Examensarbeit, 2010
68 Seiten, Note: 2,5
1. Einleitung
2. Das Liebeskonzept Duras'
3. Liebe und Tod in Moderato Cantabile
3.1 Liebe und Tod auf Figurenebene
3.1.1 Das unbekannte Paar
3.1.2 Anne und Chauvin
3.1.3 Anne und ihr Ehemann
3.1.4 Anne und ihr Sohn
3.2 Die Raumdarstellung von Liebe und Tod
3.2.1 Le côté d' Anne
3.2.2 Le côté du café
4. Liebe und Tod in Aurélia Steiner
4.1 Liebe und Tod auf Figurenebene
4.1.1 Aurélia und ihr Vater
4.1.2 Aurélia und ihre Mutter
4.1.3 Aurélia und der Matrose
4.2 Die Raumdarstellung von Liebe und Tod
4.2.1 Paris
4.2.2 Vancouver
4.2.3 Melbourne
5. Schlussfolgerung
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die Motive Liebe und Tod in den Werken "Moderato Cantabile" und "Aurélia Steiner" von Marguerite Duras untrennbar miteinander verbunden sind oder sich gegenseitig bedingen. Dabei wird analysiert, wie Duras ihr Liebeskonzept durch verschiedene Figurenebene und Raumdarstellungen in diesen Romanen erweitert.
3.1.1. Das unbekannte Paar
„Au fond du café, dans la pénombre de l’arrière-salle, une femme était étendue par terre, inerte. Un homme, couché sur elle, agrippé à ses épaules, l’appelait calmement. Mon amour. Mon amour.Il se tourna vers la foule, la regarda, et l’on vit ses yeux. Toute expression en avait disparu , exceptée celle […] de son désir.”
Dieses Zitat aus Moderato Cantabile beschreibt das unbekannte Paar. Eine namenlose Frau liegt leblos auf dem Boden eines Cafés, ein Mann, ebenfalls namenlos, liegt auf ihr und nennt sie mon amour. Der Mann küsst die Tote und streicht über ihr Haar, dann wird er von der Polizei abgeführt. Diese Szene und der Todesschrei der Frau zuvor, sind alles, was die Leser, aber auch die Protagonisten über das namenlose Paar erfahren. Alle anderen Äußerungen, die im Buch über dieses Paar gemacht werden, entstammen der Phantasie Anne und Chauvins, sind somit Fiktion.
Betrachtet man das Zitat genauer, fällt auf, dass die beschriebene Szene einem Bühnenbild gleicht. Zuerst wird knapp das Dekor beschrieben, dann die Figuren im Raum, und ihr Zusammenspiel. Dass sich der Mann zu der Menge, man könnte auch sagen dem Publikum richtet, man seine Augen sieht, und dann die Beschreibung seines Gesichtsausdruckes folgt, ist ein wichtiges Indiz für die theatralische Gestaltung dieser Szene. Das Dekor dieser Todesszene scheint banal, unpersönlich, kaum sichtbar gehalten, die beiden Akteure wirken davon fast isoliert, was der Szene ebenfalls eine theatralische Wirkung verleiht. Das Paar besitzt keinerlei Identität, es wird nur mit une femme, un homme beschrieben: « Anne Desbaresdes se renseigna.- Quelqu'un qui a été tué. Une femme. » Die beiden Figuren verbindet offensichtlich die Liebe, aber auch der Tod. Der Mörder nennt die Ermorderte mon amour, und als sich Anne über das Geschehen informiert, wird beschrieben, dass die Frau tot ist, und ihr Körper bewegungslos auf dem Boden des Cafés liegt.
1. Einleitung: Vorstellung des Forschungsgegenstandes, der Einordnung von Duras' Werken in ihre Schaffensphasen und Formulierung der zentralen Forschungsfrage.
2. Das Liebeskonzept Duras': Analyse von Marguerite Duras' Geschlechterverständnis, ihrer Darstellung von Machtverhältnissen und dem untrennbaren Zusammenspiel von Liebe und Tod.
3. Liebe und Tod in Moderato Cantabile: Untersuchung der Zweiteilung von Handlung und Figuren sowie der Rolle von Beobachtern im Kontext der Liebesbeziehung zwischen Anne und Chauvin.
4. Liebe und Tod in Aurélia Steiner: Analyse der Vater-Tochter-Beziehung und der symbolischen Bedeutung von Raum und Schreiben innerhalb der drei Texte.
5. Schlussfolgerung: Synthese der Untersuchungsergebnisse, die den Tod als Ausgangspunkt und untrennbaren Begleiter der Liebe in den untersuchten Werken bestätigt.
Marguerite Duras, Moderato Cantabile, Aurélia Steiner, Liebe und Tod, Liebeskonzept, Leidenschaft, Zerstörung, Figurenebene, Raumdarstellung, Symbolik, Literaturanalyse, Inversion, Identität, Geschlechterverständnis, Schreiben.
Die Arbeit untersucht die thematische Verknüpfung von Liebe und Tod in den Romanen "Moderato Cantabile" und "Aurélia Steiner" der Autorin Marguerite Duras.
Im Zentrum stehen das Liebeskonzept von Duras, die Identitätssuche der Protagonistinnen, die Bedeutung von symbolischen Orten sowie die Verschränkung von zwischenmenschlichen Beziehungen mit dem Tod.
Die Forschungsfrage lautet, ob Liebe und Tod in den genannten Werken untrennbar miteinander verknüpft sind und ob sie sich gegenseitig bedingen.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die textimmanente Interpretationen, die Untersuchung von Figurenkonstellationen und eine symbolische Analyse der Raumdarstellung umfasst.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Figurenkonstellationen, die Handlungsstrukturen (Diegese/Metadiegese) und die räumlichen sowie symbolischen Ausprägungen von Liebe und Tod in beiden Werken.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Duras, Leidenschaft, Zerstörung, Identität, Literaturanalyse und symbolische Raumdarstellung.
Der Mord löst bei Anne eine Faszination aus und dient ihr als Auslöser, aus ihrer erstarrten bürgerlichen Existenz und den gesellschaftlichen Konventionen auszubrechen.
Das Schreiben ist für Aurélia die zentrale Handlung und Ausdrucksform, um eine Verbindung zu ihrem verstorbenen Vater aufzubauen und ihre eigene Identität zu konstruieren.
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