Diplomarbeit, 2006
64 Seiten, Note: 2-
1 Einleitung
2 Gewerberecht
2.1 Gewerbeordnung
2.2 Ziel des Gewerberechts
2.3 Definition - Gewerbe
2.4 Gewerbefreiheit
3 Gesellschaftsrecht
4 Englisches Recht
4.1 Besonderheiten
4.2 Englisches Gesellschaftsrecht
5 GmbH
5.1 Gründung
5.2 Stammkapital
5.3 Organe
5.4 Gewinnverteilung und Jahresabschluss
5.5 Bedeutung
6 Limited
6.1 Englische Limited in Deutschland
6.2 Gründung
6.2.1 Gründungsmotiv
6.2.2 Gründungsvorgang
6.2.3 Gründung durch Dritte
6.2.4 Vorratsgesellschaften
6.2.5 Eintragung
6.2.6 Sonstige Anmeldungen
6.3 Organe
6.3.1 Directors
6.3.2 Company Secretary
6.3.3 Gesellschafterversammlung
6.4 Kapital
6.4.1 Gesellschaftskapital
6.4.2 Genehmigtes Kapital
6.4.3 Ausgegebenes Kapital
6.4.4 Angefordertes Kapital
6.4.5 Eingezahltes Kapital
6.4.6 Kapitalerhaltung
6.5 Haftung
7 Mischform
8 Andere Europäische Gesellschaften
9 Entwicklung der Rechtssprechung
9.1 Grundlage
9.1.1 Sitztheorie
9.1.2 Gründungstheorie
9.2 Rechtssprechung des EuGH
9.2.1 Centros-Entscheidung
9.2.2 Überseering-Entscheidung
9.2.3 Inspire-Art-Entscheidung
9.3 Rechtssprechung in Deutschland
9.3.1 Bayerisches Oberlandesgericht
9.3.2 Landgericht Kiel
9.3.3 Oberlandesgericht Jena
9.3.4 Oberlandesgericht Zweibrücken
9.4 Zusammenfassung der Rechtssprechung
10 Vergleich GmbH – Limited
10.1 Gründung
10.2 Kapital
10.3 Haftung
10.4 Organe
10.5 Anteilsübertragung
10.6 Steuern
10.7 Sonstiges
11 Gewerberechtliche Problemfelder
11.1 Meisterzwang
11.2 Gewerbeuntersagung
12 Öffentliche Unternehmen
13 Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht die Eignung der englischen Limited (Ltd.) als Alternative zur deutschen Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) im deutschen Rechtsalltag. Dabei liegt der Fokus auf der Beleuchtung gewerberechtlicher sowie wirtschaftlicher Problemfelder und einem detaillierten Vergleich der beiden Gesellschaftsformen hinsichtlich Gründung, Kapital, Haftung und Verwaltung.
6.2.2 Gründungsvorgang
In der Regel erfolgt die Gründung einer Limited schnell, einfach und mit geringem Kostenaufwand. Jede Limited wird zentral für ganz England und Wales in dem registrar of companies (Firmenregister) beim Companies House angemeldet. Ist die Limited dort eingetragen, so ist sie wirksam gegründet und rechtsfähig.
Der Anmeldung sind folgende Dokumente als Gründungsvoraussetzungen vorzulegen:
- Die Gesellschaftssatzung
Das Wirtschaftsministerium hat kraft Ermächtigung im CA eine offizielle Mustersatzung für die Ltd. erlassen. Sie besteht aus zwei Teilen, den aritcles (Table A) und dem memorandum (Table B). Companies Regulations 1985 ist die Rechtsvorschrift, in der beide enthalten sind. Unter memorandum of association versteht man die Gründungsurkunde, in der die Gesellschaftsbezogenen Daten wie Firma, Sitz, Kapital, Unternehmensgegenstand und die Vereinbarung der beschränkten Haftung stehen. Das Verhältnis zwischen Gesellschaft und Gesellschaftern (Innenrecht der Gesellschaft) wird in den articles of association geregelt. Wird bei den articles eine einschlägige Mustersatzung verwendet, so ist sie bei der Anmeldung nicht mit einzureichen. Da reicht ein Vermerk aus, dass diese angewendet wird.
1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert das Entscheidungsproblem bei der Rechtsformwahl zwischen der bewährten GmbH und der englischen Limited vor dem Hintergrund der europäischen Niederlassungsfreiheit.
2 Gewerberecht: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen des deutschen Gewerberechts, die Gewerbeordnung sowie die Ziele des Schutzes der Allgemeinheit vor unzuverlässigen Gewerbetreibenden.
3 Gesellschaftsrecht: Hier werden die Grundzüge des Gesellschaftsrechts und die Unterscheidung zwischen Personen- und Kapitalgesellschaften in Deutschland dargelegt.
4 Englisches Recht: Ein Überblick über das angelsächsische Rechtssystem, das primär auf Fallrecht basiert, sowie eine Einführung in die Besonderheiten des englischen Gesellschaftsrechts.
5 GmbH: Detaillierte Darstellung der deutschen GmbH, ihrer Organstruktur, Kapitalaufbringung und der gesetzlichen Anforderungen an Gründung und Jahresabschluss.
6 Limited: Zentrale Analyse der englischen Limited, ihrer Gründungsmotive, des Anmeldeprozesses beim Companies House sowie der Organe und Kapitalverfassung.
7 Mischform: Kurze Betrachtung von grenzüberschreitenden Typenvermischungen wie der Ltd. & Co. KG.
8 Andere Europäische Gesellschaften: Eine tabellarische Übersicht weiterer europäischer Kapitalgesellschaften und deren Mindestkapitalanforderungen.
9 Entwicklung der Rechtssprechung: Umfassende Analyse der EuGH-Rechtsprechung (Centros, Überseering, Inspire-Art) und deren Auswirkungen auf die deutsche Rechtsprechung zur Sitztheorie.
10 Vergleich GmbH – Limited: Ein direkter Gegenüberstellung der beiden Rechtsformen hinsichtlich der Gründung, Kapitalisierung, Haftung und steuerlicher Folgen.
11 Gewerberechtliche Problemfelder: Diskussion über die Umgehung von Meisterzwang und Gewerbeuntersagungen durch die Nutzung der Limited.
12 Öffentliche Unternehmen: Prüfung, ob die Limited eine effiziente Rechtsformalternative für öffentliche Unternehmen darstellt.
13 Zusammenfassung: Fazit zur Eignung der Limited für in Deutschland tätige Unternehmen unter Berücksichtigung der laufenden Kosten und des komplexen Zusammenspiels von Rechtsordnungen.
Limited, GmbH, Gesellschaftsrecht, Gewerberecht, Niederlassungsfreiheit, Gründungstheorie, Sitztheorie, Europäischer Gerichtshof, Haftungsbeschränkung, Kapitalaufbringung, Companies House, Gewerbeuntersagung, Meisterzwang, Limited in Deutschland, Unternehmensgründung
Die Arbeit analysiert die englische Limited (Ltd.) als eine alternative Rechtsform zur deutschen GmbH für Gründer in Deutschland, insbesondere im Hinblick auf rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen.
Im Mittelpunkt stehen der Vergleich des Gesellschaftsrechts, die Auswirkungen europäischer Rechtsprechung auf den Marktzugang sowie gewerberechtliche Fragestellungen wie der Meisterzwang oder Gewerbeuntersagungen.
Ziel ist es, Gründern eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu bieten, indem Vor- und Nachteile der Limited gegenüber der GmbH unter Berücksichtigung deutscher Verwaltungsvorschriften aufgezeigt werden.
Es handelt sich um eine rechtsvergleichende und wirtschaftliche Analyse, die einschlägige Fachliteratur, aktuelle Urteile des EuGH sowie nationale Gesetze (GewO, GmbHG, HGB) und Registervorschriften auswertet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Darstellung der Grundlagen beider Gesellschaftsformen, eine tiefgehende Analyse der relevanten EuGH-Urteile zur Niederlassungsfreiheit und einen detaillierten Vergleich der praktischen Handhabung.
Wichtige Begriffe sind Limited, GmbH, Niederlassungsfreiheit, Gründungstheorie, Sitztheorie, Haftungsbeschränkung und gewerberechtliche Problemfelder.
Die Urteile Centros, Überseering und Inspire-Art sind essenziell, da sie die Abkehr von der deutschen Sitztheorie hin zur Gründungstheorie erzwangen und somit den Weg für Limiteds in Deutschland erst geebnet haben.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass dies zwar theoretisch als Motiv existiert, jedoch in der Praxis problematisch ist und durch Sanktionen wie eine gewerberechtliche Untersagung gegen die Gesellschaft (Ltd.) direkt eingedämmt werden kann.
Aufgrund der vorwiegend regionalen Tätigkeit öffentlicher Unternehmen und der hohen administrativen Kosten für die Aufrechterhaltung der Limited (Büro in England, Doppelbesteuerung, Rechtsberatung) überwiegen hier oft die Nachteile.
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