Magisterarbeit, 2003
104 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1. Von den Kelten zur französischen Revolution
1.1. Das Erbe der Kelten und Römer
1.2. Die Alemannen und Franken
1.3. Die Straßburger Eide
1.4. Vom Heiligen Römischen Reich deutscher Nationen bis zum Westfälischen Frieden
1.5. Vom Westfälischen Frieden zur Französischen Revolution
1.6. Die Französische Revolution und ihre Auswirkungen im Elsass
1.7. Der Siegeszug des Französischen im Elsass
1.8. Die wachsende Identifikation mit Frankreich und den Idealen der Revolution
2. Das Elsass unter deutschem Einfluss
2.1. Das Reichsland Elsass-Lothringen nach dem deutsch-französischen Krieg
2.2. Der Erste Weltkrieg und seine Folgen für das Elsass
2.3. Die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs auf das Elsass
3. Die Rückkehr nach Frankreich
3.1. Die Nachkriegszeit im Elsass
3.2. Die Unterdrückung deutscher Sprache und Kultur
3.3. Die Rückbesinnung auf die sprachlichen Wurzeln
3.4. Das Erwachen des sprachlichen Bewusstseins
3.5. Die Ära Mitterand als Wegbereiter für die wachsende Eigenständigkeit der Regionen
3.6. Neue Perspektiven
4. Das Elsass als Schmelztiegel verschiedener Sprachen
4.1. Die ungeklärte Herkunft des Namen „Elsass“
4.2. Elsässisch, Elsässerditsch oder Alsacien ?
4.3. Die sprachliche Eingrenzung des Elsässischen
4.3.1. Das Elsässische – ein „dachloser“ Dialekt ?
4.4. Die Einbindung in die germanische Sprachlandschaft
4.5. Die elsässischen Sprachvarianten
4.6. Der Unterschied zwischen Ober –und Mitteldeutsch
4.7. Der französische Einfluss auf das Elsässische
4.7.1. Der deutsch-elsässische Einfluss auf das Französische
4.8. Die Charakteristika der elsässischen Dialektvarianten
5. Das Elsass zu Beginn des 21. Jahrhunderts
5.1. Die geographische Lage
5.2. Die politische Eingliederung
5.3. Das Elsass in Zahlen
6. Allgemeine Informationen zu den Untersuchungen
6.1. Haguenau
6.2. Wissembourg
6.3. Saverne
6.4. Bemerkungen zu den Auswertungen
6.4.1. Der Kinderfragebogen
6.4.2. Der Elternfragebogen
7. Auswertung der Kinderbögen
7.1. „Quelles langues parles-tu ?“
7.2. „Tu parles avec tes copains en... ?“
7.3. „Quelles langues parles-tu à la maison ?“
7.4. „Est-il utile de parler le dialecte ?“
7.5. „Serait-il bon d’enseigner le dialecte ?“
7.6. „Pensez-vous que le dialecte est déjà ...?“
8. Auswertung der Elternbögen
8.1. Auswertung über die französische Sprache
8.1.1. „Comment parlez-vous français?“
8.1.2. „Comment estimez-vous le comprendre?“
8.1.3. „ Parlez-vous français avec …?“
8.2. Auswertung über das Elsässische
8.2.1. „Parlez-vous alsacien?“
8.2.2. „Comment estimez-vous parler votre dialecte?“
8.2.3. „Comment estimez-vous le comprendre?“
8.2.4. „Avec qui parlez-vous alsacien?“
8.3. Auswertungen über die deutsche Sprache
8.3.1. „Parlez-vous allemand? “
8.3.2. „Comment estimez-vous parler allemand? “
8.3.3. „Comment estimez-vous le comprendre ? “
8.3.4. „Avec qui parlez-vous allemand? “
8.3.5. „Vous paraît-il important de parler l’allemand? “
8.4. „Auswertung der Fragen zur „Idéologie linguistique“
8.4.1. „Est-il utile de parler le dialecte?“
8.4.2. „Serait-il bon d’enseigner le dialecte? „
8.4.3. „Pensez-vous que le dialecte est déjà…?“
9. Conclusio
10. Bibliographie
11. Webographie
12. Anhang
12.1. Beispiel Elternfragebogen
12.2. Beispiel Kinderfragebogen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die aktuelle sprachliche Situation in einer Region des Elsass zu analysieren und Aufschluss über die Zukunft der dort existierenden Sprachen zu gewinnen. Dabei wird insbesondere untersucht, wie sich politische und kulturelle Veränderungen des 20. Jahrhunderts auf den Dialekt und die deutsche Sprache ausgewirkt haben.
1.1. Das Erbe der Kelten und Römer
Pour se faire une idée de l’emprise linguistique des Germains sur les parlers de la Gaule d’abord, de la France ensuite, il est indispensable de se rappeler très rapidement la forme et l’étendue de leurs infiltrations et invasions. Il s‘agit, dans l’ensemble d’une œuvre presque millénaire, d’un caractère historique et d’une efficacité linguistique forts différents d’une région à l’autre et suivant les époques, les méthodes, les acteurs, les circonstances générales. (Lévy 1929a, 3)
Das elsässische Territorium war um ca. 300 v. Chr. von den Kelten besiedelt, woraufhin sich auch ihre Sprache, das Keltische, verbreitete. Doch sie waren nicht lange die einzigen Bewohner, denn ihnen folgten im 1. Jh. v. Chr. die Germanen. Um 58 v. Chr. gelang es schließlich den Römern, diese Region in ihr Reich einzugliedern (vgl. Rieger/Weckmann 1988, 5). Diese Annexion hatte auch sprachliche Folgen: „[...] de reléguer le celtique de sa place prépondérante à celle d’un parler populaire et de conférer au latin le statut de langue officielle.“ (vgl. Rieger/Weckmann 1988, 6). Allerdings wurden die einheimischen Sprachen durch das Lateinische nicht vollständig verdrängt, sondern es existierten je nach Gebiet keltische, germanische oder lateinische Sprachvarianten nebeneinander. Lediglich der Schriftverkehr wurde in Latein abgewickelt (vgl. Dentinger 1987, 10). Trotz der Ausdehnung und Sicherung des Römischen Reiches konnten sich um 406 viele Alemannen durch eine Invasion in dieser Gegend niederlassen. Schließlich wurde um 451 das Ende des gallisch romanischen Reiches durch Attila den Hunnenkönig markiert. Dies bedeutete der Beginn des alemannischen Elsass und die Ausbreitung des germanischen Dialektes der Alemannen (vgl. Rieger/Weckmann 1988, 6).
1. Von den Kelten zur französischen Revolution: Dieser Abschnitt beleuchtet die historische Entwicklung des Elsass von der Antike bis zur Französischen Revolution, wobei die wechselnden sprachlichen Einflüsse und Herrschaftsverhältnisse im Zentrum stehen.
2. Das Elsass unter deutschem Einfluss: Hier wird der Einfluss des deutschen Kaiserreichs ab 1871 sowie die Auswirkungen der Weltkriege auf die politische und sprachliche Situation im Elsass untersucht.
3. Die Rückkehr nach Frankreich: Kapitel 3 beschreibt die schwierige Nachkriegszeit, die französische Assimilationspolitik und die spätere Rückbesinnung auf regionale Identitäten unter der Ära Mitterrand.
4. Das Elsass als Schmelztiegel verschiedener Sprachen: Dieser Teil analysiert die sprachlichen Besonderheiten des Elsässischen, seine Einordnung als „dachloser“ Dialekt und den permanenten Sprachkontakt zum Französischen.
5. Das Elsass zu Beginn des 21. Jahrhunderts: Ein Überblick über die geografischen, demografischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des heutigen Elsass als Hintergrund für die empirische Untersuchung.
6. Allgemeine Informationen zu den Untersuchungen: Einführung in die untersuchten Städte Haguenau, Wissembourg und Saverne sowie methodische Anmerkungen zur Erhebung mittels Fragebögen.
7. Auswertung der Kinderbögen: Detaillierte Darstellung und Analyse der Ergebnisse aus den Kinderfragebögen bezüglich Sprachgebrauch und Einstellungen zum Dialekt.
8. Auswertung der Elternbögen: Umfassende Auswertung der Elternfragebögen zur Selbsteinschätzung ihrer Französisch-, Deutsch- und Elsässischkenntnisse.
Elsass, Elsässisch, Dialekt, Sprachpolitik, Französisch, Deutsch, Identität, Zweisprachigkeit, Assimilation, Regionalsprache, Sprachkontakt, Bildungswesen, Mundart, Sprachkultur, Minderheitenschutz.
Die Arbeit untersucht die aktuelle sprachliche Situation im Elsass, insbesondere das Spannungsfeld zwischen der französischen Amtssprache und dem lokalen elsässischen Dialekt bzw. der deutschen Sprache.
Die zentralen Felder umfassen die historische Genese der elsässischen Sprachlandschaft, die Auswirkungen der französischen Sprachpolitik des 20. Jahrhunderts sowie die heutige Einstellung der Bevölkerung zum Dialekt und zum Deutschunterricht.
Das Hauptziel ist die Ermittlung der gegenwärtigen sprachlichen Lage in ausgewählten Städten des Bas-Rhin und die Einschätzung der Zukunftschancen für die Erhaltung des Elsässischen durch gezielte Bildungsmaßnahmen.
Die Arbeit basiert auf einer empirischen Untersuchung, bei der Fragebögen an Schüler und Eltern in den drei Städten Haguenau, Wissembourg und Saverne verteilt wurden, um Sprachkompetenz und Einstellungen zu evaluieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte historische Rückschau, eine sprachwissenschaftliche Analyse der elsässischen Dialektvarianten sowie eine detaillierte Auswertung der erhobenen Daten aus den Fragebögen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Sprachassimilation, Identitätsbewusstsein, regionale Sprachvielfalt, Bilingualismus und die soziolinguistische Entwicklung im Grenzland geprägt.
Die Arbeit zeigt, dass Orte wie Wissembourg, die direkt an der Grenze liegen, eine stärkere aktive Nutzung des Dialekts und bessere Deutschkenntnisse aufweisen, da hier ein intensiverer wirtschaftlicher und persönlicher Austausch stattfindet.
Das Fehlen einer normierten Schriftsprache wird als ein zentrales Hemmnis für einen formalen Unterricht im Schulwesen identifiziert, da die Dialektvarianten stark von Ort zu Ort variieren.
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