Bachelorarbeit, 2023
65 Seiten, Note: 1.3
1. Einleitung
2. Meritokratie
2.1 Geschichtliche Hintergründe
2.1.1 Ideengeschichtliche Wegbereiter der Meritokratie
2.1.1.1 Antike Vorläufer meritokratischer Ideen
2.1.1.2 Die Aufklärung und die Idee der Menschenrechte
2.1.1.3 Moderne Prägung des Meritokratiebegriffs
2.2 Das meritokratische Leistungsprinzip
2.3 Soziale Ungleichheit als gesellschaft-funktionale Notwendigkeit
2.4 Kritik an meritokratischen Ungleichheitstheorien
3. Akzeptanz sozialer Ungleichheit
3.1 Bildung als Legitimation sozialer Ungleichheit
3.2 Selbstrechtfertigung sozialer Ungleichheit
4. Diskussion und abschließendes Fazit
Die Arbeit untersucht im Rahmen einer soziologischen Analyse, inwieweit das Leistungsprinzip als gesellschaftliches Ordnungsprinzip zur Legitimation sozialer Ungleichheit wahrgenommen und akzeptiert wird.
Die Aufklärung und die Idee der Leistungsgerechtigkeit
Das Zeitalter der Aufklärung, das in der Französischen Revolution im Jahre 1789 kulminierte, war von einem humanistisch geprägten Philosophiediskurs bestimmt, der sowohl ethische, sozial-politische als auch bildungsbezogene Prinzipien in den Fokus eines neuen menschlichen Lebensentwurfes stellte. Die vormoderne Zeit hingegen beruhte in weiten Teilen des europäischen Raums auf der feudalen Ständeordnung, die in der Dreigliedrigkeit aus Adel, Klerus und Bauern bzw. den arbeitenden Volksmitgliedern zusammengesetzt war. Innerhalb der verschiedenen Stände gab es kaum soziale Aufstiegsmöglichkeiten, vor allem nicht für den dritten Stand der Bauern, da man qua gottgegebener Ordnung in einen Stand hineingeboren wurde. Anders als in den modernen säkularisierten Demokratien der Gegenwart, wurde das Volk der Feudalzeit noch stark durch den Klerus beeinflusst; diesem wurden aufgrund seiner gesellschaftlichen Bedeutsamkeit verschiedenste Privilegien zugesprochen.
Auch dem Adel wurden neben seiner engen Beziehung zum königlichen Monarchen exklusive Privilegien zuerkannt. Das Wirtschaftswesen des Feudalismus beruhte maßgeblich auf dem Prinzip des Lehens. In der Hierarchie des Lehenwesens übertrug der Monarch dem Adel ländlichen Grundbesitz, der wiederum von den bäuerlichen Leibeigenen bewirtschaftet wurde. Der Adel finanzierte so seinen Wohlstand, schwor dem König im Gegenzug aber ewige Vasallentreue. Die Bauern gingen leer aus, da sie keine Privilegien einfordern konnten und aufgrund ihrer Standeszugehörigkeit der bedingungslosen Unterwerfung verpflichtet waren.
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert den Aufstieg des neoliberalen Paradigmas und die damit verbundene steigende Einkommensungleichheit, wobei die Rolle der Leistungsnorm hinterfragt wird.
2. Meritokratie: Hier werden die historische Genese der Meritokratie, die theoretischen Grundlagen des Leistungsprinzips sowie die Kritik an funktionalistischen Schichtungstheorien erörtert.
3. Akzeptanz sozialer Ungleichheit: In diesem Kapitel werden empirische Ansätze zur Legitimation und Selbstrechtfertigung von Ungleichheit anhand von Bildungsbiografien und sozialen Deutungsmustern analysiert.
4. Diskussion und abschließendes Fazit: Die Arbeit fasst die empirischen Befunde kritisch zusammen und reflektiert die Rolle von Bildung und sozialer Herkunft bei der Akzeptanz von Ungleichheit in der modernen Gesellschaft.
Meritokratie, Soziale Ungleichheit, Leistungsprinzip, Schichtungstheorie, Bildungssoziologie, Gerechtigkeitsforschung, Legitimation, Statuszuweisung, Humankapital, Neoliberalismus, Deutungsmuster, Statusinkonsistenz, soziale Mobilität, Bildungsexpansion, soziale Anerkennung
Die Arbeit analysiert, wie Ungleichheit in der modernen Gesellschaft durch das meritokratische Leistungsprinzip begründet und von Individuen individuell wahrgenommen sowie gerechtfertigt wird.
Die Arbeit verbindet geschichtliche Ideengeschichte mit moderner soziologischer Schichtungs- und Gerechtigkeitsforschung.
Ziel ist es zu ergründen, warum trotz objektiver Ungleichheiten das meritokratische System weitgehend akzeptiert wird und welche Rolle Bildung und Deutungsmuster dabei spielen.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung sowie eine qualitative und quantitative empirische Sekundäranalyse, unter anderem basierend auf Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP).
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung des Meritokratiebegriffs und die anschließende empirische Untersuchung der Legitimation sozialer Ungleichheit bei verschiedenen sozialen Schichten.
Meritokratie, Leistungsprinzip, Bildungsgerechtigkeit, soziale Schichtung und Wahrnehmung von Ungleichheit sind die Kernbegriffe.
Bildung wird sowohl als Aufstiegschance als auch als Instrument zur Legitimation von Statusunterschieden bzw. zur Selbstrechtfertigung von Lebenslagen kritisch hinterfragt.
Die Arbeit zeigt, dass Individuen mithilfe spezifischer Deutungsmuster (z.B. Unvermeidbarkeit, Systembedingtheit) versuchen, die soziale Stellung zu erklären und eigene oder gesellschaftliche Ungleichheiten zu moralisieren.
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