Masterarbeit, 2022
75 Seiten, Note: 1,7
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
1 Einleitung
2 Eine theoretische Einbettung der Untersuchungsgenstände
2.1 Die Graphic Novel
2.2 Erzähltheoretische Grundlagen
2.3 Der schmale Grat zwischen Fakt und Fiktion
2.3.1 Kriminalcomics
2.3.2 True Crime
2.3.3 Verwandte Genres
3 Raumanalyse
3.1 Raum im Comic: Der diegetische Raum
3.1.1 Photographie in Torso und Green River Killer
3.1.2 Mörder in der Großstadt: Der urbane Raum
3.1.2.1 Cleveland: Der Verbrechensschauplatz in Torso
3.1.2.2 Seattle: Der Crimespot in Green River Killer
3.1.3 Der Nicht-Dargestellte Raum
3.2 Raum im Comic: Der extradiegetische Raum
3.2.1 Torso und der Film Noir
3.2.2 Die konventionelle Graphic Novel Green River Killer
3.2.3 Der Paratext
3.3 Autorschaft
Fazit
Diese Masterarbeit untersucht, wie der urbane Raum als Schauplatz von Verbrechen in den Graphic Novels „Torso“ von Brian Bendis und Marc Andreyko sowie „Green River Killer“ von Jeff Jensen und Jonathan Case dargestellt wird und welche Rolle er für die erzähltheoretische Konstruktion sowie die Authentifizierungsstrategien spielt.
3.1.1 Funktion der Photographie in Torso und Green River Killer
Wie im Paratext der Graphic Novel Torso angegeben, haben sich Brian Michael Bendis und Marc Andreyko bei der Recherche ihrer Geschichte Materialien der historischen Datensammlung der Cleveland Public Libary sowie des Cleveland Plain Dealers bedient: „We have literally hundreds of images and articles at our dispensal. For this collection we have picked the items that stayed with us throughout the making of this book“ (Bendis / Andreyko 265). Diese Medienauswahl dient den beiden der Informationsgewinnung, denn schließlich sind Autor und Zeichner selbst keine Zeitzeugen. So ist sie etwa nötig, um zeittypische Details wie Kleidung, Frisuren und die Sprache der handelnden Figuren anzupassen. Außerdem setzten sie die Quellen auch im Sinne ihres Genres ein, um ein möglichst realistisches und authentisches Stadtbild von Cleveland zu schaffen und so die Beweiskraft ihrer Geschichte und Recherche zu untermauern.
Die Adaption von Photographien erfolgt auf zweierlei Weise: Erstens als graphische beziehungsweise stilistische Nachahmung. Das bedeutet, dass der Comic ein photographisches Erscheinungsbild mittels naturalistischer Darstellungen imitiert. Zweitens als reine, unbearbeitete Übertragung in den Comic. Zuletzt arbeitet die Graphic Novel besonders häufig mit der Verquickung von Photographie und Comiczeichnung (beispielhaft hierfür sind folgende Seiten: Bendis / Andreyko 7, 16f, 25f, 41f, u.v.m.). Das funktioniert deshalb so gut, da es sich beim Comic und der Photographie um visuelle Medien handelt und sie sich somit nicht wesentlich in ihrer medialen Beschaffenheit unterscheiden. Aus diesem Grund bricht der Einsatz von Photographie auch nicht mit den „Wahrnehmungsgewohnheiten des Comic-Lesers“.127 Trotzdem bringt die Photographie selbst eine spezifische Räumlichkeit mit, die mit der konkreten räumlichen Ausgestaltung des Comics in Dialog tritt. Die Nachahmung des photographischen Stils wäre nach
1 Einleitung: Die Einleitung etabliert die Verbindung zwischen Kriminalgeschichte und urbanem Raum und formuliert die Leitfragen zur Rolle der Großstadt in den untersuchten Werken.
2 Eine theoretische Einbettung der Untersuchungsgenstände: Dieses Kapitel verortet die Graphic Novels erzähltheoretisch und klärt mediale sowie gattungsspezifische Definitionen innerhalb der Comicwissenschaft.
3 Raumanalyse: Den Kern der Arbeit bildet die Untersuchung der diegetischen und extradiegetischen Raumnutzung, unterteilt in die visuelle Umsetzung, die funktionale Bedeutung der Stadt sowie mediale Einflussfaktoren.
Fazit: Das Fazit fasst die unterschiedliche Ausrichtung der beiden Werke zusammen und vergleicht die variierenden Authentifizierungsstrategien im Umgang mit dem Handlungsraum.
Graphic Novel, True Crime, Kriminalcomic, Raumanalyse, Urbanität, Authentizität, Fakt und Fiktion, Erzähltheorie, Cleveland, Seattle, Eliot Ness, Green River Killer, Torso, Medialität, Autorschaft
Die Arbeit analysiert, wie der urbane Raum in den True Crime Graphic Novels „Torso“ und „Green River Killer“ dargestellt wird und welche Funktion er innerhalb der Narration und für die Authentizitätsstiftung übernimmt.
Die zentralen Themen umfassen die mediale Raumdarstellung im Comic, die Authentisierungsstrategien des True-Crime-Genres, das Wechselspiel von Fakten und Fiktion sowie Ansätze der intermedialen Erzähltheorie.
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie das Medium Comic durch spezifische Raumdarstellungen und Authentizitätstechniken auf historische Ereignisse reagiert und den Rezipienten die Realität menschlicher Abgründe näherbringt.
Die Arbeit nutzt einen erzähltheoretischen Ansatz, ergänzt durch medienhistorische und sozialgeschichtliche Aspekte, um die Form und Funktion von Comic-Räumen systematisch zu erfassen.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Analyse des diegetischen und extradiegetischen Raums, inklusive des Einsatzes von Fotografie und der städtischen Topografie als Medium zur Bedeutungskonstruktion.
Zu den prägenden Begriffen zählen neben dem Genre „True Crime Graphic Novel“ vor allem „Raumanalyse“, „Authentizität“, „Diegese“ und medienübergreifende Ansätze wie die „Intermedialität“.
Während „Torso“ Cleveland als aktives Epizentrum und korrupten Tatort inszeniert, bleibt der urbane Raum in „Green River Killer“ eher in den Hintergrund gerückt und dient primär als unübersichtlicher Rahmen für die Ermittlung.
Der Appendix und paratextuelle Elemente wie Fotografien oder Zeitungsausschnitte dienen in beiden Werken als Authentisierungsstrategien, die den dokumentarischen Charakter der Geschichten unterstreichen sollen.
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