Masterarbeit, 2024
69 Seiten, Note: 2,7
1. Einführung
1.1. Aktuelle Zahlen und Fakten
1.2. Historische Betrachtung von Spielerwerten und Entwicklung zur heutigen Betrachtung
1.3. „Bosman-Urteil“
1.4. Problemstellung
2. Allgemeine rechtliche Grundlagen
2.1. Rechtsformen in der 1. Bundesliga
2.2. Buchführungspflicht
2.3. Handelsbilanz – „Vermögensgegenstand“
2.3.1. Sinn und Zweck der Handelsbilanz
2.3.2. Bilanzierungsfähigkeit in der Handelsbilanz
2.4. Steuerbilanz – „Wirtschaftsgut“
2.4.1. Sinn und Zweck der Steuerbilanz
2.4.2. Bilanzierungsfähigkeit in der Steuerbilanz
3. Bewertung
3.1. Bewertungsgrunsätze
3.2. Zugangsbewertung zu Anschaffungskosten
3.3. Abgrenzung Bewertung Spielerlaubnis
3.4. Folgebewertung
3.4.1. Planmäßige AfA
3.4.2. Außerplanmäßige AfA
4. Abgrenzung Nachwuchsspieler
4.1. Aktivierungsfähigkeit
4.2. Herstellung
4.3. Bewertung
4.4. Fazit zur Behandlung von Nachwuchsspielern in Bezug auf die steuer- und handelsrechtliche Bewertung
5. Umsatzsteuer und sonstige Geschäftsvorfälle
5.1. Unternehmereigenschaft der verschiedenen Parteien
5.1.1. Spieler
5.1.2. Vermittler
5.1.3. Vereine
5.2. Verschiedene Sachverhalte und deren Besteuerung
5.2.1. Spielertransfer
5.2.2. Leihtransfer
5.2.3. Spielervermittler
5.2.4. Vorsteuerabzug aus Rechnungen von Spielervermittlern
6. Einblick in die Realität - Entwicklung Anlagevermögen Mainz 05
7. Fazit
Diese Masterthesis analysiert die komplexe steuerliche und handelsrechtliche Behandlung von Spielerwerten im Profifußball, um die bilanziellen Auswirkungen von Transfers sowie die umsatzsteuerliche Problematik bei Spielervermittlungen zu durchleuchten.
1.3. „Bosman-Urteil“
Am 15. Dezember 1995 traf der Europäische Gerichtshof (EuGH) im sogenannten "Bosman-Urteil" (NJW 1996, 505, 510) die Entscheidung, dass bei einem Wechsel eines Fußballspielers zwischen zwei Vereinen nach Ablauf seines Arbeitsvertrags keine Transferentschädigung mehr gezahlt werden muss. Als Reaktion darauf begannen die Vereine langfristige Verträge abzuschließen, da Transferentschädigungen weiterhin fällig werden, wenn ein Spieler trotz bestehenden Vertrags den Verein wechselt.
Obwohl sich das Transfersystem der Fußball-Bundesliga infolge dieser bedeutsamen Veränderung stark wandelte, reagierte der zuständige Ligaverband nicht auf die durch das "Bosman-Urteil" ausgelöste Änderung in seiner Satzung. Die wachsende Kritik an der Rechtsauffassung des Bundesfinanzhofs führte zu einem erneuten Rechtsstreit zwischen einem Bundesligaverein und dem Finanzamt.
Trotz dieser Kritik bestätigte der Bundesfinanzhof in seinem Urteil vom 14. Dezember 2011 (I R 198/19, BStBl. II 2012, 238) seine bisherige Rechtsauffassung. Er erläuterte, dass die von Bundesliga-Vereinen gezahlten Ablösesummen für Spielertransfers als „Anschaffungskosten für das immaterielle Wirtschaftsgut der exklusiven Nutzungsrechte an den Spielern“ betrachtet werden müssen und über die Dauer des Vertrages abzuschreiben sind.
Heute ist die gängige Praxis, wie folgt:
In den Handels- und Steuerbilanzen der Bundesligavereine wird üblicherweise das Spielervermögen aktiviert. Trotz bestehender Zweifel wird die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs weiterhin angewendet, was auch auf die haftungsrechtlichen Risiken in der Rechtsberatung zurückzuführen ist.
Im Lizenzierungsverfahren der Deutschen Fußball Liga (DFL) müssen die Vereine eine Bilanz nach handelsrechtlichen Grundsätzen vorlegen. Gemäß Anhang VII zur Lizenzierungsordnung (LO), Punkt 5.1.1., müssen die einzeln auszuweisenden Bilanzpositionen angegeben werden, zu denen auch die Spielerwerte gehören. Infolgedessen ist ein deutlicher Anstieg der durchschnittlichen Bilanzsumme der Fußballunternehmen der 1. Bundesliga in den letzten Jahren festzustellen, der größtenteils auf die Änderungen in der Bilanzierungspraxis bezüglich der Aktivierung des Spielervermögens zurückzuführen ist.
1. Einführung: Diese Einleitung führt in die finanzielle Dimension des Profifußballs ein und legt das Ziel der Arbeit, die steuerliche und bilanzielle Behandlung von Spielern, dar.
2. Allgemeine rechtliche Grundlagen: Das Kapitel erläutert die verschiedenen Rechtsformen der Bundesliga-Vereine, die Buchführungspflichten sowie die Bilanzierungsvoraussetzungen eines „Vermögensgegenstandes“ und „Wirtschaftsguts“.
3. Bewertung: Hier werden die Grundsätze der Bewertung, die Ermittlung der Anschaffungskosten sowie die planmäßige und außerplanmäßige Abschreibung der Spielerlaubnis thematisiert.
4. Abgrenzung Nachwuchsspieler: Dieses Kapitel analysiert die Aktivierung selbst geschaffener Spielerwerte, insbesondere die Abgrenzung zwischen Forschungs- und Entwicklungsphase der Ausbildung.
5. Umsatzsteuer und sonstige Geschäftsvorfälle: Die Unternehmereigenschaft der Akteure wird geklärt und die umsatzsteuerliche Behandlung von Transfers, Leihen sowie die Problematik des Vorsteuerabzugs bei Spielervermittlern detailliert geprüft.
6. Einblick in die Realität - Entwicklung Anlagevermögen Mainz 05: Anhand einer fiktiven Buchungsdarstellung wird die Theorie der vorangegangenen Kapitel in die Praxis übertragen.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Bedeutung der korrekten Bilanzierung zusammen und betont den Bedarf an klareren Richtlinien für die umsatzsteuerliche Behandlung von Vermittlergeschäften.
Spielerwerte, Profifußball, Bilanzierung, Anschaffungskosten, Bundesliga, Nachwuchsspieler, Umsatzsteuer, Spielervermittler, Vorsteuerabzug, Handelsbilanz, Steuerbilanz, AfA, Vermittlungsprovision, Betriebsausgaben, Anlagevermögen.
Die Arbeit befasst sich mit der komplexen steuerlichen und handelsrechtlichen Einordnung und Bewertung von Spielern bzw. Spielerwerten in den Bilanzen von Profifußballvereinen der 1. und 2. Bundesliga.
Die zentralen Themen sind die Aktivierung von Spielerwerten nach Anlagevermögen, die Unterscheidung zwischen Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen bei der Ausbildung von Nachwuchsspielern sowie die umsatzsteuerliche Beurteilung von Spielertransfers, Leihen und der Tätigkeit von Spielervermittlern.
Das primäre Ziel ist es, die steuerwirksame und bilanzielle Behandlung von Spielerwerten darzustellen und aufzuzeigen, wie Vereine diese Werte rechtssicher ansetzen können, um Transparenz und Stabilität im Lizenzierungsverfahren zu fördern.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Analyse des Handels- und Steuerrechts, aktueller Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) und des EuGH, sowie auf einer praxisnahen Veranschaulichung durch ein fiktives Fallbeispiel eines Bundesliga-Vereins.
Der Hauptteil behandelt neben den abstrakten und konkreten Bilanzierungsbedingungen für Spielerwerte auch die Abgrenzung von Investitionen in Nachwuchszentren und die verschiedenen umsatzsteuerrelevanten Aspekte im Zusammenwirken von Vereinen, Spielern und Vermittlern.
Die wichtigsten Begriffe sind Spielerwerte, Bilanzierung, Anschaffungskosten, Umsatzsteuer, Spielervermittler, Vorsteuerabzug und Nachwuchsspieler.
Die DFL verlangt in der Lizenzierungsordnung (LO) eine präzise Angabe der Bilanzpositionen, wozu auch die Spielerwerte gehören, was in den letzten Jahren zu einem signifikanten Anstieg der Bilanzsummen im Profifußball geführt hat.
Die Unterscheidung ist entscheidend für die Frage der Aktivierung: Nur Ausgaben der Entwicklungsphase können bei gegebenem Nachweis der Erfolgsaussichten möglicherweise als Herstellungskosten aktiviert werden, während Forschungskosten im Nachwuchsbereich zwingend als Aufwand zu verbuchen sind.
Die steuerliche Problematik besteht vor allem im Vorsteuerabzug, da oft unklar ist, ob eine Leistung des Vermittlers tatsächlich an den Verein erbracht wurde oder ob die Zahlung als verdeckte Leistung an den Spieler zu werten ist, was die Vorsteuerabzugsberechtigung des Vereins gefährdet.
Dieses Kapitel dient der Veranschaulichung, wie buchhalterische Vorgänge bei Neuzugängen, Vertragsabschlüssen oder Wertminderungen einzelner Spieler einheitlich abgebildet werden, um die Theorie durch praktische Buchungssätze greifbar zu machen.
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