Masterarbeit, 2022
77 Seiten, Note: Sehr Gut
1 BERUFLICHE BILDUNG UND DEREN RECHTLICHE GRUNDLAGEN
1.1 Das Duale Schulsystem des Berufsschulwesens
1.2 Organisation der Berufsschule
1.3 Zeitliche Komponente
2 THEORIEN DES HANDLUNGSORIENTIERTEN UNTERRICHTS
2.1 Zum handlungsorientierten Unterricht
2.2 Berufsbildung und Handlungsorientierung
2.3 Das Ziel der Handlungsorientierung: Handlungsfähigkeit
2.3.1 Grundsätze des handlungsorientierten Lernens
2.3.2 Das Modell einer „vollständigen Handlung“
3 KENNZEICHEN DES HANDLUNGSORIENTIERTEN LERNENS
3.1.1 Soziales Lernen / Gruppenunterricht
3.1.2 Ersetzt Handlungsorientierung die Wissensvermittlung?
4 PROJEKTUNTERRICHT ALS UMFASSENDES KONZEPT HANDLUNGSORIENTIERTEN LEHRENS UND LERNENS
4.1 Begriffsbestimmungen
4.2 Ursprung und Entwicklung des Projektunterrichts
4.3 Rechtliche Grundlagen und Bestimmungen
4.4 Merkmale von Projekten
4.5 Methodische Realisierung des Projekts
4.6 Die Grenzen des Projektunterrichts
5 ERASMUS+ PROJEKTE IM BERUFSSCHULWESEN
5.1 Entstehung und Geschichte von ERASMUS+ Projekten
5.2 Rahmenbedingungen
5.3 AKTUELLE ZAHLEN und Ausblick auf die Förderperiode bis 2027
5.4 ERASMUS+ Mobilitäts-Projekte im Berufsschulsektor
5.5 Durchführung von Mobilitäten am Beispiel der BS Freistadt
5.6 Formal- / Akkreditierungsprozess
5.7 Ablauf / Checkliste
5.8 Bewertung / Evaluation / Nachbereitung
5.9 FORSCHUNGSSTAND zu Auslandsmobilitäten per 2021
5.10 AUSBLICK / PERSPEKTIVEN
6 RESÜMEE
Die Arbeit untersucht, wie durch ERASMUS+ Projekte die Professionalisierung der Berufsausbildung an der Berufsschule Freistadt für Lehrlinge im Baugewerbe und der Bauindustrie gefördert werden kann, und liefert hierfür einen praxisorientierten Leitfaden.
1.3 Zeitliche Komponente
ERASMUS+ Projekte während der Berufsschulzeit durchzuführen, erfordert ein Höchstmaß an Planung und Flexibilität aller am Projekt Beteiligten und Betroffenen. Lernenden-Mobilitäten im Studien- beziehungsweise Hochschul-Kontext sind zeitlich leichter abzuwickeln als während einer begrenzten Berufsschulzeit von nur 10 Wochen pro Lehrgang. Ein hohes Maß an Selbstorganisation der Lernenden muss vorhanden sein, um den vorgegebenen Lehrstoff der Abschlussklasse in den verbleibenden acht von zehn Wochen zu absolvieren und die Vor- und Nachbereitungsarbeiten für das zweiwöchige Projekt ebenfalls zeitlich gut zu meistern. Fünf bereits durchgeführte Projekte mit 119 Schüler*innen zeigten aber, dass dies gut möglich und nach Aussagen der Teilnehmer*innen eine der „besten Erfahrungen“ ihres bisherigen Lebens beziehungsweise Berufslebens war.
Auch wenn retrospektiv die Dauer mit 2 Wochen von Teilnehmer*innen als zu kurz eingeschätzt wurde (Österreichischer Länderbericht Fassl Anna & Wagner Viktoria, 2019 S. 48 und Einzelbefragungen der Teilnehmer „Valencia 2021“ durch Röck Harald-BS Freistadt, 2021).
Die zeitliche Komponente war und ist für viele potenzielle Projektpartner in der Berufsausbildung ein Hauptthema. Nicht viele Lehrlinge können oder wollen sich Urlaub für ein solches Projekt nehmen (Klepits 2015, S. 100).
Seit dem Start ERASMUS+ für die Berufsbildung im Jahr 2014 wird ausbildenden Firmen bewusst, wie groß der Motivationsfaktor sowie die Entfaltung bestimmter Kompetenzen durch Praktika im Ausland für die jeweilige Berufsausbildung im Betrieb ist (Österreichischer Länderbericht Fassl Anna & Wagner Viktoria, 2019 S. 1, 3).
1 BERUFLICHE BILDUNG UND DEREN RECHTLICHE GRUNDLAGEN: Dieses Kapitel erläutert das duale Schulsystem und organisiert die Rahmenbedingungen des Berufsschulwesens in Österreich.
2 THEORIEN DES HANDLUNGSORIENTIERTEN UNTERRICHTS: Es werden didaktische Ansätze beleuchtet, die bei der Vermittlung von Handlungsfähigkeit im berufsbildenden Kontext als zentral erachtet werden.
3 KENNZEICHEN DES HANDLUNGSORIENTIERTEN LERNENS: Dieses Kapitel fokussiert auf die Bedeutung sozialen Lernens in Gruppen und hinterfragt das Verhältnis von Wissensvermittlung und Handlungsorientierung.
4 PROJEKTUNTERRICHT ALS UMFASSENDES KONZEPT HANDLUNGSORIENTIERTEN LEHRENS UND LERNENS: Hier wird der Projektunterricht als ganzheitliche Methode in Abgrenzung zur reinen Wissensvermittlung definiert und rechtlich verankert.
5 ERASMUS+ PROJEKTE IM BERUFSSCHULWESEN: Dieses umfangreiche Kapitel beschreibt die Entwicklung, Rahmenbedingungen und die praktische Umsetzung von Mobilitätsprojekten am Beispiel der Berufsschule Freistadt.
6 RESÜMEE: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bestätigt den positiven Nutzen von ERASMUS+ Projekten für die berufliche und persönliche Entwicklung der Lehrlinge.
ERASMUS+, Berufsbildung, Berufsschule Freistadt, Projektunterricht, Handlungsorientierung, Auslandspraktika, Lehrlinge, Europäische Union, Mobilitätsprojekte, Fachkräfteausbildung, Selbstständigkeit, Projektmanagement, Kompetenzentwicklung, Baugewerbe, Berufsqualifikation
Die Arbeit analysiert die Förderung der beruflichen Professionalisierung von Lehrlingen im Baugewerbe und der Bauindustrie an der Berufsschule Freistadt durch das ERASMUS+ Mobilitätsprogramm.
Zentrale Felder sind die handlungsorientierte Pädagogik, das Konzept des Projektunterrichts und die administrativen sowie pädagogischen Anforderungen bei der Durchführung von Auslandsmobilitäten im Rahmen einer Berufsschulausbildung.
Das Ziel ist die Erstellung eines Leitfadens für Verantwortliche, um ERASMUS+ Projekte effizient zu planen, durchzuführen und zu evaluieren, basierend auf den Erfahrungen der Berufsschule Freistadt.
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse einschlägiger Literatur, gesetzlicher Rahmenbedingungen, einschlägiger Studien zu Mobilitätsprogrammen sowie der Evaluierung der eigenen Praxisprojekte des Autors.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit dem handlungsorientierten Projektunterricht und einen umfangreichen praktischen Leitfaden für die Durchführung von Erasmus-Projekten im Berufsschulsektor.
Die zentralen Aspekte sind ERASMUS+, berufliche Professionalisierung, Projektunterricht, Auslandspraktika für Lehrlinge und Handlungsorientierung im Berufsschulwesen.
Die Mobilität von Lehrlingen ist in der kurzen, zehnwöchigen Berufsschulzeit zeitlich deutlich enger getaktet und erfordert eine präzisere Planung und intensivere Kooperation zwischen Schule und Betrieb.
Das Modell der „vollständigen Handlung“ ist die didaktische Basis, um handlungsorientiertes Lernen über alle Phasen – vom Informieren und Planen bis hin zum Kontrollieren und Auswerten – abzubilden.
Die Evaluation zeigt einen hohen Mehrwert bei Fachkenntnissen, Selbstständigkeit und interkultureller Kompetenz, wobei die Projekte vor allem für leistungsstarke Schüler als äußerst bereichernd wahrgenommen werden.
Kritische Hemmnisse sind der administrative bürokratische Aufwand, die zeitlichen Einschränkungen durch den Lehrplan und das Problem, dass diese Chancen nicht allen Schülern gleichermaßen offenstehen.
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