Diplomarbeit, 2009
84 Seiten, Note: 1,0
1 Bourdieu: „Die feinen Unterschiede“
1.1 Historische und kulturelle Einbettung
1.2 Der Habitus als zentrale erklärende Variable
1.3 Die soziale Struktur
1.3.1 Die Position im sozialen Raum
1.3.2 Die Verwendung des Klassenbegriffs bei Bourdieu
1.3.3 Der Raum der Lebensstile
1.4 Der Geschmack als zentraler Begriff für das untersuchte Ernährungsverhalten
1.4.1 Der Begriff des Geschmacks bei Bourdieu
1.4.2 Klassiker der Kultursoziologie
1.5 Kritik an Bourdieus Konzept
1.6 Empirische Analysen Bourdieus
2 Das Thema Ernährung in den Sozial- und Kulturwissenschaften
2.1 Das Verhältnis zu den Ernährungswissenschaften
2.2 Historischer und sozialstruktureller Wandel
2.3 Die soziale Dimension von Ernährungsempfehlungen
3 Der Zusammenhang von Ernährungsverhalten und sozioökonomischen Determinanten
3.1 Der Einfluss des Alters auf die Ernährung
3.2 Geschlechtsspezifisches Ernährungsverhalten
3.2.1 „Doing Gender“ beim Essen
3.2.2 Vergeschlechtlichte Verzehrsituationen und Arbeitsteilung
3.3 Klassenhabitus und Unterschiede im Ernährungsverhalten
3.3.1 Die Rolle des ökonomischen Kapitals für das Ernährungsverhalten
3.3.2 Die soziale Wertigkeit von Lebensmitteln und Aspekten der Mahlzeit
3.3.3 Klassenspezifisches Essverhalten
3.4 Zwischenfazit
4 Empirische Erhebungen zum Zusammenhang von Ernährungsverhalten und sozioökonomischen Determinanten
4.1 Methodische Herangehensweisen und Ergebnisse
4.2 Inwieweit sind die empirischen Resultate kompatibel mit den Ergebnissen von Bourdieu?
5 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Relevanz des kulturtheoretischen Ansatzes von Pierre Bourdieu zur Erklärung des Ernährungsverhaltens in der modernen Gesellschaft. Im Fokus steht die Frage, inwieweit sozioökonomische Determinanten wie soziale Klasse, Alter und Geschlecht durch den Habitus-Begriff verständlich gemacht werden können.
1.2 Der Habitus als zentrale erklärende Variable
Das kulturtheoretische Konzept Bourdieus umfasst verschiedene Theoriekomponenten wie die Habitus-, Feld-, Kapital- sowie Klassentheorie. Diese stehen in einem relationalen Zusammenhang und müssen daher immer relational betrachtet werden. Der Übersicht halber werden diese einzelnen Komponenten der Reihe nach behandelt, wobei sich eine Vermischung an einzelnen Stellen nicht immer vermeiden lässt.
Zentral für Bourdieu ist der Habitus. Er soll erklären wie die soziale Praxis erzeugt wird bzw. zustande kommt. Im Habitus verfestigen sich unbewusste, nicht rationale Orientierungen wie Geschmack, Neigungen und Grundüberzeugungen. Bourdieu beschränkt die Wirksamkeit des Habitus ausschließlich auf das Unbewusste. Sobald Handlungsorientierungen und Strategien bewusst und absichtsvoll ablaufen, ist dieser nicht mehr erklärungskräftig.
Der Habitus wird durch die soziale Herkunft und den weiteren Werdegang bestimmt. Er entwickelt sich in der frühkindlichen Sozialisation, ist dadurch also im Besonderen geprägt. Einen verstärkenden Faktor hat dabei das pädagogische Handeln. Es reproduziert in besonderem Maße die gesellschaftlichen Macht- und Herrschaftsstrukturen. Weiterhin fließen die gesellschaftlichen Bedingungen und damit verschiedene Gruppenzugehörigkeiten, zum Beispiel nach Alter, Geschlecht oder sozialer Schicht, mit in den Habitus ein. Der Habitus ist trotz seiner frühkindlichen Prägung nicht vollständig von ihr determiniert. Er kann sich durch Veränderungen, z. B. in der Bildung oder der gesellschaftlichen Klasse, durchaus wandeln. Dieser Wandel findet jedoch nicht kurzfristig statt, sondern erfolgt zeitverzögert als Reaktion auf diese Veränderungen in der Gesellschaft bzw. der eigenen sozialen Lage. Denn Bourdieu nimmt eine gewisse Stabilität des Habitus an, die er als Hysteresis-Effekt bezeichnet.
1 Bourdieu: „Die feinen Unterschiede“: Darstellung der theoretischen Konzepte Bourdieus, insbesondere Habitus, Geschmack und soziales Kapital, als Grundlage für die soziologische Analyse.
2 Das Thema Ernährung in den Sozial- und Kulturwissenschaften: Theoretische Einordnung der Ernährung als sozial geregeltes und kulturell geprägtes Phänomen jenseits rein biologischer Funktionen.
3 Der Zusammenhang von Ernährungsverhalten und sozioökonomischen Determinanten: Analyse der Einflüsse von Alter, Geschlecht und sozialer Schicht auf das Ernährungsverhalten unter Anwendung des Habitus-Begriffs.
4 Empirische Erhebungen zum Zusammenhang von Ernährungsverhalten und sozioökonomischen Determinanten: Sekundäranalyse verschiedener empirischer Studien im Vergleich zu den Ergebnissen von Bourdieu.
5 Fazit und Ausblick: Kritische Zusammenfassung der Arbeit und Beantwortung der Frage nach der aktuellen Relevanz des Bourdieuschen Ansatzes.
Bourdieu, Habitus, Ernährungsverhalten, soziale Klasse, Distinktion, Geschmack, sozioökonomische Determinanten, Kapital, Sozialisation, Lebensstil, Ernährung, Soziologie, Klassenkörper, Notwendigkeitsgeschmack, Luxusgeschmack
Die Arbeit untersucht, ob Pierre Bourdieus kulturtheoretische Gesellschaftstheorie dazu geeignet ist, die Zusammenhänge zwischen Ernährungsverhalten und sozioökonomischen Faktoren wie Alter, Geschlecht und sozialer Herkunft heute noch zu erklären.
Die Arbeit thematisiert die Soziologie des Essens, die Konstruktion von Geschlecht beim Essen, die Bedeutung des sozialen Raums und die empirische Überprüfbarkeit der Theorie Bourdieus.
Das primäre Ziel ist es, die Erklärungskraft von Bourdieus „feinen Unterschieden“ für das heutige Ernährungsverhalten zu prüfen und zu bewerten, ob das Modell trotz gesellschaftlicher Veränderungen relevant bleibt.
Die Autorin nutzt eine theoretische Aufarbeitung des Werkes von Bourdieu kombiniert mit einer sekundäranalytischen Auswertung verschiedener empirischer Studien zu diesem Forschungsbereich.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen (Habitus, Kapital, Geschmack) erläutert, gefolgt von einer detaillierten Analyse des Einflusses von Alter, Geschlecht und sozialer Schicht auf das Ernährungsverhalten.
Wichtige Begriffe sind Bourdieu, Habitus, Distinktion, soziale Klasse, Geschmack, Ernährungsverhalten, Lebensstil und sozioökonomische Determinanten.
Bourdieu unterscheidet zwischen dem Notwendigkeitsgeschmack, der bei unteren Klassen dominiert, und dem Luxusgeschmack, der eher in der Oberklasse zu finden ist, und nutzt diese zur sozialen Distinktion.
Kritiker führen an, dass das Modell zu statisch sei, soziale Mobilität unzureichend berücksichtige und durch die heutige Pluralisierung der Lebensstile an Erklärungskraft verloren haben könnte.
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