Diplomarbeit, 2010
114 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation und Problemstellung
1.2 Aufbau und Zielsetzung der Arbeit
2 Begriffsabgrenzung
2.1 Externe Unternehmenskommunikation
2.1.1 Zielgruppen der externen Unternehmenskommunikation
2.1.2 Instrumente der externen Unternehmenskommunikation
2.2 Neurowissenschaften
2.3 Neuroökonomie
2.4 Neuromarketing
2.5 Neurokommunikation
3 Neurobiologische Grundlagen
3.1 Aufbau des menschlichen Gehirns
3.2 Limbisches System
3.3 Neuronales Netzwerk
3.3.1 Neuroassoziation
3.3.2 Spiegelneuronen
3.4 Kognitive Prozesse
3.4.1 Aufmerksamkeit
3.4.2 Bewußtsein und Unbewußtsein
3.4.3 Gedächtnis
3.4.4 Bewerten
3.4.5 Lernen
3.4.6 Emotionen
4 Emotions- und Motivsysteme des Menschen
4.1 Drei Grundmotive nach Bischof
4.2 Motiv- und Emotionssysteme nach Häusel
4.3 Angst- und Belohnungssystem
5 Ausgewählte Methoden zur Darstellung der Gehirnaktivität
5.1 Magnetenzephalographie (MEG)
5.2 Funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT)
5.3 Positronenemissionstomographie (PET)
6 Konsequenzen bisheriger neurowissenschaftlicher Erkenntnisse für die externe Unternehmenskommunikation
6.1 Selektive Negativwahrnehmung
6.2 Das Neuro-Google-Prinzip
6.3 Storytelling
6.4 Bildhafte Kommunikation
6.5 Gehirngerechte Sprache
6.6 Der Autopilot im Gehirn
6.7 Kommunikation durch Spiegeln
6.8 Emotionalisierung
6.9 Aufmerksamkeit generieren
6.10 Motivsysteme
7 Methodische Vorgehensweise der empirischen Untersuchung
7.1 Standardisierter Online-Fragebogen zur Informationsgewinnung über die Verwendung neurowissenschaftlicher Erkenntnisse in der Praxis der externen Unternehmenskommunikation
7.1.1 Auswahl der Versuchspersonen
7.1.2 Standardisierter Online-Fragebogen
7.2 Problemzentriertes Experteninterview zur Informationsgewinnung über die Verwendung neurowissenschaftlicher Erkenntnisse in der Praxis der externen Unternehmenskommunikation
7.2.1 Auswahl der Interviewpartnerin
7.2.2 Durchführung des Experteninterviews
8 Auswertung und Ergebnisse der empirischen Untersuchung
8.1 Auswertung der Online-Fragebögen
8.1.1 Branchen der befragten Unternehmen und Organisationen
8.1.2 Abteilungen der externen Unternehmenskommunikation
8.1.3 Interesse an Neurokommunikation
8.1.4 Integration neurowissenschaftlicher Erkenntnisse
8.1.5 Bereitschaft aus Neurowissenschaften zu lernen
8.1.6 Optionale Fragen
8.2 Ergebnisinterpretation des Interviews
9 Zusammenfassung und Ausblick
10 Verzeichnisse
Die Arbeit untersucht, wie Erkenntnisse der modernen Neurowissenschaften die externe Unternehmenskommunikation bereichern und optimieren können, um Botschaften gehirngerechter und wirkungsvoller zu gestalten.
3.3.2 Spiegelneuronen
Die drei Neurophysiologen Giacomo Rizzolatti, Vittorio Gallese und Leonardo Fogassi machten während ihrer Untersuchungen von Bewegungsplanungen bei Affen eine erstaunliche Entdeckung: In einer Versuchspause bewegte ein Wissenschaftler unter den Augen des Affen einen der Versuchsgegenstände. Das Meßgerät registrierte in diesem Moment bei dem Affen eine starke Hirnaktivität, ohne daß dieser selbst sich bewegte63. Es genügte also, daß der Affe beobachten konnte, wie der Wissenschaftler nach einer Erdnuß griff, um im Gehirn genau diejenigen Nervenzellen zu aktivieren, die aktiviert worden wären, hätte der Affe selbst nach der Erdnuß gegriffen, es wurden dieselben relevanten Nervenzellen des prämotorischen Kortex (vgl. Kapitel 3.3) aktiviert64. Diesen speziellen Nervenzellen konnte also eine Doppelfunktion nachgewiesen werden: Sie steuern nicht nur die eigenen Funktionen, sondern spiegeln auch das Beobachtete65. Damit spielen die sogenannten Spiegelneuronen beim Verständnis fremder Handlungen, Gedanken und Gefühle eine große Rolle, ermöglichen sie doch eine Art innerer Simulation, ohne daß vorher eine analysierende und interpretierende kognitive Bewertung stattgefunden hätte66.
Welche Konsequenzen das Prinzip der Spiegelneuronen für die externe Unternehmenskommunikation hat, wird in Kapitel 6.7 näher erläutert.
1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert den wachsenden Bedarf an gehirngerechter Kommunikation in einem wettbewerbsintensiven Marktumfeld.
2 Begriffsabgrenzung: Es erfolgt die Definition und Eingrenzung der zentralen Begriffe, insbesondere Neurokommunikation als Schnittmenge zwischen Hirnforschung und Unternehmenskommunikation.
3 Neurobiologische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert den Aufbau des Gehirns, neuronale Netzwerke und kognitive Prozesse, die für die Informationsverarbeitung entscheidend sind.
4 Emotions- und Motivsysteme des Menschen: Hier werden die motivationalen Grundlagen des menschlichen Handelns sowie die Rolle von Angst- und Belohnungssystemen detailliert.
5 Ausgewählte Methoden zur Darstellung der Gehirnaktivität: Vorstellung wissenschaftlicher Verfahren wie fMRT und PET, die Einblicke in die Funktionsweise des Gehirns ermöglichen.
6 Konsequenzen bisheriger neurowissenschaftlicher Erkenntnisse für die externe Unternehmenskommunikation: Das Kernkapitel zeigt konkrete Anwendungsmöglichkeiten für die Unternehmenspraxis auf, wie etwa Storytelling und positive Sprachwahl.
7 Methodische Vorgehensweise der empirischen Untersuchung: Dokumentation der Durchführung eines Online-Fragebogens und eines Experteninterviews zur Gewinnung von Daten aus der Unternehmenspraxis.
8 Auswertung und Ergebnisse der empirischen Untersuchung: Präsentation und Interpretation der erhobenen Daten zum Status Quo der Anwendung neurowissenschaftlicher Ansätze in Unternehmen.
9 Zusammenfassung und Ausblick: Fazit über die Bedeutung der Hirnforschung für zukünftige professionelle Kommunikationsstrategien.
Neurokommunikation, Neurowissenschaften, Unternehmenskommunikation, Limbisches System, Emotionen, Motivsysteme, Gehirngerechte Sprache, Storytelling, Spiegelneuronen, Neurobiologie, Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Neuromarketing, Kundenbindung, empirische Untersuchung.
Die Arbeit untersucht, wie neurowissenschaftliche Erkenntnisse über die Funktionsweise des menschlichen Gehirns genutzt werden können, um die externe Unternehmenskommunikation zielgerichteter und wirkungsvoller zu gestalten.
Die Schwerpunkte liegen auf neurobiologischen Grundlagen, der Funktionsweise von Emotions- und Motivsystemen sowie deren praktischer Bedeutung für die Kommunikation zwischen Unternehmen und externen Bezugsgruppen.
Ziel ist es, den Nutzen aktueller hirnphysiologischer Forschung für die Unternehmenspraxis aufzuzeigen und durch eine empirische Erhebung zu prüfen, inwieweit diese Erkenntnisse bereits in der Kommunikation Anwendung finden.
Die Autorin kombiniert eine theoretische Fundierung durch Literaturrecherche mit einer quantitativen Online-Umfrage unter Kommunikationsprofis und einer qualitativen Expertenbefragung.
Im Hauptteil werden neurobiologische Strukturen (wie das limbische System), kognitive Prozesse (Gedächtnis, Aufmerksamkeit) und praktische Konsequenzen wie "gehirngerechte Sprache" und "Storytelling" analysiert.
Die zentralen Begriffe sind Neurokommunikation, limbische Instruktionen (Balance, Dominanz, Stimulanz) und die gezielte Beeinflussung von Wahrnehmungsprozessen durch emotionale Marker.
Sie ermöglichen dem Menschen, Verhaltensweisen und Gefühle bei anderen nachzuempfinden, was Unternehmen nutzen können, um in der Kommunikation emotionale Resonanz zu erzeugen.
Es beschreibt das Gehirn als assoziatives Netzwerk, das bei jedem empfangenen Reiz (z.B. einem Wort) in Millisekunden Milliarden von Erinnerungsspuren aktiviert.
Es fungiert als Bewertungsinstanz, die jede eingehende Information emotional einfärbt und damit maßgeblich steuert, ob eine Information als relevant, angstbesetzt oder belohnend eingestuft wird.
Die Expertin sieht die Bedeutung als immens an, betont jedoch, dass viele Unternehmen noch immer an klassischen, rationalen Modellen festhalten und ein Umdenken in der Sprachkultur erst durch Wissensvermittlung erfolgen muss.
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