Masterarbeit, 2024
77 Seiten, Note: 2,6
1 Einleitung
2 Methodik
3 Die erste Meditation
3.1 Argument der Sinnestäuschung
3.2 Traumargument
3.3 Böser-Dämon-Argument
4 Die zweite Meditation
5 Die weiteren Meditationen im Überblick
5.1 Allumfassende Zweifel
5.2 Res cogitans und res extensa
6 Regulae ad directionem ingenii
7 Interpretationen und Kritiken des ,Cogito‘
8 Analyse von „Cogito ergo sum“
8.1 Formulierungen des ,Cogito‘
8.2 Cogito/dubito
8.3 Sum/existo
8.4 Ergo/Schluss
8.5 Temporalität des ,Cogito‘
8.6 Fazit der Analyse des ,Cogito‘
9 Kant und seine Interpretation des Cogito-Arguments
9.1 Einordnung Descartes‘ und Kant
9.2 Überblick der B-Paralogismen
9.3 Unterschied von Kants „Ich denke“ und Descartes‘ ,Cogito‘
9.4 „Ich denke“ als empirischer Satz
9.5 ,Cogito‘ als Schlussverfahren?
9.5.1 Kants Definition von ,Cogito‘
9.5.2 Tautologisch/identisch/analytisch
9.5.3 Diskussion zu Kants Annahmen 1, 2, 3
10 Fazit
Die vorliegende Masterthesis untersucht die logische Stimmigkeit des berühmten Cogito-Arguments von René Descartes, insbesondere dessen Darstellung in den „Meditationen über die Erste Philosophie“. Im Zentrum steht die kritische Auseinandersetzung mit Kants Einwänden gegen Descartes' Argumentation, wobei die Forschungsfrage darauf abzielt, ob das Cogito-Argument in sich schlüssig ist und ob Kants Kritik daran als berechtigt angesehen werden kann.
3.1 Argument der Sinnestäuschung
Descartes führt in seiner ersten Mediation an, dass unser Wissen vor allem durch unsere Sinne vermittelt wird, die Descartes trügerisch erscheinen:
Nun habe ich alles, was ich bislang als ganz wahr habe gelten lassen, entweder von den Sinnen oder vermittelt durch die Sinne erhalten. Aber ich habe entdeckt, daß [sic] die Sinne zuweilen täuschen, und Klugheit verlangt, sich niemals blind auf jene zu verlassen, die uns auch nur einmal betrogen haben.40
Descartes geht also davon aus, dass unsere Sinne nur manchmal täuschen, wir einer Sinnestäuschung also nicht immer unterliegen. Er behauptet, dass alle seine Überzeugungen bezweifelbar sind und somit inkorrekt sein könnten. Trotz der Möglichkeit der korrekten Vermittlung durch seine Sinne, möchte er sich nicht mehr auf diese verlassen, denn es kann in nichts Vertrauen gesetzt werden, was einmal betrogen hat. Das heißt, was er einst für wahr hielt, kann bezweifelt werden.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Zielsetzung und die Forschungsfrage der Masterthesis ein und umreißt den analytischen Ansatz zur logischen Überprüfung des Cogito-Arguments.
2 Methodik: Hier werden die logischen Grundlagen und Instrumente, insbesondere Syllogismen und der Modus ponens, definiert, die für die Untersuchung der Argumente verwendet werden.
3 Die erste Meditation: Das Kapitel analysiert Descartes' radikalen methodischen Zweifel, einschließlich der Sinnestäuschung, des Traumarguments und des Böser-Dämon-Arguments.
4 Die zweite Meditation: Hier steht die Entdeckung des „Ich bin, ich existiere“ im Fokus, nachdem Descartes alles bezweifelbare Wissen als trügerisch aussortiert hat.
5 Die weiteren Meditationen im Überblick: Ein Überblick über die erkenntnistheoretischen Ziele Descartes' sowie eine Erläuterung der Begriffe „res cogitans“ und „res extensa“.
6 Regulae ad directionem ingenii: Dieses Kapitel verknüpft das „Cogito“ mit Descartes' methodischem Regelwerk für die Erkenntnisfindung und ordnet den „intuitus“ als wesentlichen Faktor ein.
7 Interpretationen und Kritiken des ,Cogito‘: Eine Sammlung verschiedener philosophischer Einwände, unter anderem durch Nietzsche und die phänomenologische Tradition, gegen das Cogito-Argument.
8 Analyse von „Cogito ergo sum“: Eine detaillierte Untersuchung der sprachlichen und logischen Elemente des Arguments, ihrer verschiedenen Formulierungen und der Frage, ob es sich um einen Schluss handelt.
9 Kant und seine Interpretation des Cogito-Arguments: Dieser Hauptteil widmet sich Kants kritischer Auseinandersetzung, seinem „Ich denke“-Begriff und der Untersuchung, ob Descartes' Argument tautologisch oder analytisch ist.
10 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der logischen Stärke des Cogito-Arguments und ihrer kritischen Rezeption durch Kant.
Cogito-Argument, Descartes, Kant, Ich denke, Erkenntnistheorie, Methodischer Zweifel, Analytisch, Tautologie, Syllogismus, Rationalismus, Transzendentale Apperzeption, Logik, Meditationen, Wahrheit, Existenz.
Die Arbeit widmet sich der logischen Untersuchung des berühmten Cogito-Arguments von René Descartes, insbesondere dessen Herleitung und Stimmigkeit innerhalb der „Meditationen“.
Das Hauptziel ist es, die interne Logik des Cogito-Arguments zu prüfen und zu analysieren, ob Kants Einwände gegen dieses Argument aus Sicht der Logik und Erkenntnistheorie als berechtigt gelten können.
Die Themenfelder umfassen den cartesianischen Skeptizismus, die Rolle des methodischen Zweifels, die Definition von Erkenntnis bei Descartes sowie Kants Kritik am metaphysischen Status des Cogito.
Die Arbeit nutzt Methoden der formalen Argumentationsanalyse, insbesondere die Rekonstruktion von Argumenten mittels Modus ponens und syllogistischer Strukturen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der cartesianischen Meditationen, die Gruppierung der Cogito-Formulierungen und die ausführliche Untersuchung von Kants Kritik an der Tautologie und Analytizität des Arguments.
Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie „Cogito-Argument“, „Methodischer Zweifel“, „Transzendentale Apperzeption“ und „Analytizität“ geprägt.
Während Descartes das Cogito als unanfechtbares Fundament für Existenz betrachtet, sieht Kant im „Ich denke“ ein funktionales Element der Einheit der Apperzeption, nicht jedoch eine metaphysische Substanz.
Da Descartes selbst keinen expliziten Obersatz führt, sondern das Denken und Existieren in einer intuitiven Gewissheit verknüpft, wird es häufig als Schluss mit fehlender Prämisse, also als Enthymem, interpretiert.
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