Magisterarbeit, 2009
119 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Theoretischer Teil
2.1 Mathematische Kompetenzen deutscher Schülerinnen und Schüler im internationalen Vergleich
2.2 Der Einfluss der körperlichen Aktivität auf Gehirnprozesse
2.3 Körperlich-sportliche Aktivität und motorische Leistungsfähigkeit im Grundschulalter
2.4 Allgemeine Fragestellung und Hypothesen
3 Empirischer Teil
3.1 Forschungsdesign
3.2 Auswahl und Beschreibung der Stichprobe
3.3 Ablauf der Untersuchung
3.4 Messinstrumente
3.4.1 Deutscher Motorik-Test (DMT 6-18)
3.4.2 Deutscher Mathematiktest für zweite Klassen (DEMAT 2+)
3.4.3 Elternfragebogen
3.5 Datenverarbeitung und Datenauswertung
3.5.1 Auswertung des Deutschen Motoriktest (DMT 6-18)
3.5.2 Auswertung des Deutschen Mathematiktest für zweite Klassen (DEMAT 2+)
3.5.3 Auswertungssoftware
3.6 Darstellung der Ergebnisse
3.6.1 Ergebnisse zur mathematischen Leistungsfähigkeit (DEMAT 2+)
3.6.2 Ergebnisse zur motorischen Leistungsfähigkeit (DMT 6-18)
3.6.3 Ergebnisse zum sportbezogenen Lebensstil (Elternfragebogen)
3.6.4 Diskussion der Ergebnisse
4. Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit untersucht, ob ein spielerisch bewegter Mathematik-Förderkurs bei Grundschülern der zweiten Klasse zu einer messbaren Steigerung der mathematischen und motorischen Leistungsfähigkeit führt, indem kognitive Lernprozesse durch körperliche Aktivität stimuliert werden.
2.2 Der Einfluss der körperlichen Aktivität auf Gehirnprozesse
„Das menschliche Gehirn besteht aus Milliarden von Neuronen, deren Aufgabe es ist, Informationen an andere Nervenzellen weiterzuleiten (SPITZER & KUBESCH 2005, S. 16).“
Der Einfluss der körperlichen Aktivität junger Menschen und deren Wirkung auf Gehirnprozesse wurde bisher nur wenig wissenschaftlich untersucht (SPITZER & KUBESCH, 2005). Im Folgenden werden die bisher wichtigsten Erkenntnisse in diesem Zusammenhang näher vorgestellt.
Körperliche Aktivität fördert neuronale Prozesse, indem sie auf die Struktur und Funktionsweise des Gehirns einwirken (SPITZER & KUBESCH 2005, S.16). Bereits in der pränatalen Phase wird durch die muskuläre Beanspruchung des Fötus und der Mutter die Bildung und Entwicklung von Nervenzellen angeregt (vgl. ebd.). Eine große Bandbreite von Verhaltensreaktionen wird durch eine entsprechende Anzahl von Nervenzellen und deren gezielte Verbindung, die sie mit anderen Neuronen eingehen, gewährleistet (vgl. ebd.). Daraus resultiert, dass die Bewegung zu den wichtigsten Stimulationen des fötalen Gehirns zählt (vgl. ELIOT, 2002).
Um weitere synaptische Verbinden herzustellen bzw. aufrechtzuerhalten ist es wichtig, dass Vorschulkindern täglich eine Beanspruchung von ca. 60% ihrer maximalen individuellen Leistungsfähigkeit ermöglicht wird (vgl. HOLLMANN, 2000). Im Grundschulalter kann dann über den Sportunterricht weiter auf Struktur, Funktion und Vernetzung von Nervenzellen eingewirkt werden (vgl. KUBESCH, 2005). Dadurch kann eine positive Beeinflussung auf das emotionale, kognitive und soziale Verhalten der Kinder erzielt werden (vgl. ebd.).
Dem Sportunterricht wird in Deutschland allerdings nicht die entsprechende Bedeutung zugewiesen. Das zeigt sich darin, dass die dritte Sportstunde in der Woche von vielen Bundesländern nicht gewährleistet wird (vgl. KUBESCH, 2002). Außerdem fördert Sportunterricht nicht nur die körperliche Entwicklung der Schüler, sondern auch ihre Lern- und Gedächtnisleistungen in den anderen Unterrichtsfächern (vgl. ebd.). Durch die verhältnismäßig wenig wissenschaftlichen Studien sind die Kenntnisse über die eigentliche Bedeutung des Sportunterrichts von Bildungspolitikern, Lehrern, Eltern und Schülern entsprechend gering (vgl. ebd.).
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Bedeutung der Bewegung für die kindliche Entwicklung und stellt die Forschungsfrage zur Wirksamkeit eines bewegten Mathematikkurses.
2 Theoretischer Teil: Dieses Kapitel erläutert den wissenschaftlichen Rahmen zu mathematischen Kompetenzen, Gehirnprozessen durch körperliche Aktivität und die motorische Leistungsfähigkeit im Grundschulalter.
3 Empirischer Teil: Hier wird das experimentelle Forschungsdesign vorgestellt, die Messinstrumente definiert und die Ergebnisse der Untersuchung im Vergleich zwischen Versuchs- und Kontrollgruppe ausgewertet.
4. Zusammenfassung und Ausblick: Das Abschlusskapitel resümiert die positiven Effekte der Intervention und diskutiert die methodischen Grenzen sowie Ansätze für zukünftige Forschung.
Bewegte Schule, Mathematische Kompetenz, Motorische Leistungsfähigkeit, Grundschulbildung, Sportunterricht, Gehirnprozesse, Intervention, DEMAT 2+, DMT 6-18, Lernleistung, Kognitive Entwicklung, Sportbezogener Lebensstil, Lernförderung.
Die Magisterarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und kognitivem Lernen bei Grundschülern im Fach Mathematik.
Die zentralen Felder sind die mathematische Leistungsfähigkeit, die motorische Entwicklung, die Plastizität des Gehirns durch Bewegung und der Einsatz bewegter Wissensvermittlung.
Das Ziel ist die Wirkungsanalyse eines bewegten Mathematik-Förderkurses auf die mathematische und motorische Leistungsfähigkeit im Vergleich zu Schülern ohne dieses Programm.
Es wurde ein empirisches Forschungsdesign mit zwei Parallelklassen als Versuchs- und Kontrollgruppe gewählt, wobei standardisierte Testverfahren wie der DMT 6-18 und der DEMAT 2+ zum Einsatz kamen.
Der Hauptteil umfasst sowohl die theoretische Fundierung zu Bewegung und Lernen als auch die detaillierte Darstellung und Diskussion der empirischen Ergebnisse aus der Interventionsstudie.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie bewegte Schule, kognitive Entwicklung, motorische Leistungsfähigkeit und mathematische Förderung beschreiben.
Die Studie zeigt eine Tendenz, dass Sportvereinsmitglieder insgesamt über eine bessere motorische Leistungsfähigkeit verfügen und im Verlauf der Untersuchung höhere Zuwachsraten aufweisen als Nichtmitglieder.
Die Messung erfolgte durch den „Deutschen Motorik-Test“ (DMT 6-18), der verschiedene Basisfähigkeiten wie Ausdauer, Kraft, Koordination und Beweglichkeit erfasst.
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