Bachelorarbeit, 2023
41 Seiten, Note: 1,5
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Einschränkungen durch die Coronapandemie
2.2 Lernen und Lernbedingungen
3 Pandemiebedingte Veränderungen der Lernbedingungen
3.1 Voraussetzungen und Schwierigkeiten bei der Umsetzung des Fernunterrichts
3.1.1 Digitale Ausstattung und Kompetenz
3.1.2 Arbeitsumgebung im familiären Umfeld
3.1.3 Auswirkungen der Schwierigkeiten bei der Umsetzung des Fernunterrichts auf das Lernen der Schüler
3.2 Veränderung sozialer Beziehungen
3.2.1 Lehrer-Schüler-Beziehung
3.2.2 Schüler-Schüler-Beziehung
3.2.3 Auswirkungen der Kontaktbeschränkungen auf die psychische Verfassung und das Lernverhalten bzw. die Lernleistungen der Schüler
4 Diskussion und Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die tiefgreifenden Veränderungen der Lernbedingungen von Schülerinnen und Schülern weiterführender Schulen während der ersten pandemiebedingten Schulschließungen in Deutschland im Frühjahr 2020. Dabei wird analysiert, wie sich die Umstellung auf den digitalen Fernunterricht, die räumliche Ausstattung im familiären Umfeld sowie die Veränderung sozialer Interaktionsmöglichkeiten zwischen Schülern und Lehrkräften auf den Lernerfolg und die psychische Verfassung der Lernenden auswirkten.
Digitale Ausstattung und Kompetenz
Bereits vor der ersten krisenbedingten Schulschließung im Frühjahr 2020, konnten internationale und nationale Schulleistungsstudien wiederholt zeigen, dass digitale Medien an deutschen Schulen, auch wenn sie bereits teilweise zum Alltag der Schüler und Lehrer gehörten, im Vergleich zu anderen internationalen Ländern als Lehr- und Lernmittel deutlich weniger häufig verwendet wurden (Drossel et al., 2019, S. 214–215; Eickelmann, Schaumburg et al., 2014, S. 199; Lorenz et al., 2016, S. 82). Aus den Ergebnissen verschiedener Untersuchungen des Programme for International Student Assessment (PISA) geht so beispielsweise seit Jahren immer wieder hervor, dass die Nutzungsfrequenz von Computern und dem Internet an deutschen Schulen im Gegensatz zu allen anderen beteiligten OECD-Staaten (Organization for Economic Cooperation and Development) deutlich unter dem Durchschnitt liegt (Lorenz et al., 2016, S. 82).
Durch den internationalen Vergleich im Rahmen der ICILS-Studie 2013 (International Computer and Information Literacy Study) (Eickelmann, Bos, Gerick, Goldhammer et al., 2019) konnte bereits in der Vergangenheit festgestellt werden, woran dies an einigen deutschen Schulen gelegen hat. Festzustellen war, dass in Deutschland die Rahmenbedingungen des schulischen Lernens und Lehrens mit digitalen Medien und damit die Möglichkeiten der Lehrperson, digitale Medien in den Unterricht integrieren zu können, deutliche Nachholbedarfe aufwiesen. Der Mangel digitaler Ressourcen in der Schule bezog sich u.a. auf die IT-Ausstattung und Internetanbindung der Schulen, auf die Verfügbarkeit von technischem und pädagogischem IT-Support sowie auf den Bereich der Lehreraus- und -fortbildungen.
Demzufolge waren wichtige Voraussetzungen für Lehrkräfte zur Gestaltung des Unterrichts mit digitalen Medien, um Schülern computer- und informationsbezogene Kompetenzen vermitteln zu können, an vielen deutschen Schulen nicht gegeben (Drossel et al., 2019, S. 205). Dementsprechend fielen die Studienergebnisse der ICILS, welche die computer- und informationsbezogenen Kompetenzen von insgesamt 2.225 Schülerinnen und Schülern der 8. Jahrgangsstufe an 142 Schulen deutschlandweit im Jahr 2013 erfasste, schlecht aus (Eickelmann, Gerick & Bos, 2014, S. 12–13).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die krisenbedingte Ausnahmesituation der Schulschließungen während der Coronapandemie ein und definiert die Forschungsziele sowie den Fokus auf Schüler weiterführender Schulen.
2 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert die Maßnahmen zur Eindämmung der Coronapandemie in Deutschland und definiert die Konzepte Lernen sowie Lernbedingungen als Grundbausteine für das Verständnis der späteren Analysen.
3 Pandemiebedingte Veränderungen der Lernbedingungen: Das Hauptkapitel untersucht die technologischen und sozialen Herausforderungen des Fernunterrichts sowie die Auswirkungen auf soziale Beziehungen, die psychische Gesundheit und die Lernmotivation der Schüler.
4 Diskussion und Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse über die verschlechterten Lernbedingungen zusammen und betont die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Förderung, die soziale Beziehungen und psychisches Wohlbefinden gleichermaßen wie fachliche Defizite berücksichtigt.
Coronapandemie, Fernunterricht, Lernbedingungen, Schulschließung, digitale Ausstattung, Medienkompetenz, Lehrer-Schüler-Beziehung, soziale Isolation, soziale Ungleichheit, psychische Gesundheit, Depression, Distanzlernen, Bildungsgerechtigkeit, Lernmotivation, Kindheit in der Krise
Die Arbeit analysiert die grundlegenden Veränderungen der Lernbedingungen für Schüler weiterführender Schulen während der pandemiebedingten Schulschließungen im Frühjahr 2020 in Deutschland.
Die zentralen Themenfelder umfassen die digitale Infrastruktur, die häusliche Lernumgebung, die soziale Interaktion zwischen Lehrkräften und Schülern sowie die psychischen Auswirkungen der Kontaktbeschränkungen auf die Lernleistung.
Das Ziel ist es, herauszuarbeiten, wie sich die Lernbedingungen durch den Fernunterricht verändert haben und welche Herausforderungen, Probleme sowie sozialen Defizite dabei aus erziehungswissenschaftlicher Sicht entstanden sind.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung aktueller Studien (wie ICILS, COPSY oder SOEP) und einer Analyse der getroffenen Coronaschutzverordnungen, um die Auswirkungen der Krise auf den Lernprozess zu explizieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung technischer und organisatorischer Voraussetzungen des Fernunterrichts sowie die Analyse der sozialen Beziehungsebene und der psychischen Verfassung der Schüler.
Hauptbegriffe sind Fernunterricht, soziale Ungleichheit, digitale Lernbarrieren, psychische Gesundheit von Jugendlichen und die veränderte Lehrer-Schüler-Interaktion während der Pandemie.
Die Arbeit zeigt auf, dass Schüler aus sozial benachteiligten Verhältnissen aufgrund mangelnder digitaler Ressourcen und beengter Wohnverhältnisse deutlich schlechtere Lernbedingungen vorfanden als Schüler aus sozial starken Familien, was Lerndefizite verschärfte.
Eine positive Beziehung ist essenziell für die Lernmotivation. Durch den räumlichen Distanzunterricht fehlte jedoch oft der direkte menschliche Kontakt, wodurch die soziale Einbindung erschwert und die selbstständige Motivationsaufrechterhaltung für die Schüler deutlich schwieriger wurde.
Der Autor empfiehlt, den Fokus nicht allein auf die Aufarbeitung von fachlichen Lerndefiziten zu legen, sondern priorisiert die sozialen Beziehungen und das psychische Wohlbefinden der Schüler zu stärken, um eine langfristige Bildungsperspektive zu ermöglichen.
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