Masterarbeit, 2009
91 Seiten, Note: 5.5
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
1. EINLEITUNG
1.1 AUSGANGSÜBERLEGUNGEN
1.2 GEGENSTAND DER ARBEIT
1.3 FRAGESTELLUNG & GLIEDERUNG
2. BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
2.1 NATION & STAAT
2.2 NATION & ETHNIE
2.3 INDIVIDUUM & KOLLEKTIV
2.4 NATIONALISMUS & LIBERALISMUS
2.4.1 Ethischer Partikularismus & Universalismus
3. DAS PRINZIP DER NATIONALITÄT (PdN) NACH DAVID MILLER
3.1 PRINZIP DER NATIONALITÄT
3.2 NATIONALE IDENTITÄT
3.3 NATIONEN ALS ETHISCHE GEMEINSCHAFTEN
3.4 POLITISCHE SELBST-BESTIMMUNG
3.5 KULTURELLER PLURALISMUS
3.6 ZUSAMMENFASSUNG
4. LIBERALER NATIONALISMUS (LN) NACH YAEL TAMIR
4.1 PERSÖNLICHE IDENTITÄT
4.2 NATIONALITÄT & KULTUR
4.3 NATIONALE SELBST-BESTIMMUNG
4.4 LIBERALER NATIONALISMUS
4.5 PRAKTISCHE IMPLIKATIONEN
5. ZUSAMMENFASSUNG UND WEITERFÜHRENDE GEDANKEN
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Argumente für einen liberalen Nationalismus aus der Perspektive nationalistischer Theoretiker wie David Miller und liberaler Denker wie Yael Tamir zu rekonstruieren und zu verteidigen. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie nationale Identität und die Nation als ethische Gemeinschaft mit liberalen Werten wie individueller Freiheit und Selbstbestimmung in Einklang gebracht werden können.
3.2 NATIONALE IDENTITÄT
Ich werde in diesem Abschnitt die subjektive Position des PdN genauer unter die Lupe nehmen und kritisch analysieren, was es überhaupt bedeutet eine nationale Identität zu besitzen und inwiefern es möglich ist, eine solche Identität rational zu begründen. Das verschwommene Verhältnis zwischen Nation und Staat, sowie zwischen Nation und Ethnie, habe ich bereits unter Abschnitt 2.1 und Abschnitt 2.2 genauer beleuchtet, um allfälligen Missverständnissen vorzubeugen, denn die nationale Identität muss von Staatszugehörigkeit oder ethnischer Herkunft getrennt werden. Auch werde ich nachfolgend auf die einzelnen Elemente eingehen, die eine nationale Identität ausmachen und sich dadurch von anderen Formen der Identität unterscheiden. Es gibt nach Miller mindestens fünf konstitutive Aspekte der nationalen Identität, durch die sie sich von anderen Identitäten abhebt:
1. Nationale Identität entsteht durch Glauben
Nationale Gemeinschaften basieren auf einem gemeinsamen Glauben, d.h. Nationalität existiert nur dann, wenn ihre Mitglieder daran glauben, dass sie existiert: „A nation is [...] a daily plebiscite (Renan – 1939); its existence depends on a shared belief that its members belong together, and a shared wish to continue their life in common. [...] I imply that those whom I include as my co-nationals share my beliefs and reciprocate my commitments. [...] These possibilities stem directly from the fact that nations are not aggregates of people distinguished by their physical or cultural traits, but communities whose very existence depends upon mutual recognition.“
1. EINLEITUNG: Darstellung der Problemstellung bezüglich der Spannung zwischen Nationenbegriff und Globalisierung sowie die Zielsetzung der Arbeit.
2. BEGRIFFSBESTIMMUNGEN: Definition grundlegender Begriffe wie Nation, Staat, Ethnie, Individuum und Kollektiv, um eine Basis für die weitere Analyse zu schaffen.
3. DAS PRINZIP DER NATIONALITÄT (PdN) NACH DAVID MILLER: Vorstellung und Analyse von Millers nationalistischem Ansatz, basierend auf subjektiven, ethischen und politischen Positionen.
4. LIBERALER NATIONALISMUS (LN) NACH YAEL TAMIR: Verbindung von nationalistischen und liberalen Elementen zur Entwicklung einer Theorie des liberalen Nationalismus.
5. ZUSAMMENFASSUNG UND WEITERFÜHRENDE GEDANKEN: Synthese der Ergebnisse und Reflexion über die Anwendbarkeit liberal-nationalistischer Prinzipien in der modernen Welt.
Nationalismus, Liberalismus, nationale Identität, ethische Gemeinschaft, politische Selbstbestimmung, kultureller Pluralismus, Solidarität, kontextuelles Individuum, Pflichtenethik, Partikularismus, Universalismus, Staatsbürgerschaft, Minderheitenschutz, soziale Gerechtigkeit, globale Gerechtigkeit.
Die Arbeit untersucht die Möglichkeit, nationalistische Überlegungen mit liberalen Prinzipien zu vereinen, um ein stimmiges Modell der gesellschaftlichen Identität zu finden.
Im Fokus stehen das Verhältnis von Nation und Staat, die Bedeutung nationaler Identität für das Individuum sowie die moralische Rechtfertigung von Pflichten innerhalb nationaler Gemeinschaften.
Das Ziel ist die Verteidigung und theoretische Rekonstruktion eines liberalen Nationalismus, der sowohl Millers Prinzip der Nationalität als auch Tamirs liberale Perspektiven integriert.
Der Autor nutzt eine theoretisch-analytische Methode, um die Konzepte von David Miller und Yael Tamir zu vergleichen, zu hinterfragen und in einer Synthese zusammenzuführen.
Der Hauptteil analysiert Millers „Prinzip der Nationalität“ und Tamirs „Liberalen Nationalismus“, insbesondere im Hinblick auf die moralische Bedeutung von Zugehörigkeit und den Umgang mit kulturellem Pluralismus.
Zu den prägenden Begriffen zählen „kontextuelles Individuum“, „ethische Gemeinschaft“, „Selbstbestimmung“ und die Spannung zwischen universellen Menschenrechten und partikularen nationalen Pflichten.
Miller argumentiert, dass Nationen als Solidargemeinschaften fungieren, die es Menschen ermöglichen, über ihre bloße individuelle Existenz hinaus gemeinsame Ziele und Pflichten wahrzunehmen.
Tamir differenziert zwischen der persönlichen Autonomie des Einzelnen (Regulierung) und dem kollektiven Prozess der nationalen Identitätsbildung und Partizipation (Selbstbestimmung).
Ja, das Modell sieht Minderheitenschutz und eine gerechte politische Repräsentation vor, lehnt jedoch eine Fragmentierung des Staates entlang radikaler multikultureller Identitäten ab, sofern ein gemeinsames Verständnis von Nationalität existiert.
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