Diplomarbeit, 2009
96 Seiten, Note: 1,3
I. Einleitung
II. Das Bildungssystem in der Bundesrepublik Deutschland
1. Geschichte
2. Rechtliche Grundlagen und Verwaltung des Bildungswesens
3. Struktur und Inhalt
3.1. Elementarbereich
3.1.1. Geschichte
3.1.2. Rechtliche Grundlagen
3.1.2.1. Das Ausführungsgesetz des Landes NRW – Kinderbildungsgesetz KiBiz
3.1.3. Aufgaben und Ziele der Kindertageseinrichtungen
3.1.4. Erziehungsansätze/ Erziehungsprogramm
3.1.5. Gestaltung des Übergangs in die Grundschule „Das Schulfähigkeitsprofil NRW“
3.1.6. Statistische Erhebungen
3.1.7. Erzieherausbildung (NRW)
3.2. Primarbereich
3.2.1. Entstehung der Grundschule
3.2.2. Aufbau der Grundschule
3.2.3. Aufgaben und Ziele der Grundschule
3.2.4. Grundsätze der Unterrichtsgestaltung
3.2.5. Lehrerausbildung (Grundschule NRW)
4. Grundzüge weiterführender Bildungsbereiche
5. Hauptprobleme des deutschen Bildungssystems im Elementar- und Primarbereich
III. Das Bildungssystem in der Republik Türkei
1. Geschichte
2. Rechtliche Grundlagen und Verwaltung des Bildungswesens
3. Struktur und Inhalt
3.1. Vorschulbereich
3.1.1. Entstehung des Vorschulbereichs
3.1.2. Aufbau des Vorschulbereichs
3.1.3. Wesentliche rechtliche Grundlagen der Vorschulerziehung
3.1.4. Aufgaben und Ziele des Vorschulbereichs
3.1.5. Erziehungsansätze/ Erziehungsprogramm
3.1.6. Statistische Erhebungen
3.1.7. Übergang in die Grundschule
3.1.7.1. Schulfähigkeitskriterien
3.1.8. Erzieherinnenausbildung
3.2. Grundschule - 8 jährige Einheitsschule
3.2.1. Entstehung der Grundschule
3.2.2. Aufbau der Grundschule
3.2.3. Aufgaben und Ziele der Grundschule
3.2.4. Grundsätze der Unterrichtsgestaltung
3.2.5. Lehrerausbildung
4. Grundzüge weiterführender Bildungsbereiche
5. Hauptprobleme des türkischen Bildungssystems im Elementar- und Primarbereich
IV. Leitfadeninterviews mit Erzieherinnen und Lehrer/innen aus Deutschland und aus der Türkei
1. Leitfadeninterviews mit Erzieherinnen und einer Pädagogin im Elementarbereich
1.1. Interview mit einer Erzieherin
1.2. Interview mit einer Erzieherin
1.3. Interview mit einer Pädagogin
2. Leitfadeninterviews mit Lehrer/innen im Primarbereich
2.1. Interview mit einem Lehrer
2.2. Interview mit einer Lehrerin
2.3. Interview mit einer Lehrerin
3. Auswertung
3.1. Auswertung der Leitfadeninterviews im Elementarbereich
3.2. Auswertung der Leitfadeninterviews im Primarbereich
V. Kritische Würdigung der Bildungssysteme
1. Deutschland
2. Türkei
VI. Resümee
Die vorliegende Arbeit stellt einen systematischen Bildungsvergleich der bildungspolitischen Strukturen im Elementar- und Primarbereich zwischen Deutschland und der Türkei auf. Ziel ist es, die Unterschiede, Gemeinsamkeiten sowie die systemimmanenten Problematiken in beiden Ländern zu analysieren, zu bewerten und durch Experteninterviews mit pädagogischen Fachkräften in die Praxis zu spiegeln.
3.1.5. Gestaltung des Übergangs in die Grundschule „Das Schulfähigkeitsprofil NRW“
Nach dem Kinderbildungsgesetz KiBiz §14 Absatz (1) wird die Pflicht zur Zusammenarbeit von Kindertageseinrichtungen mit der Schule normiert. Die Schule ist ihrerseits nach § 5 Schulgesetz zur Zusammenarbeit mit den Kindertageseinrichtungen verpflichtet. „Da Kinder, die in die Schule kommen, in der Kontinuität längst begonnener Bildungsentwicklung stehen, ist es notwendig, dass die Tageseinrichtung und die Grundschule zusammenarbeiten und gemeinsam Verantwortung für die Kontinuität des Bildungsprozesses und den Übergang in die Grundschule übernehmen. Das für Nordrhein-Westfalen entwickelte Schulfähigkeitsprofil ist ein Instrument, welches eine Brücke zwischen dem Kindergarten und der Grundschule darstellt.
Es definiert die Kompetenzbereiche Sprache, Motorik, Wahrnehmung, personale und soziale Fähigkeiten sowie elementares mengen- und zahlenbezogenes Wissen und Erschließung der Lebenswelt (Natur und Leben). Das Schulfähigkeitsprofil soll dazu beitragen, ein Kind im Hinblick auf den Stand seiner Schulfähigkeitsentwicklung ganzheitlich und systematisch zu erfassen. Es soll der Zufälligkeit, der Einseitigkeit und der Beliebigkeit bei der Beobachtung und Einschätzung eines Kindes entgegengewirkt werden.
Es kann den pädagogischen Fachkräften in den Kindertageseinrichtungen und den Lehrkräften der Grundschulen Anregungen und Hinweise für das Erstellen von Förderplänen vor allem für die Kinder geben, deren Schulfähigkeit noch nicht ausreichend entwickelt ist. Bei dem Übergang zwischen Kindergarten und Grundschule sollen die Bildungsvereinbarung und das Schulfähigkeitsprofil den pädagogischen Fachkräften in den Kindertageseinrichtungen und auch den Lehrerinnen und Lehrern in den Grundschulen eine Orientierung für gemeinsame Gespräche mit den Eltern bieten. Da die pädagogischen Fachkräfte in den Kindertageseinrichtungen neben der Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit der Kinder auch ihre besonderen Fähigkeiten und Fertigkeiten kennen, können sie insofern im Rahmen der Einschulung wichtige Informationen an die Grundschule weitergeben.
I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die bildungspolitische Relevanz des Vorschul- und Primarbereichs ein und begründet die Länderauswahl Deutschland und Türkei für einen strukturellen Bildungsvergleich.
II. Das Bildungssystem in der Bundesrepublik Deutschland: Dieses Kapitel beschreibt die historische Entwicklung, die rechtlichen Grundlagen und die Strukturen des deutschen Bildungswesens mit Fokus auf NRW, wobei Hauptprobleme wie Finanzierung und Selektion kritisch beleuchtet werden.
III. Das Bildungssystem in der Republik Türkei: Hier werden die zentralistische Organisation, der Aufbau von Vorschul- und Grundschulbereich sowie die spezifischen bildungspolitischen Ziele des türkischen Staates detailliert dargestellt.
IV. Leitfadeninterviews mit Erzieherinnen und Lehrer/innen aus Deutschland und aus der Türkei: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse der durchgeführten Experteninterviews, die nach Übereinstimmungen und Differenzen in der pädagogischen Praxis beider Länder ausgewertet werden.
V. Kritische Würdigung der Bildungssysteme: Hier erfolgt eine zusammenfassende kritische Analyse der Stärken und Schwächen beider Bildungssysteme sowie eine Reflexion über die jeweiligen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen.
VI. Resümee: Das Resümee führt die zentralen Erkenntnisse des Vergleichs zusammen und antwortet auf die eingangs gestellten erkenntnisleitenden Fragen.
Bildungssystem, Elementarbereich, Primarbereich, Deutschland, Türkei, Bildungsvergleich, Kindertageseinrichtungen, Vorschulerziehung, Schulfähigkeit, Grundschule, Selektion, Bildungspolitik, Bildungsbenachteiligung, Lehrerausbildung, Ganztagsschule
Die Arbeit befasst sich mit einem rechtsvergleichenden und strukturellen Bildungsanalyse zwischen Deutschland und der Türkei, wobei der Fokus auf dem Elementar- und Primarbereich liegt.
Zentral sind die föderalen Strukturen in Deutschland im Gegensatz zum zentralistischen Bildungssystem der Türkei, die Qualität der frühkindlichen Bildung, der Übergang zur Grundschule sowie die Auswirkungen von Bildungsselektion.
Das Hauptziel ist die Darstellung, Analyse und Bewertung der Unterschiede, Gemeinsamkeiten und Problematiken der Bildungssysteme beider Länder, um Ansatzpunkte für Reformen zu identifizieren.
Neben einer fundierten Literaturanalyse wurden qualitative Leitfadeninterviews mit pädagogischen Fachkräften und Lehrern in Deutschland und der Türkei geführt und ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der deutschen und türkischen Bildungsstrukturen (Recht, Organisation, Lehrpläne) sowie die Auswertung der Experteninterviews zu Praxisfragen.
Die Arbeit zeichnet sich durch die Begriffe Bildungsvergleich, Elementarbildung, Grundschulwesen, Selektionsmechanismen und bildungspolitische Rahmenbedingungen aus.
Das Kinderbildungsgesetz (KiBiz) in NRW ist ein zentrales Steuerungsinstrument, das insbesondere die Zusammenarbeit von Kindertageseinrichtungen und Grundschulen regelt und Qualitätsstandards festlegt.
In der Türkei spielt der High/Scope-Ansatz eine maßgebliche Rolle, der auf aktivem Lernen basiert, wobei der Bereich der Vorschule derzeit noch stark von privaten Angeboten und in Großstädten von Kapazitätsengpässen geprägt ist.
Die Interviewpartner in beiden Ländern kritisieren, dass eine Selektion nach der vierjährigen Grundschule (in Deutschland) oder auch die zentralen Prüfungen (in der Türkei) die weitere Bildungsbiografie von Kindern zu früh festlegen und soziale Ungleichheiten verschärfen.
In beiden Ländern wird der Wunsch nach einer engagierteren Lehrerschaft, einer stärkeren Diversität im Kollegium (männliche Erzieher, Migrationshintergrund) und einer besseren Vorbereitung durch reformierte Ausbildungswege geäußert.
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