Bachelorarbeit, 2023
75 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Theorie ADHS
2.1 Prävalenz von ADHS bei Kindern und Jugendlichen
2.2 Ätiologie ADHS
2.2.1 Biomedizinisch-genetisches Konzept
2.2.2 Systemisch-konstruktive Perspektive
2.2.3 Epigenetische Faktoren
2.3 Symptomatik ADHS bei Kinder
2.4 Zusammenhang ADHS und Trauma
2.5 ADHS in der Kritik
3. Trauma und transgeneratives Trauma
3.1 Das klassische Traumaverständnis
3.2 Traumafolgestörung: Posttraumatische Belastungsstörung
3.3 Das neue Traumaverständnis
3.4 Transgeneratives Trauma
3.5 Ätiologie transgeneratives Trauma
3.5.1 Psychoanalytischer Ansatz
3.5.2 Sozialisationstheoretisches Modell
3.5.3 Familienkommunikationsmodell
3.5.4 Biologisches Transmissionsmodell
3.6 Herleitung der Forschungsfragen
4. Methodik
4.1 Forschungsdesign: qual. Forschungsmethode mittels Leitfadeninterviews
4.2 Erfassung der Interviews
5. Auswertung der Interviews
5.1 Auswertung der Interviews der Familien
5.2 Auswertung der Experteninterviews
5.3 Zusammenfassung der Expterteninterviews:
6. Schlussteil
6.1 Reflexion der Arbeit
6.2 Diskussion und Ausblick
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, einen Grundstein für ein neues Forschungsfeld zu legen, das sich den Auswirkungen transgenerativer Traumata auf psychische Krankheiten, mit Fokus auf ADHS, widmet. Dabei soll untersucht werden, ob eine Traumakette in betroffenen Familien existiert und ob ein traumaorientierter, systemischer Ansatz in der Behandlung durch Experten bereits Anwendung findet und als erfolgreich wahrgenommen wird.
3.1 Das klassische Traumaverständnis
Für den Begriff Trauma (griech. Wunde) gibt es keine klare Definition. Es handelt sich bei einem Trauma um eine Verletzung, im psychologischen Kontext um eine seelische Verletzung. Es gibt nach dem klassischen Traumaverständnis Ereignisse, die für nahezu alle Menschen zu Traumatisierungen führen können. Hierzu gehören Ereignisse wie z.B. Missbrauch, Unfälle, Verlust wichtiger Bezugspersonen, Kriegserlebnisse und Folter (Drexler, 2021, S20). Wenn es in einer solchen Situation zu einer Diskrepanz zwischen der subjektiv erlebten Bedrohung für sich oder andere und den individuellen Bewältigungsstrategien kommt, entsteht bei der betroffenen Person laut klassischem Traumaverständnis ein Trauma (Fischer, 2009, S.79). In der aktuell gültigen deutschen Klassifikation psychischer Krankheiten (ICD 10) wird ein Trauma mit folgenden Worten beschrieben: „kurz- oder lang anhaltendes Ereignis oder Geschehen von außergewöhnlicher Bedrohung mit katastrophalem Ausmaß, das nahezu bei jedem tiefgreifende Verzweiflung auslösen würde“ (Pausch & Matten, 2018, S.5). Ebenso kann durch das Bezeugen eines traumatischen Erlebnisses der Betroffene selbst traumatisiert werden (Drexler, 2021,S.20). Um nach dem klassischen Traumaverständnis traumatisiert zu sein, muss der Betroffene nach dem Erleben eines solchen Ereignisses eine Traumafolgestörung entwickeln. Auf die Symptome der PTBS soll im nächsten Abschnitt eingegangen werden.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in das neue Forschungsfeld der transgenerativen Traumata im Zusammenhang mit der Störung ADHS ein und legt die Motivation für diesen Ansatz dar.
2. Theorie ADHS: Dieses Kapitel behandelt die Prävalenz, Ätiologie sowie die Symptomatik von ADHS und diskutiert kritisch das gängige therapeutische Vorgehen.
3. Trauma und transgeneratives Trauma: Hier werden das klassische sowie das neue Traumaverständnis beleuchtet und die theoretischen Modelle zur Weitergabe von Traumata über Generationen erläutert.
4. Methodik: Der Abschnitt beschreibt das qualitative Forschungsdesign mittels Leitfadeninterviews mit betroffenen Familien und Experten sowie die Art der Datenerfassung.
5. Auswertung der Interviews: Dieses Kapitel stellt die Analyse der gewonnenen Daten aus den Familien- und Experteninterviews dar und interpretiert die Ergebnisse in Bezug auf die Forschungsfragen.
6. Schlussteil: Das Kapitel bietet eine Reflexion des Arbeitsprozesses, diskutiert die Ergebnisse und gibt einen Ausblick auf notwendige zukünftige Forschungsvorhaben.
ADHS, Transgeneratives Trauma, Epigenetik, Traumaverständnis, Qualitative Forschung, Elterncoaching, Systemische Therapie, Ursachenorientierter Ansatz, Psychische Störungen, Ahnenreihe, Verhaltensauffälligkeiten, Traumafolgestörung, Diagnostik, Familiendynamik
Die Arbeit untersucht den potenziellen Zusammenhang zwischen transgenerativen Traumata und der Diagnose ADHS bei Kindern, um neue Ansätze für das Verständnis und die Behandlung dieser Störung aufzuzeigen.
Die zentralen Felder sind die aktuelle ADHS-Forschung inklusive Epigenetik, verschiedene Trauma-Definitionen sowie qualitative Analysen von Familienbiografien und Expertenmeinungen.
Das Ziel ist es, nachzuweisen, ob in Familien mit ADHS-Kindern oft eine „Traumakette“ (transgenerative Traumata) existiert und ob Experten bereits erfolgreich erfolgreiche traumaorientierte Ansätze abseits der Symptombehandlung verfolgen.
Die Arbeit nutzt einen qualitativen Forschungsansatz mit Leitfadeninterviews, die anhand einer qualitativen Inhaltsanalyse nach Meyering ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung von ADHS und Trauma sowie die methodische Durchführung und Auswertung qualitativer Interviews.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie transgeneratives Trauma, ADHS, Epigenetik, systemischer Ansatz und Elternfokus geprägt.
In allen drei befragten Familien konnten mehrere Erlebnisse identifiziert werden, die nach dem neuen Traumaverständnis als potenziell traumatisch einzustufen sind.
Die befragten Experten befürworten einen Wandel vom reinen „Fokus Kind oder Symptom“ hin zu einem elternfokussierten Ansatz, da sie die Ursachen für die ADHS-Symptomatik häufig in Mustern oder unaufgearbeiteten Themen der Eltern verorten.
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