Bachelorarbeit, 2004
78 Seiten, Note: 8 (gut)
1. Einleitung
2. Historischer Teil
2.1 Die Entwicklung der Fotografie
2.2 Die Entwicklung der Aktfotografie
2.3 Verschiedene Ansichten des Körpers
2.4 150 Jahre Aktfotografie
2.5 Fotografie und Frau
2.6 Der gesellschaftliche Stellenwert der Frau in der Kunst
3. Epistemologischer Teil
3.1 Weibliche Perspektive des Körpers
3.3 Die männliche Perspektive des Körpers
3.4 Unterschiede zwischen der weiblichen und der männlichen Perspektive
4. Interviews
5. Zusammenfassung und Ausblick
6. Bibliografie
7. Anhang
7.1 Interviews
7.2 Fotos
Die Arbeit untersucht die geschlechtsspezifische Perspektive in der Aktfotografie, analysiert den gesellschaftlichen Stellenwert von Aktfotografinnen und Aktmodellen im Wandel der Zeit und hinterfragt die Existenz typisch weiblicher oder männlicher Herangehensweisen an das Motiv der Nacktheit unter Berücksichtigung autobiografischer Interviews.
Die Schwangere
Schimmer behauptet, dass der Akt einer Schwangeren von Imogen Cunningham das erste Aktfoto einer Schwangeren in der Fotografie überhaupt ist. Die Fotografin wollte die körperliche Präsenz der Frau und die formale Veränderung des Körpers betonen. Sie konzentrierte sich vor allem auf das Zentrum des Leibes, kugelrunde Bauch und Brüste. Der Kopf und Extremitäten wurden ignoriert.
Was Cunninggham in die Bildsprache der Aktfotografie einführt, ist neu und ungewohnt. Der entblösste weibliche Körper wird hier als Ort der Genese inszeniert. Gerade weil wir in diesem Bild das Gesicht nicht sehen, entsteht eine visualisierte Analogie zwischen schwangerem Bauch und behaartem Scham. Die beiden Brustwarzen sind sehr markant, weil sie sich in der Rundung des Türknopfes, der fast auf gleicher Höhe liegt, befinden. Diese bilden das sozusagen geometrische Gegenstück zu feinen Linien, die von den Brüsten zur Scham verläuft und im Mittelpunkt den Bauchnabel überquert.
Die Fotografie der Schwangeren repräsentiert eindrücklich den Bruch unseres herkömmlichen Sehens.
1. Einleitung: Definiert den Ausgangspunkt der Arbeit, die Motivation der Autorin und das festgestellte Grundlagendefizit bezüglich spezifischer Literatur zu Aktfotografinnen und -modellen.
2. Historischer Teil: Bietet einen Überblick über die technologische Entwicklung der Fotografie und die historische Wandlung der Aktdarstellung in verschiedenen Epochen und Kontexten.
3. Epistemologischer Teil: Untersucht die Unterschiede zwischen der weiblichen und männlichen Perspektive in der Aktfotografie und reflektiert das Erscheinungsbild des Körpers sowie die Rolle des Betrachters.
4. Interviews: Dokumentiert die methodische Herangehensweise und die Ergebnisse von Experteninterviews mit Fotografen und Wissenschaftlern zur Thematik der Aktfotografie.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Resümiert die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit und reflektiert die Komplexität der Abgrenzung von Kunst, Erotik und Pornografie unter Berücksichtigung sozialer Regeln.
6. Bibliografie: Listet die verwendeten Fachliteraturquellen sowie Internetverweise auf.
7. Anhang: Enthält die vollständigen Transkripte der Interviews sowie eine Auswahl an repräsentativen Fotografien.
Aktfotografie, Weibliche Perspektive, Männliche Perspektive, Körperbild, Frauenbewegung, Kunstgeschichte, Erotik, Pornografie, Identität, Soziologie, Bildanalyse, Geschlechterdifferenz, Selbstporträt, Kamera, Sozialer Stand.
Die Arbeit analysiert die Aktfotografie unter dem Aspekt geschlechtsspezifischer Perspektiven und untersucht, wie sich der soziale Stellenwert der Frau als Fotografin und Modell im Laufe der Zeit verändert hat.
Neben einer historischen Einordnung der Aktfotografie stehen die Unterschiede zwischen der männlichen und weiblichen Sehweise, der Einfluss der Frauenbewegung auf die Kunst sowie die Differenzierung zwischen Erotik und Pornografie im Mittelpunkt.
Ziel ist es zu ergründen, ob es tatsächlich geschlechtsspezifische Merkmale in der Fotografie gibt und ob Frauen in der Erotik spezifische Verhaltensweisen an den Tag legen, die über bisherige Klischees hinausgehen.
Die Autorin wählt ein induktives Vorgehen und nutzt als zentrales Erhebungsverfahren das autobiografische Interview, um verborgene Sichtweisen von Fotografen und Wissenschaftlern zu erfassen.
Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Überblick zur Entwicklung der Aktfotografie sowie einen epistemologischen Teil, der die weibliche und männliche Perspektive auf den Körper kontrastiert und anhand von Künstlerbiografien wie Diane Arbus oder Robert Mapplethorpe verdeutlicht.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Aktfotografie, Geschlechterdifferenz, männlicher vs. weiblicher Blick, soziale Konstruktion von Körperbildern sowie der Einfluss gesellschaftlicher Normen auf die künstlerische Produktion.
Erotik wird als eine Form verstanden, die Ambivalenzen zulässt und künstlerisch kodiert ist, während Pornografie als zweckgebunden, mechanisch und rein kommerziell zur Befriedigung voyeuristischer Bedürfnisse definiert wird.
Prof. Casetti liefert eine medienwissenschaftliche Perspektive und betont die Bedeutung der "reception studies", indem er verdeutlicht, wie der Betrachter selbst aktiv am Konstruktionsprozess von Sinn und Ästhetik beteiligt ist.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass keine eindeutigen geschlechtsspezifischen Unterschiede nachgewiesen werden können, sondern vielmehr Vorurteile und gesellschaftliche Klischees die Wahrnehmung bestimmen.
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