Bachelorarbeit, 2010
57 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Die Organisation der Amerikanischen Staaten
2.1 Die Panamerikanische Bewegung
2.2 Die Gründung der OAS
2.3 Struktur und Ziele der OAS
2.3.1 Der strukturelle Aufbau der OAS
2.3.2 Die Ziele der OAS
3. Die Ausgangssituation der OAS
3.1 Der besondere Charakter des interamerikanischen Systems
3.1.1 Asymmetrie zwischen Nord und Süd
3.1.2 Die Monroe-Doktrin und die US-amerikanische Interventionspolitik
3.1.3 Theodore Roosevelts Neuinterpretation der Monroe-Doktrin
3.1.4 Das Nichtinterventionsprinzip
3.1.5 Das Prinzip der Gleichberechtigung aller Mitgliedsstaaten
3.2 Erwartungen der Mitgliedsstaaten
3.2.1 Erwartungen der Vereinigten Staaten
3.2.2 Erwartungen der Staaten Lateinamerikas
3.3 Zwischenbilanz
4. Die US-lateinamerikanischen Beziehungen in der OAS
4.1 Der Kampf gegen den Kommunismus
4.1.1 Die Erhaltung des Status quo – Truman und Eisenhower
4.1.2 Der Spezialfall Kuba
4.1.3 Reformen gegen den Kommunismus – Kennedy
4.1.4 Rückkehr zur Interventionspolitik – Johnson
4.1.5 Zwischenbilanz – Die 1950er und 1960er Jahre
4.2 Die Welt im Wandel
4.2.1 Erste Brüche im interamerikanischen System – Nixon und Ford
4.2.2 Der Weg zur Demokratie – Carter
4.2.3 Das Ende des Kalten Krieges – Reagan
4.2.4 Zwischenbilanz – Die 1970er und 1980er Jahre
4.3 Die 1990er Jahre
4.3.1 Das Ende der bipolaren Weltordnung – Bush sen.
4.3.2 Der Weg zur Jahrtausendwende – Clinton
4.3.3 Zwischenbilanz – Die 1990er Jahre
4.4 Aufbruch in ein neues Jahrtausend
4.4.1 Krieg gegen den Terrorismus – Bush jun.
4.4.2 Ein Neuanfang? – Obama
4.4.3 Zwischenbilanz – Der Beginn eines neuen Jahrtausends
5. Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die Lateinamerikapolitik der USA in den 60 Jahren seit Gründung der Organisation der Amerikanischen Staaten (OAS) die Funktionsweise und Relevanz dieser Organisation bestimmt und beeinflusst hat.
3.1.2 Die Monroe-Doktrin und die US-amerikanische Interventionspolitik
Eine sehr große Rolle spielte in diesem Zusammenhang zunächst die „Monroe-Doktrin“: Sie war Ausdruck der Bemühungen der USA, tatsächliche oder imaginäre Versuche europäischer Mächte, in Lateinamerika Fuß zu fassen, abzuwehren – die Politik des „strategic denial“ (Boeckh 2005: 92). Im Jahre 1823 erklärte der damalige US-Präsident James Monroe in seiner jährlichen Ansprache vor dem Kongress, dass die unabhängig gewordenen lateinamerikanischen Staaten nie wieder Objekt europäischer Kolonisierungsversuche sein dürften und dass ein derartiger Versuch zudem als Aggression gegen die Vereinigten Staaten aufgefasst werde. Dabei sagte er wörtlich:
[...] the occasion has been judged proper for asserting as a principle in which the rights and interests of the United States are involved, that the American continents, by the free and independent condition which they have assumed and maintain, are henceforth not to be considered as subjects for future colonization by any European powers.
[...] With the existing colonies or dependencies of any European power we have not interfered, and shall not interfere. But with the governments who have declared their independence and maintained it, and whose independence we have, on great consideration and on just principles, acknowledged, we could not view any interposition for the purpose of oppressing them, or controlling in any other manner their destiny, by any European power, in any other light than as the manifestation of an unfriendly disposition toward the United States. (Fenwick 1963: 9)
Diese als „Monroe-Doktrin“ bekannt gewordene Erklärung verwandelte den amerikanischen Kontinent in die exklusive Einflusszone der Vereinigten Staaten, doch war sie zu diesem Zeitpunkt eindeutig gegen Europa gerichtet (König 2006: 710). In dieser Eigenschaft fand sie zunächst auch viel Beifall seitens der lateinamerikanischen Staaten, deren Position dadurch erheblich gestärkt wurde. Und wäre die Monroe-Doktrin immer genau das geblieben, was sie zu Beginn war, nämlich eine Erklärung des Prinzip der Nichtintervention europäischer Mächte auf dem amerikanischen Kontinent, dann wäre sie ohne Zweifel weiterhin auf die Zustimmung Lateinamerikas gestoßen (Fenwick 1963: 10-11).
1. Einleitung: Darstellung der Problemstellung bezüglich des schwierigen Verhältnisses zwischen den USA und Lateinamerika im Rahmen der OAS und Erläuterung der methodischen Herangehensweise.
2. Die Organisation der Amerikanischen Staaten: Analyse der historischen Panamerikanischen Bewegung, der Gründung der OAS sowie deren strukturellem Aufbau und grundlegenden Zielen.
3. Die Ausgangssituation der OAS: Untersuchung der spezifischen Charakteristika des interamerikanischen Systems, geprägt durch die Asymmetrie zwischen den USA und Lateinamerika sowie die gegensätzlichen Erwartungen der Mitgliedsstaaten.
4. Die US-lateinamerikanischen Beziehungen in der OAS: Chronologische Aufarbeitung der US-Politik gegenüber Lateinamerika in vier Phasen, vom Kalten Krieg über den Wandel in den 1970er/80er Jahren bis hin zum Aufbruch in das neue Jahrtausend.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Fazit über den Einfluss der US-Außenpolitik auf die Organisation und eine Einschätzung der zukünftigen Handlungsfähigkeit der OAS.
OAS, Organisation der Amerikanischen Staaten, USA, Lateinamerika, US-Außenpolitik, Interventionspolitik, Kalter Krieg, Monroe-Doktrin, Nichtinterventionsprinzip, Multilateralismus, Demokratisierung, Frieden, Sicherheit, Außenbeziehungen, Regionale Organisationen.
Die Bachelorarbeit behandelt die Geschichte der US-Lateinamerikapolitik im Rahmen der Organisation der Amerikanischen Staaten (OAS) von 1948 bis in die Gegenwart.
Die Themen umfassen die Entstehung und Struktur der OAS, den Einfluss der US-amerikanischen Sicherheitsinteressen und die Entwicklung der interamerikanischen Beziehungen unter verschiedenen US-Präsidenten.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie die Lateinamerikapolitik der USA die Funktionsweise, Effizienz und politische Relevanz der OAS über die Jahrzehnte hinweg maßgeblich beeinflusst und oft eingeschränkt hat.
Die Arbeit nutzt eine chronologische Analyse der historischen Entwicklung und wertet dabei Sekundärliteratur und politische Dokumente aus, um den Einfluss der US-Interessen auf das multilaterale Bündnis zu belegen.
Der Hauptteil analysiert vier Phasen: Den Kampf gegen den Kommunismus (1948-1960er), den Wandel durch Demokratisierung in den 1970er/80er Jahren, die Phase der 1990er Jahre sowie das neue Jahrtausend unter dem Fokus der Terrorbekämpfung.
Zentrale Begriffe sind die "Asymmetrie" zwischen Nord und Süd, die "Monroe-Doktrin", das "Nichtinterventionsprinzip" und die "kollektive Friedenssicherung".
Sie diente den USA als Instrument zur Rechtfertigung ihrer Dominanz und zeitweise als Legitimationsgrundlage für unilaterale Interventionen in der Region, was häufig im Widerspruch zu den Forderungen der lateinamerikanischen Staaten stand.
Die Autorin verdeutlicht, dass die OAS oft unter den widerstreitenden Interessen ihrer Mitglieder litt, wobei die USA die Organisation bei nationalen Interessen häufig zugunsten bilateraler Alleingänge umgingen.
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