Fachbuch, 2010
247 Seiten
Vorwort zu dem Gesamtpjekt
1. Reflexionen – Oktober – November 2008
1.1. Was sind die Ursachen der internationalen Finanzkrise?
1.2 Welche Formen der Krise traten bisher auf?
1.3. Welche Rolle spielten bei der Entwicklung die Hedge-Fonds?
1.4 Welchen Anteil hatten die Geschäfte mit Derivaten?
1.5 Welche Rolle spielten die Rating-Agenturen?
1.6 Welchen strukturellen Anteil am Kapitalmarkt haben die amerikanischen Pensionsfonds?
1.7. Zukunftsszenarien und Alternativen
1.8. Erste abschließende Bemerkungen
2. Reflexionen April – Juni 2009
2.1 Ein Blick in den Vulkan
2.2 Die Verstaatlichung der Banken
2.3 Der drohende Staatsbankrott, das Beispiel Island
2.4 Der Kapitalismus am Ende? Kritiker und Opfer der Finanzkrise
2.5 Die Auswirkungen der Finanzkrise und das Überleben der Finanzmärkte
2.6 The Worst Case und die Propheten des Untergangs
2.7 Der Vergleich mit der Weltwirtschaftskrise 1929
2.8 „Wir sind jetzt alle Keynesianer“
2.9 Politische Maßnahmen gegen die Finanzkrise
2.10 Zweite abschließende Bemerkungen
3. Reflexionen Dezember 2009 – März 2010
3.1 Die gesellschaftlichen Veränderungen und die „Gier der Banker“
3.1.1.Die Globalisierung, der Umbau des Sozialstaates und die Veränderung der Zwei-Drittel-Gesellschaft
3.1.2. Sind wir auf dem Weg in die 20:80-Gesellschaft?
3.1.3. Die atypischen Beschäftigungsverhältnisse und die Prekarisierung
3.1.4. Die Veränderungen des oberen Dittels der Gesellschaft
3.1.5. Die „Gier der Banker“ – der treibende Faktor in der Finanzkrise?
3.1.6. Die „Gier der Banker“ im Rahmen der doppelten Abgrenzung
3.2 Die Debatte um die neuen Grundlagen der Gesellschaft
3.2.1. Die Rückkehr des Sozialismus
3.2.2. „Voilá, die (Post)-Keynesianer“
3.2.3. Positionen aus dem weiteren politischen Spektrum
3.3 Dritte abschließende Bemerkungen
4. Reflexionen Dezember 2010 – Juni 2011
4.1. Die neuen Regulierungen der Finanzmärkte von 2010. Können sie eine weitere Krise verhindern?
4.1.1. Die bundesdeutschen Regulierungen, die Angst vor dem Alleingang?
4.1.2. Die Maßnahmen der EU – wirksame Schritte zur Kontrolle der Finanzmärkte?
4.1.3. Die Entscheidungen der G-20-Staaten als Ausdruck einer multipolaren Welt
4.1.4. Die weltweite Finanzarchitektur im Rahmen der neuen internationalen Regulierung, ein Neuanfang mit größerer Stabilität?
4.2. Die Krise des Euros – eine unendliche Geschichte?
4.2.1. Von der Finanzkrise zur Eurokrise, eine logische Folge?
4.2.2. Die Schuldenkrise der mediteranen Mitgliedsländer der Eurozone, das Beispiel Griechenland
4.2.3. Die europäischen Hilfsaktionen für Griechenland und die dauerhafte Sicherung des Euros
4.3. Vierte abschließende Bemerkungen
Die vorliegende Abhandlung reflektiert parallel zur Entwicklung der globalen Finanzkrise die Ursachen, Erscheinungsformen und gesellschaftlichen Auswirkungen der Krise sowie die darauf folgenden politischen Regulierungsversuche, mit dem Ziel, die komplexen Zusammenhänge aus der Perspektive eines informierten Bürgers zu hinterfragen und wissenschaftlich einzuordnen.
1.1)Was sind die Ursachen der internationalen Finanzkrise?
Der Schweizer Bankier Christophe Bernard schreibt in einem Artikel in der FAZ, über die Ursachen der aktuellen Finanzkrise gebe es heute weitgehend Einigkeit. Dabei bezieht er sich mit Sicherheit auf die etablierten Banken, die sich in ihrer Rolle immer noch in großer Sicherheit wähnen, denn sie haben einerseits die Krise verursacht, andererseits aber gesehen, dass die Regierungen der G 8 – Staaten ihre Empfehlungen in den Notprogrammen weitgehend übernommen haben(FAZ vom 31.10.2008). Bernard nennt als entscheidende Faktoren die freizügigen Kredite der Banken, die risikoreichen Investoren und den scheinbar ewig andauernden Boom auf dem Immobilienmarkt.
Dabei unterschlägt er natürlich, dass die strukturelle Bedingungen auf dem Bankensektor, die solche Verzerrungen möglich machten, etwa das Ausweichen der internationalen Banken und der Hedgefonds auf die Off-shore Plätze, wo sie weitgehend ohne Kontrolle ihre riskanten Geschäfte abwickeln konnten und das schon seit 30 Jahren, was 1982 bei der internationalen Schuldenkrise schon eine Rolle gespielt haben. Außerdem haben die Regierungen der G 8 – Staaten auf eine zeit- und entwicklungsgemäße Regulierung verzichtet. Auf die Probleme wurde schon in den 90er Jahren aber hingewiesen(vgl. dazu Martin/Schumann, 1997).
1. Reflexionen – Oktober – November 2008: Dieses Kapitel widmet sich der Identifizierung der Ursachen der internationalen Finanzkrise, wobei Aspekte wie Hedge-Fonds, Derivate, Rating-Agenturen und Pensionsfonds beleuchtet werden.
2. Reflexionen April – Juni 2009: Hier werden die realen Auswirkungen der Krise, wie Bankenzusammenbrüche und Staatsinsolvenzen (Beispiel Island), sowie die Rolle von Politik und Ideologie im Kontext des Kapitalismus diskutiert.
3. Reflexionen Dezember 2009 – März 2010: Der Fokus liegt auf den gesellschaftlichen Veränderungen, der Debatte um die „Gier der Banker“ und der Suche nach neuen Grundlagen für die Gesellschaft, inklusive der Diskussion über alternative Wirtschaftsmodelle.
4. Reflexionen Dezember 2010 – Juni 2011: Das letzte Hauptkapitel befasst sich mit den konkreten Regulierungsmaßnahmen des Jahres 2010 sowie der Eurokrise, insbesondere am Beispiel Griechenlands, und reflektiert über die Stabilität der neuen internationalen Finanzarchitektur.
Finanzkrise, Casino-Kapitalismus, Hedge-Fonds, Derivate, Rating-Agenturen, Bankenregulierung, Eurokrise, Griechenland, Schuldenkrise, Keynesianismus, Globalisierung, Gesellschaftsveränderungen, Finanzmarkt, Weltwirtschaft, Staatsbankrott.
Die Arbeit reflektiert die Entwicklung der globalen Finanzkrise ab 2007/2008, ihre Ursachen, ihre Auswirkungen auf Gesellschaft und Staat sowie die politischen Versuche zur Krisenbewältigung und Regulierung der Finanzmärkte.
Die zentralen Themen umfassen die Rolle spekulativer Finanzinstrumente, das Versagen von Aufsichtsbehörden und Rating-Agenturen, die Auswirkungen auf die Realwirtschaft, die Eurokrise sowie gesellschaftliche Debatten über Kapitalismuskritik und neue Wirtschaftsordnungen.
Das Ziel ist es, ein Verständnis für die komplexen Prozesse der Finanzkrise zu schaffen und die Perspektive eines informierten Bürgers mit wissenschaftlichen Analysen zu verbinden, um eigene Standpunkte zu den notwendigen Reformen zu entwickeln.
Es handelt sich um eine systematische Reflexion, die auf der Analyse von Berichterstattung, Fachdiskursen, politischen Dokumenten und soziologischen sowie ökonomischen Fachliteraturen in aufeinanderfolgenden Arbeitsphasen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in chronologische Reflexionsphasen, die von der Entstehung der Krise (2008), über die Ausweitung auf die Realwirtschaft und Ideologiedebatten (2009), hin zu gesellschaftlichen Folgen (2010) und den spezifischen Regulierungsversuchen sowie der Eurokrise (2011) reichen.
Schlüsselbegriffe sind vor allem Finanzkrise, Casino-Kapitalismus, Finanzmarktregulierung, Systemrelevanz, Staatsschuldenkrise, Eurokrise und gesellschaftliche Prekarisierung.
Der Autor diskutiert die Gier als ein in der öffentlichen Debatte starkes, aber vereinfachendes Erklärungsmodell. Er ordnet sie in einen breiteren strukturellen und gesellschaftlichen Rahmen ein, in dem institutionelle Anreize und eine Politik der Deregulierung eine größere Rolle spielen als individuelle Charaktereigenschaften.
Sie werden kritisch als private Unternehmen mit faktischer Monopolstellung gesehen, deren Geschäftsmodell (Honorar durch zu bewertende Firmen) Interessenkonflikte förderte und deren ungenaue oder fehlerhafte Einschätzungen maßgeblich zur Intransparenz und Spekulationsblasenbildung beitrugen.
Der Autor hinterfragt die Effektivität rein fiskalischer Sparprogramme und betont die Notwendigkeit, auch die "Profiteure" (Vermögende, Banken) stärker an den Lasten zu beteiligen sowie Strukturreformen zur Modernisierung der griechischen Wirtschaft und Verwaltung voranzutreiben.
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