Masterarbeit, 2024
52 Seiten
1. Einleitung
1.1 Themenauswahl
1.2 Aufbau
1.3 Methodologie
1.4 Forschungsstand
1.5 Problemstellung
1.6 Zielsetzung
2. Karl Jaspers Grenzsituationen der Existenzphilosophie im Roman
2.1 Leid: Samuels Krankheit
2.2 Kampf: Samuels Kampf gegen das Schicksal
2.3 Schuld: Fridas Dilemma und Schuldgefühl
2.4 Tod: Samuels Hingabe
3. Bewältigung der Grenzsituationen im Roman
3.1 Freundschaft als Wiederherstellung
3.1.1 Tobi im Krankenhaus
3.1.2 Frida zu Hause
3.1.3 Im freien Raum: Emily, Charlie, Mahmut und die Hänger-Gang
3.2 Verzweiflung und der freie Raum
3.2.1 Pfadfinder
3.2.2 Bergsteigen
3.3 Humor als Verschleierung
4. Schlußfolgerung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung und Bewältigung von Grenzsituationen (nach Karl Jaspers) in Anne Grögers Kinderroman "Hey, ich bin der kleine Tod, … aber du kannst auch Frida zu mir sagen". Das zentrale Ziel ist es zu analysieren, wie Kinderliteratur durch die Thematisierung von Tod und Sterben einen Raum zur Normalisierung und existenziellen Reflexion dieser schwierigen Themen schafft und welche psychologischen sowie räumlichen Bewältigungsstrategien der Protagonist Samuel dabei entwickelt.
Die Bedeutung der Grenzsituationen in Anne Grögers Hey, ich bin der kleine Tod
Das Leben ist in sich selbst ein Ereignis voller Ungewissheit. Der Mensch befindet sich stets in entscheidenden Situationen. In Situationen, die nicht zu entziehen sind, die nicht zu entkommen sind, die das Leben wie eine Schlange umringen und verhindern. Diese Situationen, aus denen der Mensch nicht hinaus kann, bezeichnet Jaspers als Grenzsituationen.
Aber es gibt Situationen, die in ihrem Wesen bleiben, auch wenn ihre augenblickliche Erscheinung anders wird und ihre überwältigende Macht sich in Schleier hüllt: ich muß sterben, ich muß leiden, ich muß kämpfen, ich bin dem Zufall unterworfen, ich verstricke mich unausweichlich in Schuld« Diese Grundsituationen unseres Daseins nennen wir Grenzsituationen. Das heißt, es sind Situationen, über die wir nicht hinaus können, die wir nicht ändern können. Das Bewußtwerden dieser Grenzsituationen ist nach dem Staunen und dem Zweifel der tiefere Ursprung der Philosophie.
Somit erläutert Karl Jaspers die Grenzsituationen des menschlichen Lebens und diese sind nämlich Leiden, Kampf, Tod und Schuld. Alle vier Situationen sind unausweichlich. Sie lassen sich nicht vorausahnen. Der Mensch ist ständig diesen Situationen ausgesetzt und kann diesen nicht entgehen. Sobald er versucht, eine Situation zu bewältigen, befindet er sich schon in der nächsten. Die Bewältigung dieser Grenzsituationen kann dreifach stattfinden, also durch Wiederherstellung, durch Verzweiflung und anschließend durch Verschleierung. Der Mensch kann bei Grenzsituationen erschüttert bleiben, oder sie in die Hand nehmen und bewältigen. Diese Entscheidung liegt bei dem Menschen, um Jaspers zu zitieren: „Der Mensch ist das, was er aus sich macht.“
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das gesellschaftliche Tabu des Todes in der Kinderliteratur ein und begründet die Forschungsfrage mittels Karl Jaspers’ Grenzsituationen und Raumtheorie.
2. Karl Jaspers Grenzsituationen der Existenzphilosophie im Roman: Dieses Kapitel verknüpft Jaspers’ vier Grenzsituationen – Leiden, Kampf, Schuld und Tod – direkt mit den Erfahrungen und inneren Konflikten des Protagonisten Samuel.
3. Bewältigung der Grenzsituationen im Roman: Hier werden die konkreten Bewältigungsstrategien wie Freundschaft, "freier Raum" sowie Humor untersucht, wobei die raumtheoretischen Aspekte Topophilie und Topophobie zentral stehen.
4. Schlußfolgerung: Die Schlussfolgerung bestätigt die Hypothese, dass Kinderliteratur erfolgreich einen Raum für die Auseinandersetzung mit dem Tod bietet und zur Enttabuisierung des Themas beiträgt.
Grenzsituationen, Karl Jaspers, Kinderliteratur, Tod, Sterben, Existenzphilosophie, Bewältigungsstrategien, Raumtheorie, Topophilie, Topophobie, Freudschaft, Samuel, Frida, Leid, Schuld
Die Arbeit analysiert, wie Kinderliteratur existenzielle Grenzsituationen wie den Tod thematisiert, um diese für junge Leser fassbar und verständlich zu machen.
Die Arbeit fokussiert auf philosophische Grenzsituationen, die psychologische Verarbeitung von schwerer Krankheit, die Rolle von Räumen (Krankenhaus vs. Außenwelt) und die Bedeutung von sozialer Unterstützung durch Freundschaften.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie der Protagonist Samuel durch die Interaktion mit dem "kleinen Tod" (Frida) und anderen Freunden seine Ängste überwindet und einen konstruktiven Umgang mit seinem Schicksal findet.
Es wird ein existenzphilosophischer Ansatz nach Karl Jaspers verwendet, kombiniert mit der raumtheoretischen Perspektive des "Spatial Turn" (Topophilie/Topophobie).
Nach einer theoretischen Einführung werden die einzelnen Grenzsituationen (Leid, Kampf, Schuld, Tod) am Beispiel des Romans analysiert und die Bewältigungsstrategien in unterschiedlichen räumlichen Kontexten detailliert untersucht.
Die wichtigsten Begriffe sind Grenzsituationen, Existenzphilosophie, Tod, Bewältigungsmechanismen, Raumtheorie und Kinderliteratur.
Frida verkörpert den "kleinen Tod" und dient als Personifizierung des Todes, die selbst eine Entwicklung durchläuft, indem sie menschliche Erfahrungen sammelt und zu einer engen Freundin Samuels wird.
Das Bergsteigen ist der ultimative Akt der Bewältigung, der Samuels Überwindung der Angst vor dem Scheitern und seinen Willen zum Leben symbolisiert.
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