Examensarbeit, 2010
69 Seiten, Note: 1,5
I Einleitung
II Definitionen
II.I Migrationshintergrund
II.2 Integration
II.3 Bildungsbenachteiligung / Bildungsbarrieren
III Migration in Deutschland
III.1 Geschichte der Migration
III.2 Migration und Schule - Von der Ausländerpädagogik zum Integrationskonzept
III.3 Migrationshintergründe
III.3.1 Asylanten und Asylrecht, Flüchtlinge
III.3.2 Aussiedler und Spätaussiedler
III.3.3 Gastarbeiter
IV Die Bildungsbenachteiligung von Schülern mit Migrationshintergrund
IV.1 Das Problem mit der Heimatkultur
IV.2 Deutsche Sprache und Spracherwerb
IV.3 Bildungsbenachteiligung aufgrund sozialer Faktoren
IV.3.1 Die Kapitaltheorie nach Pierre Bourdieu
IV.3.2 Reproduktion sozialer Ungleichheit und schulische Integration
IV.4 Bildungsbenachteiligung durch institutionelle Diskriminierung
IV.4.1 Institutioneller Rassismus
IV.4.2 Institutionelle Diskriminierung
IV.4.3 Institutionelle Diskriminierung durch die Institution Schule
IV.4.4 Institutionelle Diskriminierung in der Phase der Einschulung / Grundschule
IV.4.5 Institutionelle Diskriminierung beim Übergang in die Sekundarstufe
IV.5 Segregation in der Sekundarstufe I
IV.6 Weitere Formen von Bildungsbenachteiligung
V Schüler mit Migrationshintergrund innerhalb der einzelnen Schulformen
V.1 Vorschulische Bildung und der Besuch der Grundschule
V.2 Die Überrepräsentation von Schülern mit Migrationshintergrund auf Schulen zur Lernförderung (Sonderschulen)
V.3 Schüler mit Migrationshintergrund in den neuen Bundesländern
VI Schüler mit Migrationshintergrund im Blickpunkt der PISA-Studien (Programme for International Student Assessment)
VI.1 PISA 2000
VI.2 PISA 2003
VI.3 PISA 2006
VII Möglichkeiten zur Förderung von Schülern mit Migrationshintergrund
VII.1 Bildungssprache als Voraussetzung für Schulerfolg
VII.2 Bilingualität
VII.3 Interkulturelle Pädagogik und weitere Fördermaßnahmen
VIII Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen der Bildungsbenachteiligung von Schülern mit Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem. Ziel ist es zu erörtern, ob diese Benachteiligung primär auf institutionelle oder politische Bedingungen zurückzuführen ist oder inwiefern individuelle sowie familiäre Faktoren einen wesentlichen Einfluss auf den Schulerfolg haben.
IV.1 Das Problem mit der Heimatkultur
Ein wichtiger Punkt, der bei Migrationskindern beachtet werden muss, ist die verschiedene Kultur, die innerhalb des schulischen und des heimischen Umfeldes vorherrscht. Kinder türkischer Eltern verlaufen eine andere Sozialisation als ihr deutsches Pendant. Viele Eltern sind aus verschiedensten Motivationen heraus nach Deutschland gekommen, vor allem aber, um ihre Lebenssituation zu verbessern. Dies führt allerdings nicht zwangsläufig zur Anpassung an die traditionelle deutsche Kultur. Häufig leben die Einwanderer in ihrer Häuslichkeit die eigene Kultur weiter, wodurch die Kinder vor ein großes Problem gestellt werden, sie leben in zwei verschiedenen Welten, morgens in Deutschland, abends in der Türkei.34 Das Aufziehen der Kinder erfolgt in völlig anderer Weise als bei uns in Deutschland. Vorrangig bis zum sechsten Lebensjahr sind sie ausschließlich dem Umfeld der Mutter zugeordnet und genießen hohe gefühlsmäßige Aufmerksamkeit. Unterschiede findet man auch hier bei dem Aufwachsen von Kindern aus städtischer bzw. dörflicher Gegend.
Ab dem sechsten Lebensalter beginnt die eigentliche geschlechtsspezifische Erziehung der Kinder, bei der die Jungen dem Vater zugeordnet werden und die Mädchen bei der Mutter verbleiben. Auch die Ausbildung nach islamischen Verhaltensregeln ist ein Pflichtprogramm bei der Erziehung der Kinder.35 Behr schreibt in ihrem Aufsatz, dass türkische Kinder durchaus mehr Freiraum genießen, als deutsche Kinder, und vielmehr am Erwachsenenleben teilnehmen und somit auch eher eigenverantwortlich Tätigkeiten ausüben dürfen. Diese unterschiedlichen Erziehungsausrichtungen und Wertevorstellung können nach einer Einwanderung nach Deutschland zu inneren Konflikten bei den Kindern und Jugendlichen führen, bis dahin, dass sowohl das Wertesystem der türkischen, aber auch das der deutschen Kultur abgelehnt werden können. Wichtig ist hier dann darauf zu achten, dass man versucht die Kinder zu unterstützen, sich in beiden Wertesystemen zurechtzufinden.36
I Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Bildungsbenachteiligung von Migrantenkindern ein und skizziert das Ziel, den Anteil persönlicher versus institutioneller Faktoren zu ergründen.
II Definitionen: Hier werden zentrale Begriffe wie Migrationshintergrund, Integration und Bildungsbarrieren definiert, um eine theoretische Grundlage für die Analyse zu schaffen.
III Migration in Deutschland: Dieses Kapitel behandelt die historische Genese der Zuwanderung und die Entwicklung pädagogischer Konzepte, ergänzt durch eine Differenzierung verschiedener Migrantengruppen.
IV Die Bildungsbenachteiligung von Schülern mit Migrationshintergrund: Im Hauptteil werden kulturelle, sprachliche und soziale Faktoren analysiert sowie Mechanismen institutioneller Diskriminierung und Segregation kritisch beleuchtet.
V Schüler mit Migrationshintergrund innerhalb der einzelnen Schulformen: Dieser Abschnitt untersucht die ungleiche Verteilung ausländischer Schüler auf verschiedene Schulformen mit einem Fokus auf die Überrepräsentation an Sonderschulen.
VI Schüler mit Migrationshintergrund im Blickpunkt der PISA-Studien: Die PISA-Ergebnisse werden herangezogen, um das Abschneiden von Schülern mit Migrationshintergrund empirisch zu untermauern und den Einfluss des sozialen Status zu diskutieren.
VII Möglichkeiten zur Förderung von Schülern mit Migrationshintergrund: Das Kapitel evaluiert Interventionsmöglichkeiten, insbesondere sprachliche Förderung, Bilingualität und interkulturelle pädagogische Ansätze.
VIII Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und betont die Notwendigkeit einer aktiven Kooperation aller Akteure zur Überwindung der Bildungsbarrieren.
Migrationshintergrund, Bildungsbenachteiligung, Integration, Schulerfolg, Schule, Soziologie, institutionelle Diskriminierung, PISA-Studien, Sprachbarrieren, Kapitaltheorie, Sonderschule, interkulturelle Pädagogik, Bildungsbarrieren, Segregation, soziale Ungleichheit
Die Arbeit untersucht die Ursachen und Hintergründe, die zu einer Bildungsbenachteiligung von Schülern mit Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem führen.
Die zentralen Themen sind Sprachförderung, der Einfluss des sozialen Herkunftsmilieus, die Rolle der Heimatkultur sowie die Analyse von institutionellen Diskriminierungsprozessen in der Schule.
Das primäre Ziel ist es, aufzuklären, in welchem Maße politische und institutionelle Bedingungen versus persönliche oder familiäre Faktoren für das schlechtere Abschneiden von Schülern mit Migrationshintergrund verantwortlich sind.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse soziologischer und pädagogischer Theorien sowie der Auswertung empirischer Schulleistungsstudien wie PISA.
Der Hauptteil beleuchtet detailliert kulturelle Konflikte, sprachliche Defizite, die Kapitaltheorie von Bourdieu und wie Schulen durch Selektionsentscheidungen institutionell zur Benachteiligung beitragen.
Begriffe wie Migrationshintergrund, Habitus, institutioneller Rassismus, Bildungssprache, Segregation und Sonderschule sind zentral für das Verständnis der Argumentation.
Die Koranschule wird als eine dem deutschen Schulsystem konträre Einrichtung beschrieben, deren Besuch kulturelle Konflikte bei Kindern verschärfen kann, was sich negativ auf den Schulerfolg in der Regelschule auswirkt.
Der Übergang wird als selektiver Prozess dargestellt, bei dem Kinder aus Migrantenfamilien aufgrund von Stereotypen, Vorurteilen und mangelnden sprachlichen Voraussetzungen häufiger auf niedere Schulformen gelenkt werden.
Gemäß Bourdieu fehlt es vielen Migrantenfamilien an ökonomischem Kapital, um schulische Zusatzförderungen oder Lernmaterialien zu finanzieren, was ihre Möglichkeiten zur Aufstiegsmobilität innerhalb des Bildungssystems einschränkt.
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