Diplomarbeit, 2010
75 Seiten, Note: 1,7
1. Einführung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2. Banken als Untersuchungsobjekt
2.1 Struktur des Bankensystems
2.2 Zielsetzung und Ausrichtung der Bankengruppen
2.3 Aspekte der Banksteuerung
3. Economic Value Added als Untersuchungsmethodik
3.1 Konzeptionelle Grundlagen des EVA
3.2 Definition und Berechnung des EVA
3.2.1 Net Operating Profit After Taxes (NOPAT)
3.2.2 Net Operating Assets (NOA)
3.2.3 Gesamtkapitalkosten (WACC)
3.2.4 Anpassungen des EVA
3.2.5 Kritische Würdigung des EVA
3.2.6 Beispielrechnung des EVA
3.3 Anwendungsfelder im Überblick
4. Verknüpfung der Untersuchungstatbestände – Praktische Anwendung des EVA Konzeptes in Banken
4.1 Besonderheiten wertorientierter Banksteuerung
4.2 Ermittlung des EVAB
4.2.1 Ermittlung der Gewinngröße
4.2.2 Ermittlung des Kapitals
4.2.3 Ermittlung der Eigenkapitalkosten
4.3 Anwendung des EVA in Banken
4.3.1 EVA als Konzept zur Bankbewertung
4.3.2 EVA als Maßstab für die Performance
4.3.3 EVA als Entlohnungsinstrument
4.3.4 EVA als Konzept zur Banksteuerung
4.4 Bewertung der Einsatzmöglichkeiten
5. Fazit und Ausblick
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, die Einsatzmöglichkeiten sowie die Grenzen des Economic Value Added (EVA) Konzepts im Kontext der deutschen Bankwirtschaft aufzuzeigen und zu analysieren.
1.1 Problemstellung
Kaum ein anderer Wirtschaftsbereich in Deutschland steht vor vergleichbaren Veränderungen wie der Bankenmarkt. Das klassische Universalbankensystem ist erodiert und neue Geschäftsmodelle, neue Anbieter, Fusionen, strategische Neuausrichtungen oder die Fokussierung auf Kerngeschäftsfelder zeugen vom strategischen Umbruch, der die gesamte Bankenlandschaft in Deutschland erfasst hat. Die Erlöse aus dem Provisions- und Zinsgeschäft sind eingebrochen, gleichzeitig steigen Abschreibungsbedarf sowie Rückstellungen für notleidend gewordene Kredite aufgrund der dramatisch zunehmenden Zahl von Insolvenzen deutlich an. Darüber hinaus drücken neben der Ertragskrise hohe und weiter steigende Kosten auf das Geschäftsergebnis. Dies alles erfolgt in einem Bankenmarkt, der als `overbanked` gilt. Verluste im Kapitalmarktgeschäft haben schließlich die Ertragskrise nochmals verschärft.
Im Ergebnis führen diese Effekte zu unbefriedigenden Kosten-Ertrags-Relationen und wenig zufriedenstellenden (Eigen-) Kapitalrenditen.
Die aktuelle Situation erfordert für jedes Bankinstitut, stets einen transparenten Einblick in die Struktur und Herkunft von Ergebnis- und Risikobeiträgen zu erhalten und darauf aufbauend Maßnahmen für die strategische Ausrichtung eines Institutes sowie die operative Steuerung im täglichen Geschäft zu ergreifen. Diesem Zweck dienen der Aufbau und die Implementierung von Systemen zur (Gesamt-) Banksteuerung. Der Aufbau umfassender Steuerungssysteme zählt für Banken deshalb zu den derzeit größten Herausforderungen. Sich weiter schärfender Wettbewerb, zunehmender Margendruck und stetig stärker regulierendes Aufsichtsrecht machen eine effiziente und effektive Banksteuerung unverzichtbar. Für Betsch stellt die „Implementierung geeigneter Instrumente zur Gesamtbanksteuerung“ eines von mehreren Grundproblemen dar, die zwingend gelöst werden müssen, um den Strukturwandel in der Finanzbranche erfolgreich zu gestalten.
1. Einführung: Dieses Kapitel skizziert die aktuelle Krisensituation und den strategischen Umbruch im deutschen Bankensektor sowie die daraus resultierende Notwendigkeit effizienter Steuerungssysteme.
2. Banken als Untersuchungsobjekt: Hier wird die Struktur des deutschen zweistufigen Bankensystems sowie die Ausrichtung der unterschiedlichen Bankengruppen und die allgemeinen Aspekte der Banksteuerung erläutert.
3. Economic Value Added als Untersuchungsmethodik: Das Kapitel vermittelt die theoretischen Grundlagen des EVA-Konzepts, die Berechnung der Kernkomponenten NOPAT, NOA und WACC sowie allgemeine Anwendungsfelder.
4. Verknüpfung der Untersuchungstatbestände – Praktische Anwendung des EVA Konzepts in Banken: Der Kernteil der Arbeit überträgt das EVA-Konzept auf den Bankensektor, unter Berücksichtigung bankenspezifischer Anpassungen bei der Kapital- und Gewinnermittlung sowie die Anwendung in Steuerung und Entlohnung.
5. Fazit und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der Möglichkeiten und Herausforderungen beim Einsatz von EVA in der Bankwirtschaft ab.
Economic Value Added, EVA, Banksteuerung, Bankwirtschaft, Wertorientierung, NOPAT, NOA, WACC, Shareholder Value, Kapitalmarkttheorie, Performancemessung, Eigenkapitalkosten, Bankbewertung, Unternehmenskontrolle, Anreizsysteme
Die Arbeit untersucht die Anwendbarkeit des wertorientierten Steuerungskonzepts "Economic Value Added" (EVA) im spezifischen Umfeld der deutschen Bankwirtschaft.
Die zentralen Themen umfassen die Struktur des deutschen Bankensektors, die theoretischen Grundlagen des EVA sowie dessen Anpassung und Implementierung als Steuerungs- und Bewertungsinstrument für Banken.
Das Hauptziel ist es, die Möglichkeiten und Grenzen des EVA-Einsatzes im Bankensektor aufzuzeigen, um dem strategischen Umbruch und dem Bedarf an effizienter Gesamtbanksteuerung zu begegnen.
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse zur Definition der EVA-Methodik und verknüpft diese mit einer transferorientierten Untersuchung auf die spezifischen regulatorischen und operativen Rahmenbedingungen von Banken.
Der Hauptteil befasst sich mit der Transformation des für Industriebetriebe konzipierten EVA auf den Bankensektor, der Ermittlung bankenspezifischer Gewinngrößen und Kapitalkosten sowie der praktischen Anwendung in der Banksteuerung.
Wichtige Schlüsselbegriffe sind Economic Value Added, Banksteuerung, Wertorientierung, NOPAT, WACC und Performancemessung.
Banken erfordern aufgrund ihrer speziellen Bilanzstruktur, der regulatorischen Anforderungen und der Interaktion zwischen Kapitalstruktur und Geschäftsmodell spezifische Anpassungen ("Konversionen"), etwa bei der Einbeziehung von Zinsaufwand oder bei der Definition des zu verzinsenden Kapitals.
Die DZ Bank dient im Rahmen der Arbeit als Fallbeispiel, um die theoretische Darstellung der EVA-Implementierung durch einen praktischen Bezug zu einem konkreten Institut zu ergänzen.
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