgewählte Theorien abweichenden Verhalten
3.1. Anomietheorie
3.2. Subkulturtheorie
3.3. Labeling Approach
4. Statistische Mittel zur Messbarkeit der Jugendkriminalität in Deutschland
4.1. Bedeutung, Inhalt und Aussagekraft der PKS
4.2. Erkenntnismittel der Dunkelfeldforschung zur Messung der Jugendkriminalität
5. Die empirische Untersuchung
5.1. Die „Villa K.“ in Krefeld
5.2. Methodisches Vorgehen
5.3. Struktur der Stichprobe
5.3.1. Der Fall Tolga
5.3.2. Der Fall Marco
5.3.3. Der Fall Pascal
6. Zum Problemverhalten Jugendlicher in Zusammenhang mit Entwicklungsprozessen
6.1. Soziologische Merkmale der Jugendphase
6.2. Entwicklungsaufgaben
6.2.1. Das Entwicklungsaufgabenkonzept nach Havighurst
6.2.2. Das moderne Konzept der Entwicklungsaufgaben.
6.2.3. Problemkonstellationen bei der Umsetzung der Entwicklungsaufgaben
7. Sozialisationsinstanzen und ihre Bedeutung für den kriminellen Entwicklungsverlauf
7.1. Die Familie als Sozialisationsraum
7.1.2 Die Bedeutung der innerfamiliären Atmosphäre im Hinblick auf Jugendkriminalität
7.2. Schule
7.2.1. Die Schule als Sozialisationsraum
7.2.2. Schule als Devianz- und Delinquenzraum
7.3. Die Gleichaltrigengruppe als Sozialisationsraum
7.3.1. Abweichendes, delinquentes Verhalten in der Gruppe
8. Drogen- / Alkoholkonsum und Delinquenz
9. Zusammenfassung
10. Quellen, Abbildungen, Abkürzungen
10.1. Literaturverzeichnis
10.2. Internetquellen
10.3. Verzeichnis der Abbildungen
10.4. Verzeichnis der Abkürzungen
Die Arbeit untersucht den Einfluss von Sozialisationsinstanzen auf den kriminellen Karriereverlauf jugendlicher Straftäter. Zentral ist die Forschungsfrage, inwieweit familiäres Umfeld, schulische Erfahrungen und der Einfluss von Peergroups die delinquente Entwicklung begünstigen oder präventiv wirken können.
2. Begriffserklärungen
Unter Kriminalität versteht man „eine Form abweichenden Verhaltens, das einer strafrechtlichen Norm widerspricht. K. wird teilweise von Instanzen der Strafverfolgung (Polizei, Staatsanwaltschaft, Strafjustiz) sanktioniert. (Fuchs-Heinritz, Lautmann, Rammstedt, Wienold, 1995: 376) Ebenso ist Kriminalität ein „menschliches Verhalten, das einen anderen oder die Gemeinschaft verletzt“ (Hellmer, 1978: 1) und deshalb unter Strafe gestellt ist. Ein erforderliches Kriterium für den Kriminalitätsbegriff ist also die Strafwürdigkeit.
Diese Definitionen beinhalten hauptsächlich den Aspekt der strafrechtlichen Verfolgung von Delikten und des Verstoßes gegen das Gesetz. Doch ist das Empfinden hinsichtlich dessen was kriminell ist und was nicht oft ein Anderes, denn der moralische Aspekt spielt hier eine wichtige Rolle. Welche Handlungsweisen darf man sich in unserer Gesellschaft erlauben, ohne sozial ausgegrenzt zu werden? Prostitution und Alkoholismus sind nicht strafrechtlich verfolgbar, jedoch in der Gesellschaft im Allgemeinen nicht gern gesehen. Die Menschen werden nicht selten dem kriminellen Milieu zugeordnet und als verwahrlost oder asozial abgestempelt. Der angloamerikanische Begriff der „delinquency“ ist umfassender und beinhaltet im Gegensatz zum deutschen Kriminalitätsbegriff auch Verhaltensweisen wie das Herumstreunen und den Ungehorsam gegenüber den Eltern. (vgl. Hellmer, 1979: 1)
Physische Gewalt gegen einen Menschen kann strafrechtlich verfolgt werden, wenn es zu einer Anzeige gebracht wird. Doch psychische Gewalt kann mindestens genauso schlimm für betroffene Personen sein. Es ist schwierig solch einen Tatbestand strafrechtlich zu verfolgen, da es häufig keine handfesten Beweise gibt.
Viele würden zustimmen, dass dies auch eine Form von Kriminalität ist und so verschwimmen für jeden persönlich die Grenzen zwischen dem Gesetz und der eigenen sozial-moralischen Werteauffassung.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die öffentliche Wahrnehmung von Jugendkriminalität, stellt die Relevanz der Untersuchung dar und erläutert den Aufbau der Arbeit.
2. Begriffserklärungen: Definition der grundlegenden fachlichen Begriffe Kriminalität, Jugendkriminalität und abweichendes Verhalten für das weitere Verständnis.
3. Ausgewählte Theorien abweichenden Verhalten: Vorstellung und Erörterung dreier zentraler Theorien, die kriminelle Verhaltensmuster soziologisch erklären können.
4. Statistische Mittel zur Messbarkeit der Jugendkriminalität in Deutschland: Auseinandersetzung mit der Aussagekraft der Polizeilichen Kriminalstatistik und der Notwendigkeit von Dunkelfeldforschung.
5. Die empirische Untersuchung: Darstellung des methodischen Vorgehens anhand von qualitativen Interviews mit Jugendlichen in einer Krefelder Einrichtung.
6. Zum Problemverhalten Jugendlicher in Zusammenhang mit Entwicklungsprozessen: Analyse soziologischer Konzepte der Jugendphase und der Bedeutung von Entwicklungsaufgaben sowie deren Problemkonstellationen.
7. Sozialisationsinstanzen und ihre Bedeutung für den kriminellen Entwicklungsverlauf: Zentrale Betrachtung der Einflüsse von Familie, Schule und Gleichaltrigengruppen auf den kriminellen Karriereverlauf.
8. Drogen- / Alkoholkonsum und Delinquenz: Untersuchung des engen Zusammenhangs zwischen Suchtmittelkonsum und delinquenten Handlungsweisen.
9. Zusammenfassung: Komprimierte Zusammenführung der wichtigsten Forschungsergebnisse der gesamten Diplomarbeit.
10. Quellen, Abbildungen, Abkürzungen: Auflistung der verwendeten Literatur, Internetquellen sowie Abbildungs- und Abkürzungsverzeichnisse.
Jugendkriminalität, Sozialisation, Delinquenz, Familie, Schule, Peergroup, Entwicklungsaufgaben, Suchtmittelkonsum, Kriminalistik, Prävention, Jugendstrafrecht, abweichendes Verhalten, Fallstudien, Sozialpädagogik, Lebenslauf.
Die Arbeit untersucht, wie Sozialisationsinstanzen wie Familie, Schule und Freundeskreise die Entwicklung von Jugendlichen beeinflussen, die kriminell geworden sind.
Im Zentrum stehen die Einflüsse der sozialen Umgebung, die Bewältigung von Entwicklungsaufgaben in der Jugendphase sowie die Korrelation zwischen Drogenkonsum und Straffälligkeit.
Die zentrale Frage lautet, welchen spezifischen Einfluss die verschiedenen Instanzen der Sozialisation auf den kriminellen Karriereverlauf der untersuchten Jugendlichen haben oder hatten.
Die Autorin nutzt eine qualitative Forschungsmethode und führt Leitfadeninterviews mit drei Jugendlichen sowie einer Betreuerin einer sozialen Einrichtung in Krefeld durch.
Der Hauptteil analysiert theoretische Erklärungsmodelle für Devianz, die statistische Erfassung von Jugendkriminalität und diskutiert ausführlich die Rolle von Familie, Schule und Gleichaltrigen als Sozialisationsfaktoren.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Jugendkriminalität, Sozialisation, Delinquenz, Entwicklungsaufgaben und Suchtverhalten kennzeichnen.
Die Arbeit porträtiert drei Einzelfälle (Tolga, Marco, Pascal), um individuelle Hintergründe wie Gewalterfahrung, familiäres Umfeld und schulische Misserfolge kontrastierend darzustellen.
Die Autorin schlussfolgert, dass nicht zwingend die strukturelle Vollständigkeit, sondern die funktionale Qualität der familiären Interaktion (Atmosphäre, Vorbildfunktion) entscheidend für eine gelungene Sozialisation ist.
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