Masterarbeit, 2010
156 Seiten, Note: Sehr gut
1| EINLEITUNG
2| MEDIEN – EINE HINFÜHRUNG
3| WAS IST ZEIT?
3|1 Was in einer Sekunde passiert
3|2 Das Phänomen Zeit von sechs Standpunkten aus betrachtet
3|2|1 NAIVER STANDPUNKT
3|2|2 PHYSIKALISCHER STANDPUNKT
3|2|3 PHILOSOPHISCHER STANDPUNKT
3|2|4 RELIGIÖSER STANDPUNKT – ZEIT IN DER BIBEL
3|2|5 PHYSIOLOGISCHER UND NEUROBIOLOGISCHER STANDPUNKT
3|2|5|1 Gibt es so etwas wie eine innere Uhr?
3|2|5|2 Elementare Zeitphänomene
3|2|5|2|1 Gleichzeitigkeitsschwelle
3|2|5|2|2 Ordnungsschwelle
3|2|5|2|3 Drei-Sekunden-Phänomen
3|2|5|2|4 Dauer
3|2|6 SOZIOLOGISCHER STANDPUNKT
3|3 Vorstellungen von Zeit in Gesellschaften
3|3|1 OCCASIONALES ZEITBEWUSSTSEIN
3|3|2 ZYKLISCHES ZEITBEWUSSTSEIN
3|3|3 LINEARES ZEITBEWUSSTSEIN MIT GESCHLOSSENER ZUKUNFT
3|3|4 LINEARES ZEITBEWUSSTSEIN MIT OFFENER ZUKUNFT
4| ZEIT-(BE)RECHNUNGEN
4|1 Zeit-(be)rechnungen vor dem 16. Jahrhundert (Gregorianische Kalenderreform)
4|2 Zeit-(be)rechnungen ab dem 16. Jahrhundert (Galileo Galilei und das Pendel)
5| INDIVIDUELLE ZEITPERSPEKTIVEN
5|1 Zeit bestimmen
5|2 Zeit und Charakter
5|3 Lebenstempo
5|4 Tempo
5|5 Synchronisation – Desynchronisation
5|6 Beschleunigung versus Entschleunigung
5|6|1 NATÜRLICHE GESCHWINDIGKEITSGRENZEN
5|6|2 ENTSCHLEUNIGUNGSINSELN
5|6|3 VERLANGSAMUNG ALS DYSFUNKTIONALE NEBENFOLGE
5|6|4 INTENTIONALE ENTSCHLEUNIGUNGSFORMEN
5|6|5 KULTURELLE UND STRUKTURELLE ERSTARRUNG
6| INDIVIDUALZEIT – MEDIENZEIT
6|1 Zeitliches Verfasstsein von Medien
6|2 Beschleunigung durch Medien?
6|2|1 UNBESCHLEUNIGTE PHASE
6|2|2 PHASEN DER BESCHLEUNIGUNG
6|2|2|1 Von der Räderuhr bis zur Dampfmaschine
6|2|2|2 Von der Dampfmaschine bis zum IPad™ bis zu …..
6|2|2|3 Medienentwicklung und deren Auswirkungen
7| DAS GEGENWART-PROBLEM
7|1 Was ist Gegenwart?
7|2 Gegenwartsschrumpfung
7|3 Zeit-Falle Gegenwart?
7|4 Zeitmanagementseminare als Lösung von Zeitnot?
7|5 Mensch – Apparate – Zeit
7|6 Medienentwicklung der Zukunft – neue Beschleunigung?
7|7 Medien und Zeit – eine unheilvolle Paarung?
Die Arbeit untersucht, wie Zeit begrifflich definiert ist und welche Rolle Medien bei der gesellschaftlichen Vertaktung, der wahrgenommenen Beschleunigung sowie der Zeit-Globalisierung spielen. Es wird erforscht, ob technologische Fortschritte zu echtem Zeitgewinn führen oder ob der Mensch durch moderne Zeitmanagement-Konzepte lediglich versucht, der sogenannten Zeit-Falle zu entkommen.
3|1 Was in einer Sekunde passiert
In einer Sekunde …
… werden 24 500 Tassen Kaffee getrunken
… kommen weltweit drei Kinder zur Welt
… zählt die Atomuhr bis 9 192 631 770
… führt der Höchstleistungsrechner in Garching bei München 26 Billionen Rechenoperationen durch – dafür bräuchte ein Mensch 6 Millionen Jahre!
… gelangen rund 800 Tonnen Treibhausgase in die Luft
… werden weltweit rund 37 Millionen Euro für Rüstungsgüter ausgegeben
… legt das Licht 300 000 Kilometer zurück
… werden rund 150 000 Liter Öl gefördert
… werden 4,5 Autos gebaut
… gibt eine menschliche Nervenzelle 200 Impulse ab
… werden weltweit rund 174 000 Zigaretten angezündet
… wird im Internet ein neues Weblog eingerichtet
… dringen bis zu 16 verschiedene Informationen in unser Bewusstsein
… muss eine Rakete 11,4 Kilometer zurücklegen, um die Anziehungskraft der Erde zu überwinden
… nehmen Kameras für extreme Zeitlupe 10 000 Bilder auf
… werden 33 Minuten Video auf ‚YouTube’ gestellt
1| EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet den gesellschaftlichen Wandel von der vorindustriellen zur globalisierten Informationsgesellschaft und führt in die Problematik des zunehmenden Zeitdrucks ein.
2| MEDIEN – EINE HINFÜHRUNG: Dieses Kapitel erörtert die Wechselbeziehung zwischen Medien und Kultur sowie die theoretischen Herausforderungen bei der Definition des Medienbegriffs.
3| WAS IST ZEIT?: Es erfolgt eine multiperspektivische Analyse des Zeitbegriffs unter Einbeziehung physikalischer, philosophischer, religiöser, biologischer und soziologischer Standpunkte.
4| ZEIT-(BE)RECHNUNGEN: Das Kapitel behandelt die Geschichte der Zeitmessung, von antiken astronomischen Methoden bis hin zur modernen, technologisch geprägten Zeitrechnung.
5| INDIVIDUELLE ZEITPERSPEKTIVEN: Hier werden subjektive Zeitempfindungen, Lebenstempo und die Spannungsfelder zwischen Beschleunigung und Entschleunigung analysiert.
6| INDIVIDUALZEIT – MEDIENZEIT: Dieses Kapitel fokussiert auf das zeitliche Verfasstsein von Medien und untersucht, wie Medien die Wahrnehmung von Zeit und Raum nachhaltig verändern.
7| DAS GEGENWART-PROBLEM: Abschließend wird das Phänomen der Gegenwartsschrumpfung sowie die Zeit-Falle in einer hochtechnisierten Gesellschaft kritisch beleuchtet.
Zeit, Zeitmanagement, Beschleunigung, Entschleunigung, Medientheorie, Zeitwahrnehmung, Globalisierung, Informationsgesellschaft, Zeitgeist, Zeitempfinden, Gesellschaftsstruktur, Kommunikationstechnologie, Individualzeit, Dromologie, Zeitfalle.
Die Arbeit untersucht die Wechselwirkung zwischen unserer Wahrnehmung von Zeit, gesellschaftlichen Strukturen und dem Einfluss medientechnologischer Entwicklungen auf unser Lebenstempo.
Zentrale Themen sind die Geschichte der Zeitrechnung, die neuropsychologischen Grundlagen des Zeitempfindens, soziologische Zeitkonzepte und die Rolle von Medien als Zeittreiber in der Moderne.
Die Arbeit hinterfragt, ob moderne Medien durch ihre technische Beschleunigung tatsächlich Zeitvorteile bringen oder ob sie uns in eine ständige "Zeit-Falle" führen, aus der wir durch Zeitmanagement zu entkommen versuchen.
Es handelt sich um eine interdisziplinäre theoretische Analyse, die Literatur aus den Bereichen Physik, Philosophie, Soziologie, Neurobiologie und Wirtschaftswissenschaften zusammenführt.
Im Hauptteil werden verschiedene Zeitmodelle (Magie, Körper, Messung, Prozess) analysiert, das individuelle Zeiterleben unter Druck sowie die Rolle technischer Medien als Taktgeber unserer Gegenwart.
Begriffe wie Beschleunigung, Entschleunigung, Individualzeit, Medienzeit, Gegenwartsschrumpfung und Zeit-Falle sind prägend für die Arbeit.
Lübbe bezeichnet damit das Phänomen, dass Lebensbedingungen sich so schnell ändern, dass heutiges Wissen oder gesellschaftliche Normen morgen bereits veraltet sind, was die Dauer planbarer Lebenszukunft verkürzt.
Die Dromologie ist die Theorie vom Wesen der Geschwindigkeit. Sie untersucht, wie technologische Revolutionen im Transport- und Kommunikationswesen die menschliche Wahrnehmung von Raum und Zeit fundamental verändern.
Sie betrachtet diese oft kritisch als eine Art "oberflächliche Geschäftsidee", da das Zeitproblem meist in Routinen und gesellschaftlichen Strukturen verwurzelt ist, die sich nicht durch einfaches Zeitmanagement beheben lassen.
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