Masterarbeit, 2020
83 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
Die Institution Polizei
Exkurs: Eigensicherung
Autorität: die Asymmetrie in der Beamten-Bürger-Begegnung
Exkurs: Bodycams
Theoretische Begriffe
Kommunikation
Konflikt
Gewalt
Methodisches Vorgehen
Analyse
1. Interview Reinhard
1.1 Ausschnitt 1:
1.2 Ausschnitt 2
1.3 Ausschnitt 3
2. Interview Jürgen
2.1 Ausschnitt 1:
2.2 Ausschnitt 2:
3. Interview Robert
3.1 Ausschnitt 1:
3.2 Ausschnitt 2:
3.3 Ausschnitt 3:
4. Interview Dirk
4.1 Ausschnitt 1:
4.2 Ausschnitt 2:
4.3 Ausschnitt 3:
5. Interview Sascha
5.1 Ausschnitt 1:
Diskussion der Ergebnisse
Persönliche Faktoren
Berufliche Sozialisation
Fehlerkultur
Unbedingte Glaubwürdigkeit
Wahrnehmungsraster, Ressentiments und Frustration
Provokation und Autoritätsdemonstration
Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das kommunikative Handeln von Polizeibeamten im Streifendienst während krisenhafter Einsatzszenarien, um herauszufinden, inwiefern dieses Handeln den Verlauf von Eskalationen und Übergriffen begünstigt.
1.1 Ausschnitt 1:
„Das Schlagen mit dem Gummiknüppel war damals für mich – so komisch das klingen mag – eine Entlastung, weil dadurch meine Hand nicht mehr im Spiel war. Für mich gab es kaum eine größere Hemmung, als einen Menschen mit der Hand ins Gesicht zu schlagen. Also das, was im Grunde genommen für den Betroffenen das geringste Übel gewesen wäre, eine Ohrfeige, war für mich der größte Angang. Und das, was für den Betroffenen viel schwerer zu ertragen ist, auch im Hinblick auf körperliche Auswirkungen am schwerwiegendsten ist, nämlich der Schlag mit dem Gummiknüppel auf den Kopf oder Schulter – das war für mich einfacher. Da konnte ich meinen Gegenüber auf Distanz halten, da war nicht ich, der geschlagen hat, sondern da war das Medium Knüppel dazwischen.“
Dieser Interviewausschnitt legt die intra-personelle Krise eines Polizisten offen, welche aus einer Ambivalenz zwischen seiner persönlichen- und beruflichen Identität heraus entsteht. Reinhard ist – wie jeder Mensch – Inhaber mehrerer Rollen: Er ist die Privatperson Reinhard, aber er ist auch Polizist. Diese Rollenkonfiguration beinhaltet daher auch verschiedene – an die jeweiligen Rollen gebundene – Normen, Werte und Erwartungen die aus der persönlichen bzw. beruflichen Sozialisation hervorgehen.
Einleitung: Die Arbeit erläutert die Relevanz polizeilicher Kommunikation im Kontext von Eskalationen und definiert die Forschungsfrage sowie das methodische Vorgehen.
Die Institution Polizei: Es werden die gesellschaftliche Stellung, Anforderungen und Belastungen der Polizeiarbeit sowie das Leitbild der Polizei kritisch thematisiert.
Theoretische Begriffe: Dieses Kapitel fundiert die Arbeit soziologisch durch die Erläuterung von Kommunikation, Interaktionskonflikten und Gewaltphänomenen nach relevanten Theoretikern.
Methodisches Vorgehen: Hier wird die Wahl der qualitativen Interviewanalyse begründet und das Verfahren der Auswertung der Interviews nachvollziehbar dargelegt.
Analyse: In diesem zentralen Teil werden elf Textsegmente aus fünf Interviews analysiert, um spezifische Dynamiken in Einsatzsituationen offenzulegen.
Diskussion der Ergebnisse: Die gewonnenen Erkenntnisse werden thematisch geordnet, interpretiert und auf die eingangs formulierte Forschungsfrage bezogen.
Fazit und Ausblick: Die Arbeit fasst die krisenstiftenden Dimensionen zusammen und formuliert Empfehlungen für eine notwendige Verbesserung der Ausbildung und Fehlerkultur.
Polizeiarbeit, Eskalationsszenarien, Kommunikationsmacht, Polizeikultur, Inter-Rollen-Konflikt, Gewaltmonopol, Eigensicherung, Anerkennungsbeziehung, Ressentiments, Fehlerkultur, Impulskontrolle, Autoritätsdemonstration, qualitative Interviewanalyse, Soziologie, Einsatztaktik.
Die Arbeit untersucht das kommunikative Verhalten von Polizeibeamten im Streifendienst und wie dieses in kritischen Einsätzen eskalierend oder deeskalierend wirkt.
Die Schwerpunkte liegen auf der polizeilichen Identitätsbildung, dem Einfluss von Emotionen im Einsatz, der institutionellen Sozialisation und der Entstehung von Konflikten.
Ziel ist es zu beantworten, inwiefern das kommunikative Agieren von Polizeibeamten einen krisenhaften Einsatzverlauf begünstigt.
Die Autorin verwendet eine qualitative Inhaltsanalyse von Interviewpassagen, um polizeiliche Alltagsroutinen und Einstellungen exemplarisch zu beleuchten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung soziologischer Begriffe und eine umfangreiche Analyse verschiedener Interviewausschnitte mit Polizeibeamten.
Zentrale Begriffe sind Kommunikationsmacht, Fehlerkultur, Inter-Rollen-Konflikt und polizeiliche Autoritätsdemonstration.
Die Arbeit zeigt, dass eine intransparente und stark sanktionierende Fehlerkultur die kritische Selbstreflexion behindert und das Eingestehen sowie Lernen aus Fehlern erschwert.
Die Analyse verdeutlicht, dass Polizisten oft in Inter-Rollen-Konflikte geraten, wenn ihre persönlichen Werte mit der beruflichen Aufgabe des legitimen Gewalteinsatzes kollidieren.
Polizeiliche Rasterdenken können zu Stigmatisierung führen, wenn ethnische Herkunft oder sozialer Status unreflektiert als Indikatoren für Kriminalität interpretiert werden.
Die Arbeit fordert eine stärkere Gewichtung kommunikativer Kompetenzen in der Ausbildung, um das bestehende Übergewicht bei der technischen Ausbildung von Kampftechniken auszugleichen.
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