Bachelorarbeit, 2023
72 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
2. Klimakrise und ihre sozialen Auswirkungen
2.1 Ursachen und Entwicklungen der Klimakrise
2.2 Biopsychosoziale Folgen der Klimakrise
2.3 Bedeutung der Sozialen Arbeit in der Klimakrise
3. Freie Träger der Sozialen Arbeit und ihre Rolle in der Klimakrise
3.1 Definition und Charakteristika freier Träger
3.2 Bedeutung freier Träger in der Klimakrise
3.3 Auswirkungen der Klimakrise auf freie Träger
3.3.1 Auswirkungen der Klimakrise auf die Klientel
3.3.2 Auswirkungen der Klimakrise auf Mitarbeitende
3.3.3 Auswirkungen der Klimakrise auf das Management
3.4 Veränderte Anforderungen an freie Träger als Folge der Klimakrise
4. Systemisches Management zur Begegnung der Klimakrise
4.1 Systemisches Management
4.1.1 Organisationsbegriff
4.1.2 Managementbegriff
4.1.3 Steuerungsbegriff
4.2 Chancen des systemischen Managements zur Eindämmung der Klimakrise
4.2.1 Fachliche Steuerung
4.2.2 Reflexion und Gestaltung der Außenbezüge
4.2.3 Betriebswirtschaftliche Steuerung
4.2.4 Mitarbeiter*innenbezogene Steuerung
4.2.5 Organisationsbezogene Steuerung
4.3 Grenzen des systemischen Managements bei der Eindämmung der Klimakrise
5. Fazit
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der Klimakrise auf freie Träger der Sozialen Arbeit und analysiert, inwieweit systemisches Management als Ansatz zur Bewältigung dieser komplexen Herausforderungen dienen kann. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, wie Organisationen ihre Strukturen und Steuerungsprozesse transformieren können, um ökologische und soziale Ziele nachhaltig zu vereinbaren.
3.3.3 Auswirkungen der Klimakrise auf das Management
Das folgende Unterkapitel soll darlegen, wie die vielfältigen Auswirkungen der Klimakrise den aktuellen Nachhaltigkeitsdiskurs im Sozialmanagement, aber auch in den Organisationen prägen. Darauf, dass der Bezugnahme auf Veröffentlichungen der Organisationen die Gefahr innewohnt, dass die Organisationen sich von ihrer „Schauseite“ (Kühl 2011, S. 136 ff.) präsentieren und potenziell Divergenzen zum tatsächlichen organisationalen Handeln bestehen, wurde bereits in der Einleitung (s. Kap. 1.) hingewiesen.
„Wenn die sozialen Probleme und deren Ursachen nachhaltig angegangen werden sollen, muss dies auch Konsequenzen für das Management sozialer Organisationen haben. Umwelt und Nachhaltigkeit müssen Themen Sozialer Arbeit werden.“ (Schneider 2017, S. 214)
Die Klimakrise findet im bisherigen Sozialmanagementdiskurs jedoch nicht ausreichende Berücksichtigung (vgl. Löhe/Aldendorff 2022, S. 29). Dabei sind die Auswirkungen der Klimakrise auf das Management von freien Trägern mannigfaltig. Es geht sowohl um die Prävention durch eine Sensibilisierung der Gesellschaft als auch einen Umgang mit den sozialen Folgen der Klimakrise (vgl. ebd., S. 19). Über diesen generellen Bezug zur Gesellschaft lassen sich in der Gemengelage der Interessen unterschiedliche Interessensvertreter*innen identifizieren: die Klientel, Ehrenamtliche, die Mitarbeitenden, die Spitzenverbände (sofern vorhanden), die (Lokal-)Politik, Spender*innen, Förderer wie Stiftungen, Kooperationspartner*innen und Netzwerkmitglieder und Lieferant*innen. Die Herausforderung für das Management ist es, dass es dabei die Auswirkungen auf alle jeweils relevanten Stakeholder im Blick haben muss. Zudem ist der Konkurrenzdruck gestiegen und kein Träger möchte ins Hintertreffen geraten. Es liegt zunächst aber im ureigenen Interesse des Managements, die Werte der eigenen Organisation zu leben, zu verteidigen und weiterzuverbreiten. Viele sozialwirtschaftliche Betriebe – insbesondere die der Freien Wohlfahrtspflege – sind wertegebunden ausgerichtet (vgl. Lembke 2017, S. 287). Das Selbstverständnis ist im Unterschied zu Unternehmen aus anderen Wirtschaftssektoren nicht primär auf Gewinnmaximierung, Wachstum oder Shareholder-Value ausgerichtet (vgl. ebd.). Im Fokus stehen stattdessen gesellschaftliche Wertziele (vgl. ebd.).
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz der Klimakrise für freie Träger der Sozialen Arbeit ein und legt den forschungstheoretischen Rahmen fest.
2. Klimakrise und ihre sozialen Auswirkungen: Dieses Kapitel erläutert die Ursachen des Klimawandels und analysiert dessen biopsychosoziale Folgen für Gesellschaft und Individuum.
3. Freie Träger der Sozialen Arbeit und ihre Rolle in der Klimakrise: Hier werden Merkmale freier Träger definiert und konkret untersucht, wie die Krise Klienten, Mitarbeitende und Leitungen beeinflusst.
4. Systemisches Management zur Begegnung der Klimakrise: Der Hauptteil analysiert, wie systemische Managementinstrumente genutzt werden können, um organisationale Anpassungsprozesse strategisch zu steuern.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Potenziale des systemischen Managements sowie den weiterhin bestehenden Forschungsbedarf.
Klimakrise, Soziale Arbeit, freie Träger, Sozialmanagement, systemisches Management, ökologische Transformation, Nachhaltigkeit, Klimagerechtigkeit, Sozialwirtschaft, Organisationskultur, Organisationsentwicklung, Gemeinwohl, soziale Gerechtigkeit, Klimaanpassung, professionelle Identität
Die Arbeit untersucht, wie freie Träger der Sozialen Arbeit auf die Klimakrise reagieren können und welche Rolle ein systemisches Management bei der sozial-ökologischen Transformation dieser Organisationen spielt.
Im Zentrum stehen primär die freien Träger der Freien Wohlfahrtspflege in Deutschland, einschließlich ihrer Einrichtungen, Mitarbeitenden und Leitungsebenen.
Die Hauptfragen sind, welche konkreten Auswirkungen die Klimakrise auf die freien Träger hat und inwiefern ein systemischer Managementansatz bei der Bewältigung dieser Herausforderungen unterstützen kann.
Die Arbeit stützt sich maßgeblich auf die Systemtheorie, um Organisationen als komplexe soziale Systeme zu verstehen und deren Anpassungsmechanismen vor dem Hintergrund der Klimakrise zu deuten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme zu den Auswirkungen der Klimakrise und eine detaillierte Auseinandersetzung mit fünf Steuerungsbereichen des Managements, von fachlicher Steuerung über Personalsteuerung bis hin zur Organisationskultur.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Klimagerechtigkeit, sozial-ökologische Transformation, systemisches Sozialmanagement, organisationale Resilienz und nachhaltige Organisationsführung charakterisiert.
Das Modell wird als theoretischer Bezugspunkt für das systemische Management beleuchtet, wobei kritisch hinterfragt wird, inwiefern es der Komplexität sozialer Einrichtungen und den spezifischen Anforderungen der Sozialen Arbeit gerecht wird.
Das Qualitätsmanagement wird nicht bloß als technisches Instrument, sondern als wesentliches Element der betrieblichen Krisenvorsorge gesehen, das bei korrekter Integration eine reflexive Anpassung der Leistungserbringung ermöglichen kann.
Soziale Dienstleistungen sind sogenannte Vertrauensgüter. Die Arbeit argumentiert, dass eine glaubwürdige, am Klimaschutz ausgerichtete Organisationshaltung notwendig ist, um das Vertrauen der Klientel und der Zivilgesellschaft in Zeiten des Wandels zu erhalten.
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