Bachelorarbeit, 2010
49 Seiten, Note: 2,0
1. Problemstellung
1.1 Gegenstand der Arbeit
1.2 Definitionen
1.3 Aufbau der Arbeit
1.4 Verlauf der Finanzkrise
2. Theoretische Grundlagen der Bankenregulierung
2.1 Ziele der Bankenregulierung
2.2 Die Baseler Vorschriften
2.2.1 Der Weg von Basel I zu Basel II
2.2.2 Die 3 Säulen des Basel II Regelwerks
2.3 Regulierungsgrundlagen in den USA
2.3.1 Die Bankaufsichtsorgane in den USA
2.3.2 Aufgaben der United States Securities and Exchange Commission
2.4 Regulierungsgrundlagen in Deutschland
2.4.1 Gestaltungsmöglichkeiten der Bankenregulierung
2.4.2 Gesetzliche Rahmenbedingungen in Deutschland
2.4.3 Gesetzliche Aufgabenverteilung zwischen der BaFin und der Bundesbank
2.4.4 Mindestanforderungen an das Risikomanagement
3 Regulatorische Missstände
3.1 Rating-Agenturen
3.2 Banken
3.3 Aufsichtsbehörden
4. Wirtschaftspolitische Reformen
4.1 Der Weg zu einer europäischen Finanzaufsicht
4.2 Neuer Rahmen für Rating-Agenturen
4.3 Stärkere Kontrolle von Verbriefungen
4.4 Verbesserungen am Basel II Regelwerk
5 Fazit und Ausblick
Diese Arbeit analysiert die regulatorischen Versäumnisse im Bankensektor, die den Ausbruch der transatlantischen Finanzkrise begünstigten, und untersucht Lösungsansätze zur künftigen Stabilitätssicherung, wobei die Rolle von Banken, Rating-Agenturen und Aufsichtsbehörden kritisch hinterfragt wird.
3.1 Rating-Agenturen
Rating-Agenturen spielten bei dem Ausbruch der Finanzkrise eine große Rolle. Besonders in den USA besitzt die rating-basierte Kapitalmarktregulierung eine lange Tradition (HORSCH, 2008, 293). In Deutschland und anderen Ländern steht dieser Ansatz noch in den Kinderschuhen, jedoch wird Ratings durch Basel II eine bedeutende Rolle zuteil.
Die großen Rating-Agenturen wie Standard & Poor, Fitch und Moody’s wurden schnell neben Bankenchefs und Investmentbankern zu den Schuldigen der Finanzkrise gezählt. Die Agenturen waren mitverantwortlich dafür, dass das Kreditrisiko unterschätzt wurde. Strukturierte Finanzprodukte, z.B. Credit Default Obligations (CDO), wurden in verschiedene Tranchen eingeteilt. Beginnend mit der Tranche höherer Bonität bis hin zur Tranche mit der niedrigsten Bonität gab es für jeden Risikotypen ein passendes Angebot. Die Tranchen mit der besten Bonität wurden, ähnlich wie Staatsanleihen und Unternehmensanleihen, mit dem Top-Rating AAA bewertet und suggerierten somit dem Anleger, dass es nahezu risikofrei sei in diese Papiere zu investieren. Gerade bei sogenannten zweitklassigen Hypotheken wie den Subprime-Krediten wurden somit die Risiken eindeutig unterschätzt. Da viele unter Aufsicht stehende Anleger nur in Wertpapiere mit dem Top-Rating investieren dürfen, war dementsprechend die Nachfrage von Investoren nach solchen Papieren hoch.
Das Geschäftsmodell der Rating-Agenturen erwies sich ebenfalls als unbrauchbar. Wertpapieremittenten, die ihre Finanzprodukte geratet bekommen wollten, bezahlten die Agenturen für das Rating. Dieses Modell führte zu einem unwiderruflichen Interessenkonflikt. Die Emittenten und die Rating-Agenturen sprachen sich besonders bei den strukturierten Produkten hinsichtlich der Ratings der einzelnen Tranchen ab. Nur so konnten die Rating-Agenturen im Wettbewerb untereinander bestehen. Die Wertpapieremittenten nutzten Wettbewerb aus, um für ihre Produkte das beste Rating zu erzielen (DE LAROISIÈRE, 2009, 9f).
1. Problemstellung: Dieses Kapitel führt in die transatlantische Bankenkrise ein, definiert zentrale Begriffe und skizziert den Verlauf der Krise sowie das Ziel der Arbeit.
2. Theoretische Grundlagen der Bankenregulierung: Hier werden die Ziele der Regulierung, die Baseler Vorschriften sowie die Aufsichtsstrukturen in den USA und Deutschland theoretisch aufgearbeitet.
3 Regulatorische Missstände: Dieses Kapitel beleuchtet das Versagen von Rating-Agenturen, Banken und Aufsichtsbehörden, das den Krisenausbruch erst ermöglichte.
4. Wirtschaftspolitische Reformen: Hier werden Reformoptionen wie eine europäische Finanzaufsicht sowie neue Rahmenbedingungen für Rating-Agenturen und Verbriefungen diskutiert.
5 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst das Zusammenspiel der verschiedenen Akteure zusammen und bewertet die erörterten Reformen hinsichtlich ihrer Eignung zur Krisenprävention.
Bankenregulierung, Finanzkrise, Bankenaufsicht, Basel II, Rating-Agenturen, Verbriefungen, CDO, Systemrisiko, Eigenkapital, Risikomanagement, BaFin, Finanzstabilität, Regulierungslücken, Transparenz, Interbankenmarkt.
Die Arbeit untersucht die Ursachen der transatlantischen Bankenkrise mit einem Fokus auf regulatorische Defizite und die Rolle wichtiger Marktakteure.
Die zentralen Themen sind Bankenregulierung, Finanzaufsicht, das Basel II Regelwerk, die Rolle von Rating-Agenturen sowie Finanzinnovationen wie Verbriefungen.
Ziel ist es, regulatorische Defizite aufzuzeigen, die den Ausbruch der Krise begünstigten, und Möglichkeiten zur Schließung dieser Regulierungslücken zu erarbeiten.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung der regulatorischen Grundlagen und einer kritischen Analyse der regulatorischen Missstände anhand von Expertenberichten und Fachliteratur.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Aufsicht, die regulatorischen Missstände bei Rating-Agenturen und Banken sowie notwendige wirtschaftspolitische Reformen zur Stärkung der Finanzmarktstabilität.
Zu den prägenden Begriffen zählen Bankenregulierung, Finanzkrise, Basel II, Rating-Agenturen, Verbriefungen und Risikomanagement.
Während in Deutschland eine gesetzlich geregelte Zusammenarbeit zwischen BaFin und Bundesbank existiert, ist das US-System durch eine zersplitterte Aufsichtsstruktur mit verschiedenen Bundesbehörden und Einzelstaaten geprägt.
Das Hauptproblem liegt in der durch das "Originate-to-Distribute-Modell" entstandenen Intransparenz und der falschen Anreizstruktur, die eine sorgfältige Risikoprüfung durch die beteiligten Akteure verhinderte.
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