Magisterarbeit, 2008
93 Seiten, Note: 2,15
Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
Einleitung
1 Von Parmenides zu Heraklit: Vom Sein zum Werden
1.1 Vorbedingungen der Philosophie
1.2 Die Dichter
1.2.1 Homer
1.2.2 Hesiod
1.3 Die Denker
1.3.1 Thales von Milet
1.3.2 Anaximander
1.3.3 Anaximenes
1.4 Eine erste Synthese aus den Dichtern und Milesiern
1.5 Neue Richtungen des Denkens
1.5.1 Pythagoras
1.5.2 Xenophanes
1.5.3 Parmenides von Elea
1.5.3.1 Die Thesen des Parmenides
1.5.3.2 Die Meinungen bei Parmenides
1.5.3.3 Selbstorganisation und Parmenides
1.5.4 Heraklit
1.5.4.1 Thesen des Heraklit
1.5.4.2 Heraklits Lösung der Identität
1.5.5 Empedokles
1.6 Die Folgen aus Parmenides und Heraklit
1.6.1 Zenon von Elea
1.6.2 Anaxagoras
1.6.3 Leukipp und Demokrit
1.7 Zusammenfassung der Vorsokratiker
2 Begriffe in der Theorie der Selbstorganisation
2.1 Selbstorganisation
2.2 Mikro- und Makrokosmos
2.3 System
2.4 Offenes System
2.5 Materie
2.6 Komplexität
2.7 Chaos
2.8 Kausalität
2.9 Emergenz
2.10 Zusammenfassung der Begriffe
3 Kritik an der Theorie der Selbstorganisation
3.1 Ilya Prigogine
3.2 Die Kritik Mutschlers
Schluss
Die Arbeit untersucht die Theorie der natürlichen Selbstorganisation unter Rückgriff auf die vorsokratische Philosophie, um die ontologischen Grundlagen und deren Entwicklung vom Sein zum Werden zu beleuchten und kritisch in den wissenschaftlichen Diskurs einzuordnen.
1.3.1 Thales von Milet
Wie kommt man dazu Thales als Philosophen zu bezeichnen? Er unterscheidet sich zum damaligen üblichen Volk einerseits dadurch, dass er aus gehobenem Hause stammte. Wie die meisten Denker seiner Zeit, konnte er aufgrund seines Standes, sich erlauben über die Dinge nachzudenken. Er hatte die Zeit dazu, im Gegensatz zu den Sklaven oder anderen, die einer Arbeit nachgehen mussten, die sie völlig ausfüllte. Was andererseits bei Thales noch hinzu kommt ist der Ort in dem er gelebt hat: in Milet. Milet war zu seiner Zeit eine florierende Handelsstadt, zu vergleichen mit dem Königsberg eines Kant oder unserem heutigen New York, in der sich verschiedenste Kulturen vermischen und sich arrangieren.
Milet war eine Drehscheibe für den Handel, wodurch die Gegensätze der verschiedenen Kulturen aufeinander wirkten. Was Thales natürlich ebenfalls zukam, war ein sehr gutes Wahrnehmungsvermögen. Er stellte die Unterschiede der Kulturen fest und kam so über die Abstraktion der ihm eigenen Kultur zu neuen Erkenntnissen.
Was entscheidend ist für das Wahrnehmungsvermögen bei den Griechen, ist die Identifikation des Denkens damit. Derjenige, der eine gute Wahrnehmung hat, ist fähig gut zu denken. Dabei kommt dem Denken ein Wort zu, dass in unserer heutigen Sprache eher mit „Geist“ übersetzt wird: der nous. Bei Homer heißt es noch „schnaufen“, und im Näheren wird es als „sehr gute Wahrnehmung seiner Umwelt“ bezeichnet. Um den nous mit etwas zu vergleichen was wir heute noch den Tieren zuschreiben, wird es auch als „Witterungsvermögen“ übersetzt. Das, was bei Homer oft als „denken“ übersetzt wurde, bedeutet in seinem Kontext besser „spüren“ oder „bemerken“ (vgl. ebd. 71). An dieser Darstellung ist sehr interessant, dass ein Denken ohne die Wahrnehmung für die Griechen nicht zu denken ist. Denken und Wahrnehmung sind nicht nur miteinander gekoppelt, sondern das Denken wird nur auf der Basis der Wahrnehmung realisiert. Ein Denken über Abstraktes konnte sich unter dieser Voraussetzung noch nicht vollziehen, das Denken über etwas hatte immer einen Bezug auf ein real Gegebenes. Das Denken ist in diesem Kontext nur die Verlängerung der Wahrnehmung.
Einleitung: Umreißt das Ziel, die Theorie der natürlichen Selbstorganisation jenseits gängiger Lebensratgeber zu beleuchten und ihre Ursprünge in der griechischen Naturphilosophie zu finden.
1 Von Parmenides zu Heraklit: Vom Sein zum Werden: Analysiert den historischen Grundstein des Denkens bei den Vorsokratikern und wie diese Konzepte das Verständnis von Sein und Werden prägten.
2 Begriffe in der Theorie der Selbstorganisation: Systematisiert wesentliche wissenschaftliche Termini wie Selbstorganisation, System, Komplexität und Emergenz innerhalb eines modernen Kontextes.
3 Kritik an der Theorie der Selbstorganisation: Erörtert die wissenschaftliche Kritik an der Übertragung physikalischer Selbstorganisationsmodelle auf andere Lebensbereiche, insbesondere anhand von Hans-Dieter Mutschler.
Schluss: Reflektiert die Notwendigkeit von Vertrauen in die wissenschaftliche Entwicklung und den Menschen als Teil eines komplexen Ganzen.
Selbstorganisation, Sein, Werden, Vorsokratiker, Parmenides, Heraklit, Komplexität, Emergenz, Systemtheorie, Naturphilosophie, Kausalität, Autopoiesis, Metaphysik, Ontologie, Chaostheorie.
Die Arbeit befasst sich mit der Theorie der natürlichen Selbstorganisation. Sie geht der Frage nach, wie sich dieses komplexe Phänomen im Kontext der Naturphänomene und des menschlichen Erkenntnisvermögens beschreiben lässt.
Die Arbeit verbindet klassische vorsokratische Naturphilosophie mit modernen wissenschaftlichen Ansätzen aus Bereichen wie der Chaostheorie, Systemtheorie und Komplexitätsforschung.
Das Ziel ist es, eine philosophische Herleitung der Selbstorganisation zu liefern und zu zeigen, dass aktuelle wissenschaftliche Theorien ihre Wurzeln in antiken Überlegungen zum Verhältnis von Sein und Werden haben.
Die Arbeit nutzt einen analytisch-philosophischen Ansatz, der antike Texte und moderne wissenschaftstheoretische Diskurse kombiniert, um Begriffe zu klären und einen strukturierten Rahmen zu schaffen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Vorsokratiker, eine begriffliche Fundierung der Selbstorganisationstheorie und eine anschließende kritische Reflexion dieser Theorie.
Besonders prägend sind Begriffe wie Selbstorganisation, Sein und Werden, Komplexität, Emergenz sowie die Namen der antiken Denker Parmenides und Heraklit.
Die Arbeit stellt Parmenides' starres Sein dem prozesshaften Werden Heraklits gegenüber und zeigt, wie dieser Gegensatz als Ausgangspunkt für die abendländische Philosophie fungiert.
Der Autor sieht in der Populärwissenschaft eine wichtige Vermittlungsfunktion zwischen hochspezialisierten Disziplinen, auch wenn er die methodische Exaktheit in populären Darstellungen kritisch hinterfragt.
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