Diplomarbeit, 2008
197 Seiten, Note: 1,7
Vorwort
Einleitung
1 Grundbegriffe
2 Sprache und Kommunikation
2.1 Begriffsklärung: Kommunikation und Interaktion
2.2 Fragen zum Kommunikationsprozess
2.3 Biologischer Blickwinkel
2.3.1 Stammhirn
2.3.2 Zwischenhirn
2.3.3 Kleinhirn
2.3.4 Großhirn
2.3.5 Sprachbildung und Sprachverstehen
2.3.6 Hörzentrum
2.3.7 Sehzentrum
2.3.8 Schluckfunktion
2.3.9 Limbisches System
2.4 Gehirnspezifische Kommunikation
2.4.1 Denken in Hemisphären
2.4.2 Archaisches Denken
2.4.3 „Klimatische“ Störungen
2.4.4 Empathisches Denken
2.4.4.1 Spiegelneurone
2.4.4.2 Wahrnehmung, Motorik, Kognition
2.4.4.3 Motorische und emotionale Intelligenz
2.4.4.4 Resümee
2.5 Kommunikationsmodelle und Wahrnehmung
2.5.1 Kapazitäten der Wahrnehmung
2.5.2 Merkfähigkeit
2.5.3 Struktur der Wahrnehmung
2.5.4 Nachrichtenübermittlung
2.5.4.1 Kommunikationsmodell Shannon/Weaver
2.5.4.2 Kommunikationsmodell Schulz von Thun
2.5.4.3 Gelingende Kommunikation als Ideal
2.6 Kommunikationstheoretischer Blickwinkel
2.6.1 Systemtheorie von Niklas Luhmann
2.6.1.1 Luhmanns Einflussgeber
2.6.1.2 Autopoiesis und verfremdete Gesellschaft
2.6.1.3 Filtern, Erleben, Verabeiten von Informationen
2.6.2 Kommunikationstheorie von Paul Watzlawick
2.6.2.1 Störungen menschlicher Kommunikation
2.6.2.2 Kommunikationsaxiome
3 Demenzerkrankungen
3.1 Definitionen / Klassifikationen
3.1.1 ICD 10
3.1.2 DSM-IV
3.2 Epidemiologie
3.2.1 Prävalenz, Inzidenz
3.2.2 Stigma versus Aufklärung und Wissen
3.2.3 Risikofaktoren und protektive Faktoren
3.2.3.1 Mögliche Risikofaktoren
3.2.3.2 Protektive Faktoren
3.3 Differenzialdiagnostische Abgrenzung
3.3.1 Altersgemäße kognitive Leistungsminderung
3.3.2 Mild Cognitive Impairment (MCI)
3.3.3 Delir
3.3.4 Depression
3.4 Quantitative Faktoren (Schweregrade) und Funktionsdefizite
3.4.1 Quantitativen Faktoren
3.4.2 Beurteilung der Funktionsdefizite
3.5 Krankheitsformen
3.5.1 Demenzformen
3.5.1.1 Primäre Demenzen
3.5.1.2 Sekundäre Demenzen
3.6 Symptomatik
3.6.1 Verbleibende Ressourcen und unberührte Kompetenzen
3.7 Diagnostik
3.7.1 Diagnose-Wegweiser
3.7.2 Assessments im Rahmen der Demenzdiagnostik
3.7.2.1 Sinnvolle Differenzierungen
3.7.2.2 Erster Überblick für den Hausarzt
3.7.2.3 Mini-Mental-Status-Test
3.7.2.4 Uhrentest nach Watson
3.7.2.5 BEHAVE-AD
3.7.2.6 Auswahl und Hinweis auf zusätzliche Testverfahren
3.7.2.7 Diagnose-Leitfaden
3.7.2.8 Resümee zum Diagnoseverfahren
3.8 Therapie
3.8.1 Antidementiva
3.8.2 Frühzeitige Diagnosestellung und Therapie
3.8.3 Symptomkomplex Demenz und integrative Therapie
3.8.4 Multilaterale Therapiezielsetzung
3.8.5 Neues aus der Demenzforschung
3.8.6 Einblick in die Demenz vom Alzheimer Typ
3.8.6.1 Ursachen
3.8.6.2 Warnzeichen und Symtome
3.8.7 Einblick in die Demenz vom vaskulären Typ
4 Rechtliche Grundlagen für eine Betreuung
4.1 Betreuungsgesetz
4.2 Wohl des rechtlich betreuten Menschen
4.2.1 Fähigkeiten, Wünsche, Selbstbestimmung
4.2.2 Rechtliche Handlungsfähigkeit
4.2.3 Schutzfunktion
4.2.4 Unzumutbarkeit
4.2.5 Das Wohl als handlungsleitender Maßstab
4.2.6 Handlungsspielraum
4.2.7 Hilfe vor Eingriff
4.3 Wille und Wünsche
4.3.1 Freier Wille
4.3.2 Natürlicher Wille
4.3.3 Mutmaßlicher Wille
4.3.4 Wünsche
4.4 Betreuerhandeln und Betreuungsplanung
4.4.1 Eignung des Betreuers
4.4.2 Sprachbarriere: Ein Betreuungshindernis?
4.4.3 Stellvertretung und persönliche Betreuung
4.4.4 Methode des Case Managements
4.4.4.1 Fallmanagement
4.4.4.2 Methodische Neuorientierung
4.4.4.3 Ganzheitliche Methode
4.4.4.4 System- und Care Management
4.4.5 Planung der Betreuung
4.4.6 Betreuungsumfang
4.4.6.1 Regelung des kommunikativen Umgangs
4.4.7 Führen einer Betreuung
4.5 Resümee
4.6 Menschen aus dem Feld der betreuungsrechtlichen Praxis
4.6.1 Qualität des Kontaktes zwischen Betreuer und betreutem Menschen
4.6.2 Kommunikation mit an Demenz erkrankten Menschen als Quelle zur Ermittlung der Wünsche und des mutmaßlichen Willens
5 Sozialpädagogischer Blickwinkel
5.1 Lebensweltorientierte Soziale Arbeit
5.1.1 Theorie der lebensweltorientierten Sozialen Arbeit
5.1.2 Rekonstruktion der Lebenswelt
5.1.3 Moderne Sozialpädagogik
5.1.4 Spezifische Entwicklungs- und Strukturmaxime
5.2 Hermeneutisches Verstehen
5.3 Methoden der Hilfe im Sinne einer gelingenden Kommunikation
5.3.1 Methoden der Hilfe
5.3.1.1 Einleitende Worte
5.3.1.2 Überblick
5.3.1.2.1 Gedächtnistraining
5.3.1.2.2 Erinnerungstherapie und Rückschau-Arbeit
5.3.1.2.3 Bewegungstherapie, Mobilitätstraining, Musiktherapie, Tanztherapie
5.3.1.2.4 Kunsttherapie und Musiktherapie
5.3.1.2.5 Realitäts-Orientierungs-Training, ROT
5.3.1.2.6 Biografiearbeit
5.3.1.2.7 Hilfen zur Kommunikation bei Demenz
5.3.1.2.8 Dementia Care Mapping
5.3.1.2.9 Milieutherapie
5.3.1.2.10 Psychotherapie, Verhaltenstherapie, Systemische Therapie
5.3.1.2.11 Systemische Therapie
5.3.1.2.12 Validation
6 Theorie-Praxisvernetzung
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, aufzuzeigen, wie eine gelingende Kommunikation zwischen Betreuern und Menschen mit Demenz als Werkzeug zur Wahrung der Selbstbestimmung und zur Ermittlung des mutmaßlichen Willens eingesetzt werden kann. Im Fokus steht dabei die Verbindung von geragogischen Methoden und dem Betreuungsrecht.
2.4 Gehirnspezifische Kommunikation
Kommunikationsprozesse, ebenso Anleitungs- und Beratungsgespräche, verlaufen einerseits simultan und andererseits zu je unterschiedlichen Teilen auf verschiedenen Plateaus. Für den Menschen sind die beiden Gehirnhälften gleichbedeutend mit zwei Denkweisen. Der amerikanischen Neurobiologen Roger Sperry (1913-1994) entdeckte in den 60er Jahren unterschiedliche Funktionen der beiden Gehirnhälften, als er den Balken (Verbindungsnervenstrang der Hemisphären) bei Epilepsiepatienten trennte. Er milderte so die Anfälle, aber erkannte Lücken in der Denkfähigkeit. Ihm wurde 1981 der Nobelpreis für Medizin verliehen für seine Hemisphärentheorie.
Watzlawick benutzte für die beiden Portale die Wortbedeutungen „linkshemisphärisch“ und „rechtshemisphärisch“. Er wusste um die ganz andersartigen Informationsverarbeitungsabläufe. In der Regel werden die beiden Gehirnhälften zu verschiedenen mentalen Aktivitäten verwendet: Die linke, meist dominante Hemisphäre, steht für digitales Denken, ist an erster Stelle für logische und analytische Gedankengänge und sprachliche Fähigkeiten ausschlaggebend. Die rechte Hemisphäre jedoch steht für analoges Denken, ist für anschauliche (Gesichter erkennen), gestalterische (Kreativität) Bilder und Betrachtungen, Musikalität, emotionale (gering zensierte) Assoziationen und für räumliches Vorstellungsvermögen zuständig. Das versteht sich als holistische Denkweise inklusive einheitlichem Begreifen. Es stehen sich formal-abstrakte Pläne und konkret-schöpferische Prozesse (Bilder, Metaphern, „Gestalten“) gegenüber.
1 Grundbegriffe: Definition wichtiger Fachbegriffe, die für das Verständnis der Demenz und der Kommunikation essenziell sind.
2 Sprache und Kommunikation: Theoretische Fundierung von Sprache und Kommunikation, inklusive neurobiologischer und systemtheoretischer Perspektiven.
3 Demenzerkrankungen: Medizinische Klassifizierung, Epidemiologie, Diagnosewege und Symptomatiken von Demenzerkrankungen.
4 Rechtliche Grundlagen für eine Betreuung: Erläuterung des Betreuungsgesetzes, der rechtlichen Handlungsfähigkeit und der Methoden des Case Managements bei rechtlicher Betreuung.
5 Sozialpädagogischer Blickwinkel: Darstellung lebensweltorientierter Ansätze und spezifischer Interventionsmethoden (z. B. Validation, Milieutherapie) für die Arbeit mit dementen Menschen.
6 Theorie-Praxisvernetzung: Zusammenführung der theoretischen Konzepte mit der praktischen Arbeit und den Herausforderungen der sozialen Betreuung.
Kommunikation, Demenz, Betreuungsrecht, Sozialpädagogik, Lebensweltorientierung, Validation, Gehirn, Wahrnehmung, Diagnostik, Symptomatik, Betreuerhandeln, Fallmanagement, Selbstbestimmung, Alzheimer, Vaskuläre Demenz.
Die Arbeit befasst sich mit der Optimierung des kommunikativen Umgangs zwischen rechtlichen Betreuern und an Demenz erkrankten Menschen, um deren Wohl und mutmaßlichen Willen besser zu erfassen.
Die zentralen Felder sind die gerontopsychiatrischen Grundlagen der Demenz, die rechtlichen Strukturen der Betreuung sowie sozialpädagogische Kommunikationsmethoden.
Ziel ist es, Methoden aufzuzeigen, wie Betreuer durch eine gelingende Kommunikation eine Brücke zu dementen Menschen schlagen können, um deren Selbstbestimmung trotz kognitiver Einschränkungen zu wahren.
Die Arbeit basiert auf einer interdisziplinären Literaturanalyse, die Aspekte der Neurobiologie, Systemtheorie, Rechtswissenschaft und der sozialpädagogischen Methodenlehre (wie Validation) verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in die biologischen Grundlagen der Kommunikation, die medizinische Diagnostik von Demenzformen und die rechtlichen Pflichten sowie sozialpädagogischen Handlungsspielräume der Betreuer.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Kommunikation, Demenz, Betreuungsrecht, Validation und Lebensweltorientierung.
Dieser Ansatz ermöglicht es, den dementen Menschen nicht nur über seine Defizite zu definieren, sondern ihn in seinem vertrauten sozialen Umfeld und mit seiner individuellen Biografie als Mensch ernst zu nehmen.
Diese Unterscheidung ist rechtlich und ethisch entscheidend, um den Willen des Betreuten auch dann zu respektieren, wenn dieser krankheitsbedingt nicht mehr "frei" im Sinne einer voll bewussten Entscheidung geäußert werden kann.
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