Diplomarbeit, 2003
124 Seiten, Note: sehr gut
1. Einführung
1.1. Inhaltliche Kurzbeschreibung
1.2. Begriffsdefinition
Einsatz
Einsatzkraft
Auslandseinsatz
1.3. Entstehung meiner Arbeit
2. Belastungen und Bewältigungsstrategien
2.1. Stress
2.1.1. Stresstheorien
2.1.1.1. Selyes Theorie
2.1.1.2. Lazarus kognitives Modell
2.1.1.3. Stressoren
2.1.1.4. Bewertung von Stressoren
2.1.1.5. Stressursachen
2.1.1.6. Stressreaktionen
2.1.2. Arten von Stress
2.1.2.1. Normaler Stress
2.1.2.2. Kumulativer Stress
2.1.2.3. Burnout
2.1.2.4. Einsatzstress
2.1.2.5. Traumatischer Stress
2.1.3. Schutzmechanismen von Einsatzkräften
2.1.4. Traumaverarbeitung
2.1.4.1. Phasen der Traumaverarbeitung nach Horowitz (1997)
2.1.4.2. Kognitive Desorganisation durch Informationsüberlastung
2.1.4.3. Phasen der Traumaverarbeitung bei Einsatzkräften
2.2. Belastungen von Einsatzkräften
2.2.1. Belastungen im Einsatz
2.2.2. Belastungen im Auslandseinsatz
2.2.3. Belastungen im Flüchtlingslager
2.2.4. Sekundäre Traumatisierung bei Einsatzkräften
2.3. Bewältigungsstrategien (Copingstrategien)
2.3.1. Grundannahmen von Menschen
2.3.2. Grundannahmen von Einsatzkräften
2.3.3. Copingstrategien allgemein
2.3.4. Copingstrategien von Einsatzkräften
2.4. Akute Belastungsreaktion (ABR), akute Belastungsstörung (ABS) und Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
2.4.1. Definition von Trauma
2.4.2. Geschichte von PTBS
2.4.3. Historischer Rückblick auf die verschiedenen Klassifikationen der PTBS
2.4.4. Akute Belastungsreaktion
2.4.5. Akute Belastungsstörung
2.4.6. Posttraumatische Belastungsstörung
2.4.7. Prävalenz der PTBS
2.4.8. Prävention einer PTBS
2.4.8.1. Vor dem Einsatz
2.4.8.2. Während des Einsatzes
2.4.8.3. Nach dem Einsatz
3. SvE-Maßnahmen
3.1. Was ist SvE?
3.2. Ziele der SvE-Maßnahmen
3.3. Einzelgespräch (nach dem SAFE-R-Modell)
3.4. Einsatzbegleitendes Angebot (On Scene Support)
3.5. SvE-Einsatzabschluss (Demobilisation)
3.6. SvE-Kurzbesprechung (Defusing)
3.7. SvE-Nachbesprechung (Debriefing)
3.8. Nachfolge-Angebot
4. Fragestellung der vorliegenden Untersuchung
5. Untersuchungsmethodik
5.1. Interviewtechnik
5.1.1. Narratives Interview
5.1.2. Interviewleitfaden
5.2. Untersuchungsdurchführung
5.3. „Grounded Theory“
5.3.1. Ziel der Grouded Theory
5.3.2. Offenes Kodieren
5.3.3. Axiales Kodieren
5.3.4. Selektives Kodieren
6. Untersuchungsergebnisse
6.1. Ablauf des Auslandseinsatzes in Albanien
6.1.1. Einsatzablauf
6.1.2. Arbeitsbereiche
6.2. Beschreibung der Stichprobe
6.3. Ergebnisse der Interviews
6.3.1. Ergebnisse des offenen Kodierens (Kategorienliste)
6.3.1.1. Bedingungen
6.3.1.2. Kognitive Bewertung
6.3.1.3. Subjektives Erleben
6.3.1.4. Strategien
6.3.2. Ergebnisse des axialen Kodierens (Schlüsselkategorie)
6.3.2.1. Unterschiede zwischen Personen mit höherer bzw. geringerer Stressintensität
6.3.2.2. Gemeinsamkeiten aller interviewten Personen
Impfungen
6.3.2.3. Schlüsselkategorien
7. Zusammenfassung und Diskussion der Ergebnisse (selektives Kodieren und bilden von Kernkategorien)
Die Arbeit untersucht die spezifischen Belastungsfaktoren und die entsprechenden Bewältigungsstrategien von Einsatzkräften während und nach einem Auslandseinsatz. Ziel ist es, auf Basis narrativer Interviews mit fünf Hilfskräften des Auslandseinsatzes in Albanien (1999) Erkenntnisse zu gewinnen, um die Stressprävention und Nachsorgemaßnahmen für Einsatzorganisationen zu optimieren.
2.1. Stress
5. Juli 1999, früher Nachmittag. Nach einem arbeitsreichen, harten und hektischen Vormittag sind zwei Kollegen und ich von unserem Arbeitsplatz unterwegs zum Mittagessen. Ca. 70 Meter vor dem Speisezelt angekommen, sind plötzlich Schüsse aus unmittelbarer Nähe zu hören. Nicht zuordenbare Schreie begleiten den Schusswechsel. Aus allen Richtungen hören wir Zurufe: „Auf den Boden, schmeißt euch auf den Boden!“. Wir suchen nicht lange nach Deckung, werfen uns auf den Boden. Eine angespannte Stimmung ist zu vernehmen. Bundesheersoldaten laufen kreuz und quer, im Umkreis von 25 Metern hören wir laufend Munition in den Boden einschlagen. Bundesheersoldaten reichen uns Schutzwesten und Helme, welche wir sofort anziehen.
Wenige Minuten später ist wieder alles ruhig. Immer noch laufen Soldaten von einem Unterstand zum nächsten. Noch Stunden später tragen viele unserer Mitarbeiter ihre Schutzwesten und Helme – einige davon versuchen sogar mit dieser Schutzkleidung zu schlafen.
1. Einführung: Das Kapitel erläutert den humanitären Kontext von Auslandseinsätzen und stellt die Relevanz der Stressforschung für Einsatzkräfte sowie die methodische Herangehensweise dar.
2. Belastungen und Bewältigungsstrategien: Dieser theoretische Teil beleuchtet Stressmodelle, verschiedene Stressarten, Schutzmechanismen und die spezifischen Herausforderungen im Auslandseinsatz, inklusive PTBS-Prävention.
3. SvE-Maßnahmen: Hier werden die Konzepte zur Stressverarbeitung nach belastenden Einsätzen (SvE) wie Einzelgespräche, Defusing und Debriefing im Detail beschrieben.
4. Fragestellung der vorliegenden Untersuchung: Es wird die zentrale Forschungsfrage nach den spezifischen Belastungen und Bewältigungsstrategien im Auslandseinsatz formuliert.
5. Untersuchungsmethodik: Das Kapitel beschreibt den Einsatz des narrativen Interviews und die Analyse mittels der Grounded Theory.
6. Untersuchungsergebnisse: Basierend auf Interviews werden Bedingungen, kognitive Bewertungen und Strategien analysiert und die Ergebnisse der Fallbeispiele diskutiert.
7. Zusammenfassung und Diskussion der Ergebnisse (selektives Kodieren und bilden von Kernkategorien): Das Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Bedeutung von Vorbereitung, Nachbereitung und angemessener Unterbringung.
Auslandseinsatz, Stressbelastung, Bewältigungsstrategien, Coping, Stressverarbeitung nach belastenden Einsätzen, SvE, PTBS, Traumaverarbeitung, Gruppengespräche, Einsatzkraft, Stressprävention, Debriefing, Krisenintervention, psychische Gesundheit.
Die Diplomarbeit untersucht die psychischen Belastungen von Einsatzkräften, die bei humanitären Auslandseinsätzen tätig sind, und analysiert, wie diese mit dem Stress umgehen.
Die Arbeit behandelt Themen wie Stressmanagement, psychologische Schutzmechanismen, die Klassifizierung traumatischer Belastungsstörungen und die Wirksamkeit von SvE-Interventionsmaßnahmen.
Das Ziel ist es, basierend auf den Erfahrungen der befragten Helfer, Empfehlungen für adäquate Stressverarbeitungsmaßnahmen abzuleiten, um Einsatzkräfte nach Auslandseinsätzen bestmöglich zu unterstützen.
Der Autor verwendet eine qualitative Methodik, konkret das narrative Interview, kombiniert mit einer Analyse nach der Grounded Theory, um individuelle Erfahrungen systematisch auszuwerten.
Der Hauptteil deckt sowohl theoretische Grundlagen der Stresspsychologie als auch den konkreten Einsatzablauf im "Österreichcamp" in Albanien ab, wobei besonderer Wert auf die Auswertung der Probandeninterviews gelegt wird.
Wichtige Begriffe sind insbesondere die "Einsatzerfahrung", "Vorbereitung (Briefing)", "Nachbereitung (Debriefing)" und die "Güte des Lagers" als präventive Faktoren.
Die Ergebnisse zeigen, dass die materielle und soziale Ausstattung des Lagers eine zentrale Rolle für das Wohlbefinden spielt und als wesentlicher Faktor für die Stressprävention dient.
Der Autor kritisiert das in seinem Fall durchgeführte Nachsorge-Debriefing als mangelhaft und betont, dass für die Teilnehmer das Gefühl, ernst genommen zu werden, entscheidend für eine gelungene Verarbeitung ist.
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