Magisterarbeit, 2007
96 Seiten, Note: gut
1. Einleitung
2. Geisteswissenschaftliche Pädagogik
2.1 Allgemeines
2.1.1 Dilthey
2.1.2 Historischer Kontext
2.1.3 Reformpädagogik
2.2 Vertreter geisteswissenschaftlicher Pädagogik
2.2.1 Spranger
2.2.2 Litt
2.2.3 Nohl
2.3 Charakteristika/ zentrale Themen
2.3.1 pädagogisches Verhältnis
2.3.2 Geschichtlichkeit
2.3.3 Relative Autonomie
2.3.4 Methoden
2.4 Geisteswissenschaftliche Pädagogik ab 1945
2.5 Systematischer Beziehungs- und Sachzusammenhang
2.6 Kritik
3. Kritische Theorie/ Kritische Erziehungswissenschaft
3.1 Das Institut
3.2 Vertreter
3.2.1 Horkheimer
3.2.2 Adorno
3.2.3 Habermas
3.3 Charakteristika/ zentrale Themen
3.3 Theoretische Tradition
3.3.1 Geschichtlichkeit
3.3.2 Moral
3.3.4 Methoden
3.4 Kritische Erziehungswissenschaft
3.5 Systematischer Beziehungs- und Sachzusammenhang
3.6 Kritik
4. Bildung und Kultur
4.1 geisteswissenschaftliche Pädagogik
4.1.1 Kultur
4.1.2 Bildung
4.2 kritische Erziehungswissenschaft
4.2.1 Kultur
4.2.2 Bildung
5. Diskussion
6. Fazit
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die geistesgeschichtlichen Begründungszusammenhänge der Geisteswissenschaftlichen Pädagogik und der Pädagogik der Kritischen Theorie systematisch zu erarbeiten und eine fundierte Auseinandersetzung mit den zentralen Begriffen Kultur und Bildung zu ermöglichen, um deren Beiträge für das gegenwärtige pädagogische Problemfeld fruchtbar zu machen.
2.1.1 Dilthey
Der Berliner Philosoph Wilhelm Dilthey (1833 – 1911) konzipierte als Pendant zur (deterministischen) Naturwissenschaft eine Theorie der Geisteswissenschaft, die er selbst als „Lebensphilosophie“ bezeichnete. Der Einfluss seiner Einteilung der Wissenschaftskategorien in Prinzipien-, Geistes- und Naturwissenschaft reicht bis in die Gegenwart. Seine Publikationen erschienen vorwiegend posthum – die Werkausgabe erscheint seit 1914. Sie gliedert sich unter funktionalen Gesichtspunkten in fünf Arbeitsbereiche.
Der zentrale Aspekt der Diltheyschen Lebensphilosophie bezieht sich auf die menschliche Lebenspraxis und –erfahrung, die via reflexiver Prozesse hinsichtlich ihrer kulturellen und gesellschaftlichen Einflüssen in ihrem Gesamtzusammenhang erfasst und verstanden werden soll. Insofern erlangen alle Varianten kulturhistorischer Lebensäußerungen im Lebensprozess des Individuums Bedeutung, da diese sowohl dem menschlichen Leben entspringen, als auch auf dieses zurückwirken. Der Mensch ist für Dilthey eingebunden in ein Sein, dessen spezifisch sich ergebende Fragen via innerweltlicher Argumente und Begründungen (- i. S. einer un-metaphysischen, säkularen Philosophie -) zu beantworten möglich sind. (Ohne, dass Dilthey per se eine göttliche Existenz negiert – er klammert jedoch metaphysische Voraussetzungen für kulturelles und geschichtliches Sein kategorisch aus.) Er weist der Seele des Menschen eine „innere Zweckmäßigkeit“ zu.
2. Geisteswissenschaftliche Pädagogik: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung der Geisteswissenschaftlichen Pädagogik durch Wilhelm Dilthey und analysiert zentrale Vertreter sowie methodische Charakteristika und Themenfelder.
3. Kritische Theorie/ Kritische Erziehungswissenschaft: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Frankfurter Schule dargestellt und ihr Einfluss auf die erziehungswissenschaftliche Praxis sowie das emanzipatorische Erkenntnisinteresse reflektiert.
4. Bildung und Kultur: Dieses Kapitel vergleicht die Begriffsverständnisse von Bildung und Kultur sowohl aus Sicht der geisteswissenschaftlichen Pädagogik als auch der kritischen Erziehungswissenschaft.
5. Diskussion: Die Diskussion reflektiert aktuelle Herausforderungen der Erziehungswissenschaft angesichts einer ökonomisch geprägten Außenwelt und plädiert für eine Bedeutungserweiterung der Begriffe Bildung und Kultur.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, pädagogische Verantwortung in einer komplexen sozialen Umwelt durch die Rückbesinnung auf Mündigkeit und das Erzieher-Zögling-Verhältnis wahrzunehmen.
Geisteswissenschaftliche Pädagogik, Kritische Theorie, Bildung, Kultur, Erziehungswissenschaft, Mündigkeit, Autonomie, Hermeneutik, Historizität, Sozialisation, Pädagogischer Bezug, Kritische Erziehungswissenschaft, Subjektorientierung, Gesellschaftskritik, Didaktik.
Die Arbeit untersucht vergleichend die historisch-systematischen Begründungszusammenhänge der Geisteswissenschaftlichen Pädagogik und der Pädagogik der Kritischen Theorie.
Im Fokus stehen der Bildungsbegriff, der Kulturbegriff, das pädagogische Verhältnis sowie die Bedeutung von Mündigkeit und Autonomie in Erziehungsprozessen.
Das Ziel ist die Erhellung des pädagogischen Problemfeldes durch die systematische Aufarbeitung der Grundkonzeptionen beider Traditionslinien und deren Anwendung auf gegenwärtige Erziehungsfragen.
Die Untersuchung nutzt vorwiegend historisch-systematische und hermeneutische Analyseverfahren, um die pädagogischen Theorien in ihren jeweiligen Entstehungs- und Wirkungskontexten zu verstehen.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Vertreter (u.a. Dilthey, Spranger, Nohl, Adorno, Habermas), die zentralen Charakteristika der jeweiligen Strömungen und deren Konzepte von Bildung und Kultur.
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Geisteswissenschaftliche Pädagogik, Kritische Theorie, Bildung, Kultur, Mündigkeit, Autonomie und Hermeneutik.
Während die Geisteswissenschaftliche Pädagogik stark auf die Integration in den objektiven Geist und die Ganzheit der Person abzielt, betont die Kritische Erziehungswissenschaft die emanzipatorische Befreiung von Herrschaftsverhältnissen durch kritische Reflexion.
Der Begriff beschreibt bei Vertretern wie Weniger den pädagogischen Prozess, in dem Erzieher zukünftige Entwicklungsmöglichkeiten des Zöglings proaktiv mitgestalten, um dessen Selbstentfaltung im kulturellen Kontext zu fördern.
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