Bachelorarbeit, 2004
56 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Stilisierte Fakten über den Entwicklungsstand in den Ländern des Mittleren Ostens
2.1. Ökonomische Indikatoren
2.1.1. Pro – Kopf – Einkommen
2.1.2. Human Development Index
2.2. Soziale Indikatoren
2.2.1 Lebenserwartung bei der Geburt
2.2.2. Alphabetisierungsrate bei Erwachsenen
2.2.3. Bevölkerungswachstum
3. Soziale Marktwirtschaft
3.1. Hintergrund
3.2. Grundelemente einer funktionsfähigen Sozialen Marktwirtschaft
3.2.1. Privateigentum und Haftung
3.2.2. Vertragsfreiheit
3.2.3. Preissystem
3.2.4. Wettbewerb
3.2.5. Sozialer Ausgleich
4. Die Wirtschaftsordnung im Islam
4.1. Hintergrund
4.2. Staat und Religion in den Ländern des Mittleren Ostens
4.3. Grundelemente der islamischen Wirtschaftsordnung
4.3.1. Privateigentum
4.3.2. Zakat
4.3.3. Finanzsystem
5. Soziale Marktwirtschaft und Islam
5.1. Theoretischer Vergleich
5.2. Umsetzungsmöglichkeiten in der Praxis
5.2.1. Türkei
5.2.2. Iran
5.2.3. Irak
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretische Kompatibilität der Sozialen Marktwirtschaft mit der islamischen Wirtschaftsordnung und erörtert, inwieweit das deutsche Wirtschaftsmodell eine Lösung für die ökonomischen Probleme der Länder des Mittleren Ostens darstellen könnte. Die zentrale Forschungsfrage ist, ob die für eine Soziale Marktwirtschaft notwendigen Voraussetzungen mit der islamischen Lehre vereinbar sind.
3.2.1. Privateigentum und Haftung
Unerlässlich für das Funktionieren einer Marktwirtschaft ist die Möglichkeit Privateigentum zu erwerben und zu besitzen. Darunter ist sowohl das Privateigentum an Produktionsmitteln, als auch das Privateigentum an Vermögensgegenständen zu verstehen. Sowohl der Erwerb von unbeweglichen als auch von beweglichen Sachen ist in der Konzeption der Sozialen Marktwirtschaft vorgesehen. „Die charakteristischen Eigenschaften des privaten Eigentums liegen dabei nicht nur dann vor, wenn einer einzelnen Person die ausschließlichen Rechte an einem knappen Gut zustehen, vielmehr sind auch in einer Marktwirtschaft privatrechtliche Formen kollektiven Eigentums denkbar, wie etwa Genossenschaften, Personen- und Kapitalgesellschaften.“ Dies widerspricht auch keineswegs dem Haftungsprinzip, denn auch bei Kapitalgesellschaften ist Haftung gegeben, wenn auch teilweise nur in beschränktem Umfang.
Die Möglichkeit der Bildung von Privateigentum, auch oder gerade an Produktionsmitteln, stellt einen Leistungsanreiz dar, sowohl für private Wirtschaftssubjekte als auch für Unternehmer, das erwirtschaftete Eigentum in Vermögen umzuwandeln. So soll Eigeninitiative gefördert werden, die zu zielorientierter Lenkung ökonomischer Aktivitäten führen soll, um die Allokationsproblematik zu lösen. Privateigentum soll zum privaten Interesse an Innovationen führen und Risikofähigkeit und Reservebildung ermöglichen. Das Interesse an der Mehrung des Privateigentums (Vermögens) wird also zum universellen Antrieb wirtschaftlicher Aktivitäten. Privateigentum vermehrt sich, sofern das Recht auf private Gewinnaneignung gewährt ist, aus der Entlohnung für ökonomische Leistungsfähigkeit; zugleich ist es Maßstab für die Leistungsfähigkeit seines Eigentümers.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die westliche Wahrnehmung islamischer Länder, den Stellenwert der Religion in diesen Regionen und die Zielsetzung der Arbeit, die Soziale Marktwirtschaft auf ihre Anwendbarkeit im islamischen Kontext zu prüfen.
2. Stilisierte Fakten über den Entwicklungsstand in den Ländern des Mittleren Ostens: Dieses Kapitel ordnet die Region anhand ökonomischer und sozialer Indikatoren in den globalen Kontext ein und thematisiert die Herausforderungen bei der Datenerhebung.
3. Soziale Marktwirtschaft: Es werden der theoretische Hintergrund und die Grundelemente der Sozialen Marktwirtschaft, wie Privateigentum, Vertragsfreiheit, Preissystem, Wettbewerb und sozialer Ausgleich, dargelegt.
4. Die Wirtschaftsordnung im Islam: Das Kapitel erläutert die Grundlagen der islamischen Wirtschaftsordnung, die enge Verknüpfung von Staat und Religion sowie die Rolle von Privateigentum, Zakat und dem Zinsverbot.
5. Soziale Marktwirtschaft und Islam: Es erfolgt ein theoretischer Vergleich zwischen beiden Ordnungen sowie eine Analyse der Umsetzungsmöglichkeiten in der Praxis am Beispiel der Türkei, des Irans und des Iraks.
6. Fazit: Das Fazit fasst die theoretischen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zusammen und betont, dass die erfolgreiche Einführung einer Sozialen Marktwirtschaft grundlegende politische Rahmenbedingungen wie Freiheit und Demokratie voraussetzt.
Soziale Marktwirtschaft, Islamische Wirtschaftsordnung, Mittlerer Osten, Privateigentum, Zakat, Zinsverbot, Riba, Entwicklungsländer, Wirtschaftsentwicklung, Demokratie, Religion, Finanzsystem, Mudaraba, Wettbewerb, Sozialer Ausgleich.
Die Arbeit untersucht, ob die Soziale Marktwirtschaft eine geeignete Lösung für die ökonomischen Probleme der Länder des Mittleren Ostens sein kann und wie sie mit den Prinzipien des Islams vereinbar ist.
Im Zentrum stehen die Wirtschaftsordnungen, der Einfluss der Religion auf Staat und Wirtschaft sowie die Herausforderungen der Entwicklungspolitik im Mittleren Osten.
Das primäre Ziel ist die theoretische Prüfung, ob die Prinzipien einer funktionsfähigen Sozialen Marktwirtschaft mit den Anforderungen der islamischen Religion in Einklang gebracht werden können.
Es handelt sich um einen theoretischen Vergleich, der durch empirische Indikatoren untermauert und anhand ausgewählter Länderbeispiele auf ihre praktische Umsetzbarkeit hin analysiert wird.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Sozialen Marktwirtschaft, eine Analyse der islamischen Wirtschaftsordnung (einschließlich Finanzwesen) und einen detaillierten Vergleich, gefolgt von Länderbeispielen.
Wichtige Begriffe sind Soziale Marktwirtschaft, Islamische Wirtschaftsordnung, Riba-Verbot, Zakat, Wirtschaftsentwicklung und die politische Struktur der Länder im Mittleren Osten.
Während die Soziale Marktwirtschaft Eigentum uneingeschränkt vorsieht, unterscheidet der Islam zwischen beweglichen und unbeweglichen Gütern und unterwirft das Eigentum einer sozialen Verpflichtung sowie teilweise religiösen Beschränkungen.
Das Zinsverbot stellt ein wesentliches Hemmnis dar, da es die klassischen Instrumente der Geld- und Kreditwirtschaft ausschließt; das "Islamic Banking" versucht dies durch gewinn- und risikoorientierte Instrumente zu umgehen.
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