Abschlussarbeit, 2015
38 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Zur Bedeutung von Körper- und Bewegungs-Erfahrung für die kindliche Entwicklung
2.1 Entwicklung des Selbst
2.2 Kognitive Entwicklung
2.3 Soziale Entwicklung
2.4 Gesundheit und Wohlbefinden
3 Grundlagen der Bewegungsentwicklung
3.1 Entwicklung und Bedeutung von Bewegung und Wahrnehmung
3.2 Motorische Entwicklung
3.3 Sprache und Bewegung
4 Bewegungserziehung
4.1 Ziel der Bewegungserziehung
4.2 Inhalte der Bewegungserziehung
4.3 Methoden
5 Bewegungsangebot zur Förderung der Gesamt-Entwicklung
5.1 Gruppenbeschreibung
5.2 Meilensteine der Entwicklung
5.3 Erstes Halbjahr
5.4 Zweites Halbjahr
5.5 Drittes Halbjahr
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegende Bedeutung von Körper- und Bewegungserfahrungen für die ganzheitliche Entwicklung im Kleinkindalter und erarbeitet praxisnahe Ziele, Inhalte und Methoden für ein sportliches Förderangebot in einem Verein.
3.2 Motorische Entwicklung
Die vorherigen Fortbewegungsarten, wie krabbeln, kriechen oder rutschen kommen nur noch selten zum Einsatz. Die Kleinkinder versuchen von nun an zu laufen. Sie können ihren Körper immer besser koordinieren und fangen langsam an ihre Umwelt zu erforschen (Bös & Pratschko, 2009, S.93). Ab diesem Zeitpunkt ist das Kind nicht mehr nur auf seine Eltern angewiesen und wird somit immer selbständiger (Gesundheits- und Kinderkrankenpflege, 2009, S.50). Es kann nun allein auf ein hüfthohes Hindernis klettern oder sogar schon einen großen leichten Ball fangen (Zimmer, 20041, S.77).
Die Bewegungen des Kleinkindes entwickeln sich allerdings nicht gleichzeitig. Es kann zum Beispiel zuerst einen Gegenstand greifen, bevor es sich fortbewegen kann. Das liegt daran, dass sich die Entwicklung vom Kopf bis hin zu den Füßen erstreckt. Dieser Vorgang wird als „cephalo-caudale Entwicklung“ bezeichnet. Außerdem kann ein Kind zu Beginn der Entwicklung nur große Muskelgruppen und erst später einzelne, kleine Muskelpartien bewegen. Das Greifen nach einem Gegen-stand passiert somit zuerst mit beiden Händen, später eventuell nur mit einzelnen Fingern. Dies wird als „poximo-distale Entwicklung“ bezeichnet (Bös & Pratschko, 2009, S.124).
Das Kind lernt im Laufe der Entwicklung seine Muskeln immer genauer zu kontrollieren und seine Bewegungen dadurch zu koordinieren (Nitsch & Hüther, 2004, S.61). Um Bewegungen dynamisch, schnell oder geschickt ausführen zu können, werden motorische Fähigkeiten benötigt (Bös & Pratschko, 2009, S.105). Diese sind jedem Kind angeboren, jedoch noch nicht ausgeprägt (Jahn & Senf, 2006, S.56). Im Idealfall sollte ein Kind alle fünf Fähigkeiten, sowohl Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Beweglichkeit wie auch Koordination trainieren (Bös & Pratschko, 2009, S.94 & S.105-106). Diese Leistungsvoraussetzungen sind auch für die motorischen Fertigkeiten wichtig. Die Fertigkeiten sind nicht wie die Fähigkeiten von Geburt an vorhanden, sondern müssen erlernt werden. Dennoch sind Fähigkeiten und Fertigkeiten eng miteinander verbunden, denn ohne Kraft kann zum Beispiel kein Wurf durchgeführt werden (Jahn & Senf, 2006, S.56).
1 Einleitung: Diese Einleitung thematisiert den zunehmenden Bewegungsmangel bei Kindern und stellt die Forschungsfrage nach den Möglichkeiten einer Bewegungsförderung im Kleinkindalter.
2 Zur Bedeutung von Körper- und Bewegungs-Erfahrung für die kindliche Entwicklung: Das Kapitel erläutert, wie körperliche Aktivität maßgeblich zur Entwicklung des Selbstbildes, kognitiver Fähigkeiten, sozialer Kompetenzen sowie zur allgemeinen gesundheitlichen Entwicklung von Kleinkindern beiträgt.
3 Grundlagen der Bewegungsentwicklung: Der theoretische Teil behandelt die Zusammenhänge von Bewegung, Sinneswahrnehmung und motorischer Entwicklung sowie die Bedeutung der Sprache im Kontext von Bewegungsaktivitäten.
4 Bewegungserziehung: Es werden didaktische Ziele, Inhalte und methodische Vermittlungsansätze definiert, um den natürlichen Bewegungsdrang in pädagogisch wertvolle Bahnen zu lenken.
5 Bewegungsangebot zur Förderung der Gesamt-Entwicklung: Dieser praktische Teil dokumentiert ein 18-monatiges Trainingsprogramm, inklusive Gruppenbeschreibung, Meilensteinen und inhaltlicher Analyse der Turnstunden über drei Halbjahre hinweg.
6 Fazit: Die Zusammenfassung unterstreicht die Notwendigkeit kontinuierlicher Bewegungsangebote für eine ganzheitliche kindliche Entwicklung, da regelmäßig praktizierte Bewegung die neuronale, motorische und psychosoziale Reifung nachhaltig fördert.
Bewegungserziehung, Kleinkindalter, Gesamtentwicklung, Psychomotorik, motorische Entwicklung, Wahrnehmungsförderung, soziale Kompetenz, Selbstvertrauen, koordinative Fähigkeiten, Bewegungsangebote, Gesundheitsförderung, Vereinsarbeit, frühkindliche Bildung, Bewegungslandschaften, Koordination.
Die Arbeit befasst sich mit der zentralen Rolle von Körper- und Bewegungserfahrungen für eine ganzheitliche Entwicklung von Kleinkindern und wie diese durch gezielte Förderung im Vereinskontext unterstützt werden kann.
Die Schwerpunkte liegen auf der motorischen und kognitiven Entwicklung, der sozialen Integration, der Bedeutung der Bewegung für das Selbstvertrauen sowie der praktischen Umsetzung von Bewegungserziehung.
Das Hauptziel ist es aufzuzeigen, wie Kleinkinder durch strukturierte Bewegungsangebote in ihrer motorischen, geistigen und sozialen Entwicklung gestärkt werden können und welche Methoden dabei am effektivsten sind.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Fundierung durch Fachliteratur zu Entwicklungspsychologie und Pädagogik, ergänzt durch einen praktischen Teil, der ein 18-monatiges Bewegungsangebot evaluiert.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen der Bewegungs- und Wahrnehmungsentwicklung, eine Erarbeitung von Zielen und Methoden der Bewegungserziehung sowie die detaillierte Darstellung eines praktischen Trainingsprogramms.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Bewegungsförderung, Kleinkindpädagogik, Psychomotorik, motorische Meilensteine und ganzheitliche Entwicklung.
Die Autorin stellt dar, dass jüngere Kinder (oft aus Eltern-Kind-Gruppen kommend) zunächst Begleitung und Sicherheit benötigen, während ältere Kinder zunehmend selbstständiger agieren und bei der Gestaltung der Bewegungslandschaften mit einbezogen werden können.
Die Sportstunden dienen nicht nur der motorischen Schulung, sondern auch dem Erwerb sozialer Kompetenzen wie Rücksichtnahme, Regelverständnis, Konfliktlösung und der Bildung fester Freundschaften innerhalb der Gruppe.
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