Forschungsarbeit, 2009
18 Seiten
Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
1 Einführung
2 Die Krise in der Schweiz
2.1 Die wichtigsten Eckdaten
3 Die Angestellten
3.1 Entstehung der Sparte der Angestellten
3.2 Die kaufmännischen Angestellten
3.3 Der Schweizerische Kaufmännische Verein (SKV)
1931 – Bankenkrise in der Schweiz
4 1934/35 – starker Rückgang der Schweizerischen Löhne
4.1 Zwischenbilanz: Krise 1929 – 1935
5 1936/37 – Frankenabwertung, Wehranleihe, Richtlinienbewegung – Aufwind
5.1 Der SKV und die Richtlinienbewegung
5.2 Der wirtschaftliche Aufschwung und die Folgen für die Angestellten
6 Schlusswort
Diese Arbeit untersucht den Einfluss der Wirtschaftskrise zwischen 1929 und 1937 auf die Angestellten in der Schweiz, wobei die subjektive Sichtweise dieser Berufsschicht im Vordergrund steht. Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie die Angestellten und ihre Verbände die Krise wahrnahmen, welche Auswirkungen sie auf Lohn und Alltag spürten und mit welchen spezifischen Massnahmen sie auf die prekäre Lage reagierten.
1931 – Bankenkrise in der Schweiz
Die Wirtschaftskrise wurde in der Schweiz erst mit der Zeit Spürbar. Obwohl die Schweizer Exportindustrie 1930 zusammenbrach, konnte die Binnenwirtschaft dank aufliegenden Bauvorhaben vorerst aufrechterhalten werden. Intern spürten die Banken, welche in den 20er Jahren vermehrt international tätig wurden, die Krise als Erste. 1931 mussten die Volksbank, sowie die Genfer Diskontbank finanziell gestützt werden. Ihnen folgten weitere. Insgesamt sanierte der Bund die Banken mit ungefähr 200 Millionen Franken. Die Krise hatte nun die ganze Schweizer Wirtschaft erreicht.
In diesem Kapitel soll untersucht werden, inwiefern die Angestellten in der Schweiz die Krise bereits als solche wahrnahmen, was für Auswirkungen die Krise auf sie hatte und welche Massnahmen von den Angestellten und deren Verbänden gegen diese Auswirkungen getroffen wurden.
Lange Zeit war der Arbeitsmarkt für die Angestellten bedeutend günstiger als Beispielsweise für die Arbeiter. Ab 1931 wurde die Krise erstmals auch als Bedrohung für den Lebensstandart der Angestellten der Schweiz erkannt. Ausgehend von der zusammengebrochenen Exportindustrie dehnte sich die Krise in den Augen des Schweizerischen Kaufmännischen Verbands in Form einer Verschärfung der Arbeitslosigkeit aus. Die Angestellten sahen sich in ihrer Existenzsicherheit gefährdet.
Um einer Verschlimmerung der Verhältnisse vorzubeugen, schritten die Verbände ein. Diese sahen es als ihre Pflicht, sich dafür einzusetzen, dass die Kaufkraft der Arbeitnehmerschaft erhalten blieb. Sie setzten sich dafür ein, möglichen Entlassungen vorzubeugen und Arbeitsgelegenheiten für bereits Entlassene zu schaffen. Dafür forderten sie als Schutz der Arbeitnehmer, in diesem Falle der Angestellten, ein Kantonales Gesetz, einen Gesamtarbeitsvertrag. Dieser sollte die Angestellten nicht nur vor den Auswirkungen der Krise schützen, er sollte ihnen auch mehr Würde und Gewicht bringen.
1 Einführung: Erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die Auswahl der untersuchten Schlüsseljahre und die methodische Grundlage basierend auf Archivbeständen des Kaufmännischen Verbands Aarau.
2 Die Krise in der Schweiz: Skizziert die wichtigsten wirtschaftlichen Eckdaten und Krisenereignisse zwischen 1930 und 1936, wie den Zusammenbruch der Exportindustrie und die Bankenkrise.
3 Die Angestellten: Definiert die Berufsgruppe der Angestellten, deren historische Entstehung im Zuge der Industrialisierung und die Rolle des Schweizerischen Kaufmännischen Vereins.
1931 – Bankenkrise in der Schweiz: Analysiert den Beginn der Krisenwahrnehmung bei den Angestellten und die Forderungen des Verbands nach einem Gesamtarbeitsvertrag zum Schutz der Kaufkraft.
4 1934/35 – starker Rückgang der Schweizerischen Löhne: Untersucht die Auswirkungen der staatlichen Lohnkürzungen um 5% sowie die Verschlechterung der Bedingungen in der Privatwirtschaft.
5 1936/37 – Frankenabwertung, Wehranleihe, Richtlinienbewegung – Aufwind: Beleuchtet die politische Spaltung, die Rolle der Angestellten in der Richtlinienbewegung und den beginnenden wirtschaftlichen Aufschwung.
6 Schlusswort: Fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die subjektive Perspektive der Quellen sowie Möglichkeiten für weiterführende historische Forschung.
Wirtschaftskrise, Schweizerische Angestellte, Kaufmännischer Verein, SKV, Lohnreduktion, Gesamtarbeitsvertrag, Krisenjahre, Richtlinienbewegung, Bankenkrise, Sozialpolitik, Arbeitslosigkeit, Existenzsicherheit, Arbeitgeber, Schweizer Franken, Wehranleihe
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Angestellten in der Schweiz.
Die zentralen Themen sind die Lohnentwicklung, die Arbeitsplatzsicherheit, die Interessenvertretung durch den Schweizerischen Kaufmännischen Verein (SKV) und die Reaktion der Arbeitnehmerschaft auf politische Krisenmassnahmen.
Der Autor möchte den Einfluss der Krise auf die Angestellten porträtieren, wobei er besonders analysiert, wie diese Berufsschicht die Situation erlebte und welche Massnahmen sie zur Stärkung ihrer Position ergriff.
Der Verfasser nutzte eine qualitative Quellenanalyse, indem er die Dossiers des Kaufmännischen Verbands Aarau (Quellenkorpus) auswertete, um die Krise aus der subjektiven Perspektive der betroffenen Berufsschicht zu rekonstruieren.
Der Hauptteil gliedert sich chronologisch an den Schlüsseljahren 1931 (Beginn der spürbaren Krise), 1934/35 (Lohnrückgang) und 1936/37 (Richtlinienbewegung und Aufschwung) auf.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Schweizer Wirtschaftsgeschichte, Angestelltenbewegung, Krisenbewältigung und Verbandsgeschichte charakterisieren.
Der SKV agierte zunächst als Einzelkämpfer und forderte als Sofortmassnahme zum Schutz vor Entlassungen und Lohnkürzungen die Einführung eines Gesamtarbeitsvertrages.
Die Richtlinienbewegung bot ein Forum für überparteiliche Diskussionen, wodurch die Verbände, inklusive des SKV, an politischem Gewicht gewannen, obwohl der SKV seine Unabhängigkeit weitgehend bewahrte.
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