Bachelorarbeit, 2024
58 Seiten, Note: 1.0
1 Einleitung
2 Theoretischer Rahmen
2.1 Staatsbegriff
2.2 Theorien des Staatszerfalls
3 Die Rolle der Tuareg bei der Schwächung des malischen Staates
3.1 Demographische und geographische Einordnung Malis
3.2 Koloniales Erbe und Marginalisierung
3.3 Rebellionen und Aufstände zwischen 1990 und 2006
3.3.1 Erste Phase der zweiten Tuareg-Rebellion: Juni bis Dezember 1990
3.3.2 Zweite Phase der zweiten Tuareg-Rebellion: Januar 1991 bis Februar 1994
3.3.3 Dritte Phase der zweiten Tuareg-Rebellion: Februar bis Oktober 1994
3.3.4 Vierte Phase der zweiten Tuareg-Rebellion: Oktober 1994 bis März 1996
3.3.5 Die dritte Tuareg-Rebellion 2006
4 Fazit
5 Literaturverzeichnis
6 Anhang
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen des Staatszerfalls in Mali und analysiert dabei insbesondere den Einfluss der Tuareg-Bevölkerung auf die Schwächung staatlicher Strukturen. Im Zentrum der Forschungsfrage steht die Analyse, inwiefern die koloniale Vergangenheit sowie die ersten drei Tuareg-Rebellionen zur Entwicklung Malis zu einem fragilen Staat (weak state) beigetragen haben.
3.1 Demographische und geographische Einordnung Malis
Gegenwärtig zählt Mali mit 1.240.000 km² zum achtgrößten Land Afrikas (vgl. Hilali 2018: 448). Seit der Unabhängigkeit im Jahre 1960 ist die Bevölkerung von 5,35 Millionen auf 22,6 Millionen gestiegen. Sie disaggregiert sich in 23 verschiedene ethnische Gruppen, wobei die Tuareg mit 2% oder 300.000 Personen zu einer Minderheit gehören. Die Hälfte der Bevölkerung des malischen Staates ist unter fünfzehn Jahre alt (vgl. Tetzlaff 2023: 416). Lambach weist auf eine Korrelation zwischen Staatszerfall und einem hohen Anteil Jugendlicher an der Gesamtbevölkerung hin (vgl. Lambach 2016: 67).
Geographisch liegt Mali in der westlichen Sahelzone und bildet dort zusammen mit dem Niger dessen Zentrum (vgl. Heß / Lutz 2021: 15f.). Die Sahelzone ist wegen ihrer fluiden Grenzen zu den sieben Nachbarstaaten Malis instabil (vgl. Hilali 2018: 449). Insbesondere die Wüstengrenze zum Nachbarstaat Algerien gilt als unkontrollierbar. Im Vergleich zu den anderen Sahelstaaten hat Mali nur einen geringen arabischen Anteil an der Bevölkerung, der allerdings aufgrund seiner Tendenz, sich extremistischen Gruppen anzuschließen, eine hohe Bedeutung für die Politik hat (vgl. Heß 2021: 124). Die malischen Tuareg leben überwiegend im Norden des Landes, weit weg von den im südlichen Landesteil angesiedelten Ballungszentren (vgl. Erameh 2021: 10). Als wichtige Hochburg der Tuareg gilt die Stadt Kidal im Nord-Osten Malis, welche eine lange Geschichte ethnischer Spannungen aufweist (vgl. Hilali 2018: 449). Der periphere Norden ist durch seine Trockenheit besonders stark von Dürreperioden betroffen, auf dessen Relevanz im späteren Verlauf des Kapitels noch näher eingegangen wird (vgl. Krings 1995: 57).
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Phänomen fragiler Staatlichkeit ein, verortet Mali im „Fragile States Index“ und stellt die Forschungsfrage sowie die Hypothese zum Einfluss der Tuareg auf den Staatszerfall vor.
2 Theoretischer Rahmen: Dieses Kapitel erläutert die konzeptionellen Grundlagen des Staatsbegriffs nach Max Weber und vergleicht verschiedene Theorien zur Staatszerfallforschung, insbesondere von Ulrich Schneckener und Robert I. Rotberg.
3 Die Rolle der Tuareg bei der Schwächung des malischen Staates: Der Hauptteil analysiert die demographische und geographische Ausgangslage, das koloniale Erbe, die Marginalisierung der Tuareg sowie die verschiedenen Rebellionen und deren Auswirkungen auf die staatlichen Funktionen.
4 Fazit: Das Fazit beantwortet die Forschungsfrage und resümiert, dass Kolonialzeit und Regimeverhalten entscheidende Auslöser für die Entwicklung Malis zum schwachen Staat sind, wobei internationale Unterstützungsbemühungen die Stabilität nicht nachhaltig sichern konnten.
5 Literaturverzeichnis: Hier werden alle verwendeten Quellen und wissenschaftliche Fachliteratur aufgelistet, die für die Analyse herangezogen wurden.
6 Anhang: Der Anhang enthält ergänzende Abbildungen und tabellarische Darstellungen der Indikatoren zur Messung von Staatlichkeit, welche im Text referenziert werden.
Mali, Tuareg, Staatszerfall, fragile Staatlichkeit, Kolonialgeschichte, Rebellion, Marginalisierung, Sicherheitsfunktion, Wohlfahrtsfunktion, Legitimität, Sahelzone, Azawad, Staatlichkeit, Konfliktverlauf, Schwacher Staat
Die Arbeit untersucht die Gründe für den Staatszerfall in Mali und setzt diese in den Kontext der historisch gewachsenen Spannungen zwischen der Zentralregierung und der pastoral lebenden Bevölkerung der Tuareg.
Die zentralen Themen sind das koloniale Erbe, die Marginalisierung ethnischer Minderheiten, die Auswirkungen von Klimawandel und Dürreperioden auf pastorale Systeme sowie die Funktionsfähigkeit staatlicher Institutionen in Mali.
Die Forschungsfrage lautet: „Inwiefern haben die Kolonialisierung, sowie die ersten drei Tuareg-Rebellionen dazu beigetragen, dass aus Mali ein schwacher Staat wurde?“
Die Arbeit basiert auf einer rein theoretischen Untersuchung mittels einer methodischen Literaturrecherche, um die historischen und politischen Zusammenhänge aufzuarbeiten.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der demographischen und geographischen Einordnung, den historischen Hintergründen der Tuareg-Konflikte von der Kolonialzeit bis 2009 sowie der detaillierten Betrachtung spezifischer Rebellionen und deren Einfluss auf die Staatlichkeit.
Die wichtigsten Schlagworte sind Mali, Tuareg-Rebellionen, Staatszerfall, fragile Staatlichkeit, koloniales Erbe und politische Marginalisierung.
Laut Arbeit legte die künstliche Grenzziehung der Kolonialmacht Frankreich den Grundstein für ethnische Spaltungen und Konflikte, da sie gewachsene gesellschaftliche Strukturen ignorierte und im postkolonialen Staat unzureichende administrative Grundlagen hinterließ.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Friedensabkommen, wie das „Tamanrasset Agreement“ oder der „Pacte National“, aufgrund von mangelnder Einbindung aller Tuareg-Gruppen, Misstrauen und einer defizitären Umsetzung durch die malische Regierung größtenteils wirkungslos blieben.
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