Masterarbeit, 2020
107 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Motivation und wissenschaftliche Relevanz
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Die Achtung und der achtungsvolle Umgang
2.1 Der Begriff der Achtung
2.2 Der Begriff der Achtung nach Immanuel Kant
2.3 Die grundlegende und die qualifizierte Achtung
2.4 Der achtungsvolle Umgang mit alten, pflegebedürftigen Personen
3. Der Gericlown und das Altenpflegeheim
3.1 Der Clown
3.2 Gericlown und Konsorten
3.3 Das therapeutisch aktivierende Clownspiel im Altenpflegeheim
3.3.1 Clownspiel mit demenziell veränderten Menschen
3.3.2 Die Musik macht den Ton
3.4 Was darf das therapeutisch aktivierende Clownspiel im Altenpflegeheim?
3.5 Der Stand der Forschung zum Gericlown
3.6 Ort des Geschehens – die stationäre Altenpflege
3.6.1 Die Altenpflege – ein System wie jedes andere?
3.6.2 Qualität und Ethik in der stationären Altenpflege
4. Das Projekt des therapeutisch aktivierenden Clownspiels im Haus Schloßberg
5. Empirische mehrdimensionale Untersuchung des Clownspiels
5.1 Das Forschungsdesign oder die Ethnografie der Gericlownerie
5.2 Kritik der Methoden und Gütekriterien
5.3 Die erwarteten Ergebnisse
6. Die Fallbeispiele und weiteres Datenmaterial
6.1. Erstes Beispiel: Der Clownspielende beobachtet sein Spiel
6.2. Zweites Beispiel: Beobachtung des Clownspiels von außen
7. Auswertung der Daten und Ergebnisse der Analyse
7.1 Ergebnisse zur ersten Fragestellung
7.1.1 Zur grundlegenden Achtung im Spiel des Gericlowns
7.1.2 Die qualifizierte Achtung im Spiel des Gericlowns
7.2 Ergebnisse zur zweiten Fragestellung
7.3 Zusammenführung und Diskussion der Ergebnisse
7.4 Der Rückbezug der Forschung auf die Theorie
8. Impulse und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das therapeutisch aktivierende Clownspiel in einer stationären Altenpflegeeinrichtung unter ethischen Gesichtspunkten. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich der achtungsvolle Umgang mit pflegebedürftigen Menschen im Kontext des Clownspiels gestaltet und welche Rolle dabei die Organisation sowie die Zusammenarbeit mit dem Pflegepersonal spielt.
6.1 Erstes Beispiel: Der Clownspielende beobachtet sein Spiel
Ich betrete als Geriatrieclown verkleidet das Zimmer von Frau B.. Erschrocken sehe ich Frau B. neben dem Bett auf dem Boden sitzen, mit dem Kopf an den Nachttisch gelehnt. Neben ihr ein Rollstuhl. Ist sie gestürzt, ist sie verletzt, frage ich mich. Soll ich schnell zur Pflege rennen? Sie wirkt da ziemlich verloren, etwas verwahrlost, aber nicht geschockt oder verletzt. Sie schaut mich an, aber es ist so, als würde sie durch mich hindurch schauen. Was ist mit ihr los, frage ich mich. Ich zögere. „Hola“, sage ich dann, „was machen Sie denn da“. Ich beuge mich zu ihr herunter. Frau B. schaut und murmelt etwas von „Aufstehen“ und „Rollstuhl“. Dabei wirkt sie keineswegs erstaunt, eine seltsame Gestalt mit roter Nase zu sehen. Das irritiert mich. Ich kann die Situation schlecht einschätzen, befinde mich aber weiterhin in der Rolle als Clown. „Aha“, sage ich forsch, um aus meiner Verunsicherung zu kommen. „So, so. Tut Ihnen denn etwas weh?“, frage ich. Frau B. schüttelt ganz selbstverständlich den Kopf. Es scheint mir, als wäre dies eine Unterhaltung, wie sie alltäglich vorkommt. Ob sie mich wohl als Clown, als Pflegeperson oder sonstige Person ansieht, frage ich mich. Sie wirkt etwas desorientiert und verhält sich dabei, als wäre alles wie immer. Vielleicht ist es das für sie ja.
Ich aber fühle mich unsicher, weiterhin versuche ich abzuwägen, was jetzt für mich zu tun ist. Sollte ich ein Clownspiel beginnen mit Musik oder ein Gespräch? Braucht Frau B. Hilfe? Soll ich jetzt die Pflege rufen? Verkleidet als Clown mit roter Nase bin ich aber in meiner Rolle und es scheint mir nicht so dringend zu sein, dass ich sofort Hilfe holen müsste. Ich beuge mich zu ihr hinunter und versuche mich auch irgendwie auf den Boden zu setzen, was mir aber als Clown im Spiel nicht gelingt.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik des Clownspiels in einer stationären Altenpflegeeinrichtung ein und definiert die zentralen Forschungsfragen sowie die persönliche und wissenschaftliche Relevanz der Arbeit.
2. Die Achtung und der achtungsvolle Umgang: Hier wird der Begriff der Achtung theoretisch beleuchtet, wobei Kants Philosophie als Ausgangspunkt dient und zur Differenzierung zwischen grundlegender und qualifizierter Achtung hinführt.
3. Der Gericlown und das Altenpflegeheim: Dieses Kapitel beschreibt die Figur des Clowns, speziell des Gericlowns, dessen therapeutisch aktivierenden Ansatz und bettet diese Figur in den Kontext und die Geschichte der stationären Altenpflege ein.
4. Das Projekt des therapeutisch aktivierenden Clownspiels im Haus Schloßberg: Hier wird das konkrete Praxisprojekt im Haus Schloßberg vorgestellt, einschließlich des Einführungsprozesses und der organisatorischen Herausforderungen.
5. Empirische mehrdimensionale Untersuchung des Clownspiels: Dieses Kapitel erläutert das methodische Vorgehen der qualitativen, ethnographischen Forschung inklusive der Kritik der Methoden und der Gütekriterien.
6. Die Fallbeispiele und weiteres Datenmaterial: In diesem Teil werden zwei konkrete Fallbeispiele präsentiert, die als empirische Grundlage für die nachfolgende Datenanalyse dienen.
7. Auswertung der Daten und Ergebnisse der Analyse: Dies ist der zentrale Teil der Arbeit, in dem die Ergebnisse zur ersten und zweiten Forschungsfrage in einem mehrdimensionalen Ansatz ausgewertet, diskutiert und rückbezogen werden.
8. Impulse und Ausblick: Der abschließende Teil fasst die ethischen Impulse zusammen und bietet einen Ausblick auf die Weiterentwicklung des Clownspiels in der Altenpflege sowie ein persönliches Fazit des Autors.
Gericlown, Altenpflege, Achtung, Ethik, therapeutisches Clownspiel, Demenz, Qualifizierte Achtung, Achtsamkeit, Pflegebeziehung, Qualitative Forschung, Ethnografie, Personzentrierter Ansatz, Gerontologie, Vulnerabilität, Humor.
Die Arbeit untersucht das Clownspiel im stationären Altenpflegebereich unter ethischen Gesichtspunkten, insbesondere im Hinblick auf das Spannungsfeld zwischen professioneller Pflege, menschlicher Würde und der Rolle des Clowns.
Es werden ethische Konzepte der Achtung, die Figur des Gericlowns, die Praxis des Clownspiels mit demenziell veränderten Bewohnern sowie organisatorisch-ethische Herausforderungen im Pflegealltag von stationären Einrichtungen diskutiert.
Das Hauptziel ist die Untersuchung, wie sich ein achtungsvoller Umgang innerhalb des therapeutisch aktivierenden Clownspiels gestaltet und welche Rolle die organisationale Zusammenarbeit mit dem Pflegepersonal dabei einnimmt.
Die Arbeit nutzt einen qualitativen, ethnographischen Ansatz mit teilnehmender Beobachtung, Fallbeispielen sowie der Analyse von Protokollen und Dokumenten in einem mehrdimensionalen ethischen Kontext.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zur Achtung, eine detaillierte Projektbeschreibung, die eigene empirische Untersuchung, Fallbeispiele sowie die systematische Auswertung der Ergebnisse.
Zu den Kernbegriffen gehören Gericlown, Achtung, Pflegebeziehung, Ethik, Demenz, Achtsamkeit und qualitative Sozialforschung.
Die grundlegende Achtung bezieht sich auf die allgemeine Anerkennung menschlicher Würde, während die qualifizierte Achtung kontextabhängig und individuell auf die spezifischen Merkmale (wie Vulnerabilität oder Behinderung) des jeweiligen Bewohners eingeht.
Die Pandemie führte zu einer Zwangspause und stellte in der Folge die Bedeutung von Nähe, Körperlichkeit und direkter Beziehung für das Wohlbefinden pflegebedürftiger Menschen in den unmittelbaren ethischen Fokus.
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