Magisterarbeit, 2009
111 Seiten, Note: 2,0
1 EINLEITUNG UND ZIELSETZUNG DER ARBEIT
2 DEFINITIONEN
2.1 Kultur und Arbeit
2.2 Atypische Beschäftigung
2.3 Work Life Balance
2.4 Alleinselbständige in Kulturberufen
2.5 Arbeit vs. Tätigkeit
2.6 Prototyp
3 FORSCHUNGSMETHODOLOGIE
3.1 Leitfadeninterview
3.1.1 Entwicklung der Fragestellungen
3.1.2 Auswahl der Interviewpartner
3.1.3 Transkription und Auswertung
4 VON DER INDUSTRIE- ZUR WISSENS- UND KULTURGESELLSCHAFT
4.1 Sektorentheorie vs. Kondratjewzyklus
4.2 Gesellschaftlicher Wandel
4.2.1 Wertewandel
4.2.2 Menschenbild
4.2.3 Demografischer Aspekt
4.2.4 Rollenverständnis und Bevölkerungszahl
4.3 Epochen- und Paradigmenwechsel
4.3.1 Agrargesellschaft
4.3.2 Industrialisierung und Normalarbeit
4.3.3 De-Industrialisierung und Post-Fordismus
4.4 Arbeitsmarktentwicklung
4.4.1 Bildungsniveau
4.4.2 Arbeitszeit
4.4.3 Das Teilzeitphänomen
4.4.4 Arbeitsteilung
4.4.5 Selbständigkeit im Kulturberuf
4.4.6 Kultur als Jobmotor
4.5 Entgrenzung und Subjektivierung
4.5.1 Prekarisierung und Flexibilisierung
4.5.2 Diskontinuierliche und multiple Beschäftigung
4.5.3 Mobiles Raum-Zeit Verständnis
5 WORK-LIFE-BALANCE
5.1 Leitmotiv und Gattungsbegriff
5.2 Beziehungskontext der Arbeitsakteure
5.2.1 Unternehmenskultur
5.2.2 Flexible Führung und Hierarchien
5.2.3 Betriebliche Work-Life-Balance Massnahmen
5.2.4 Entkollektivierung
5.2.5 Interessenvertretungen
5.3 Nivellierung persönlicher Balance
5.3.1 Zeitbewusstsein und Zeitwohlstand
5.3.2 Multidimensionalität nach Kastner
5.3.3 Identität und Identifikation
5.3.4 Lebensziel und Zufriedenheit
5.3.5 Familiale Rahmenbedingungen
5.3.6 Life Balance nach dem Erwerbsleben
6 FAZIT UND AUSBLICK
Die vorliegende Arbeit untersucht das Befinden von Alleinselbständigen in Kulturberufen im Vergleich zu Angestellten im Dienstleistungssektor, um zu klären, ob deren Lebens- und Arbeitsweise prototypisch für eine neue Tätigkeitsgesellschaft steht.
4.4.1 Bildungsniveau
Bildung ist eine Ressource, die im Laufe der Zeit zunehmende Bedeutung gewann und im Zuge der Wissens- und Kulturgesellschaft noch bedeutsamer werden wird. Auch wenn Philosophen der Renaissance dieses schon erkannt haben. So kommentierte der Theologe, Philosoph und Pädagoge Johannes Amos Comenius (1592-1670) zum Thema Bildung „Der Mensch, wenn er Mensch werden soll, muss gebildet werden“ (o.V. XII, 2009, S.28). Im Verlauf des vierten Kondratjew Zyklus wurde in Deutschland die Wichtigkeit der Bildung erkannt und das duale Ausbildungssystem für Berufe eingeführt. Die praktische Ausbildung wurde damit gesetzlich verankert, um die theoretische ergänzt. Notwendig wurde dies, weil auch in der Industriearbeit Flexibilität, technische Intelligenz und das Verständnis für theoretisch-technische Zusammenhänge wuchs (Stiller, 2005, S.101f.).
In 2004 bestand die in Deutschland arbeitende Bevölkerung aus:
Ungelernte Arbeiter 20%
Dual systemisch ausgebildete Arbeiter 60%
Aussergew. qualifiziert (inklusive akademische Freiberufler) 20%
(Mückenberger, 2004, S.248). Da die Aufteilung grob gehalten ist, kann dies auch für heutige Verhältnisse übernommen werden.
Was in der zweiten Industrialisierungswelle begann, hat für den wissensbasierten fünften und sechsten Kondratjew noch grössere Bedeutung. In den ersten vier Zyklen war die Entwicklung einer Volkswirtschaft noch stark an Energieverbrauch und die Herstellung materieller Erzeugnisse geknüpft. An letzteren liesse sich diese auch klar messen. In Zukunft werde jedoch die Erlangung von Schlüsselqualifikationen, oder –kompetenzen wichtig sein.
1 EINLEITUNG UND ZIELSETZUNG DER ARBEIT: Einführung in die globalisierte Arbeitswelt und Formulierung der Forschungsfrage nach der prototypischen Rolle von Alleinselbständigen.
2 DEFINITIONEN: Erläuterung zentraler Begriffe wie Kultur, Arbeit, atypische Beschäftigung, Work-Life-Balance und Prototyp für das Grundverständnis der Untersuchung.
3 FORSCHUNGSMETHODOLOGIE: Darlegung des qualitativen Forschungsdesigns unter Verwendung von Leitfadeninterviews zur Analyse des Befindens von Erwerbstätigen.
4 VON DER INDUSTRIE- ZUR WISSENS- UND KULTURGESELLSCHAFT: Analyse des gesellschaftlichen und ökonomischen Wandels, der Sektorentheorie sowie der Auswirkungen auf Arbeitsmarkt und Arbeitsformen.
5 WORK-LIFE-BALANCE: Untersuchung des Konzepts der Work-Life-Balance im Kontext von Unternehmenskulturen, Arbeitsbedingungen und der persönlichen Balance unter Berücksichtigung verschiedener Lebensphasen.
6 FAZIT UND AUSBLICK: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse zur Verwischung von Arbeits- und Lebensgrenzen und Notwendigkeit lebenslangen Planens.
Work-Life-Balance, Alleinselbständige, Kulturgesellschaft, Wissensgesellschaft, Atypische Beschäftigung, Arbeitsmarktentwicklung, Entgrenzung, Subjektivierung, Normalarbeitsverhältnis, Post-Fordismus, Qualifikation, Lebensqualität, Unternehmenskultur, Lebensführung, Flexibilisierung.
Die Arbeit analysiert, ob die Lebens- und Arbeitsweise von Alleinselbständigen in Kulturberufen als beispielhaft bzw. prototypisch für eine zukünftige "Tätigkeitsgesellschaft" angesehen werden kann.
Die Schwerpunkte liegen auf dem Strukturwandel von der Industrie- zur Wissensgesellschaft, der Veränderung von Beschäftigungsverhältnissen, der Entgrenzung von Arbeit und Freizeit sowie der Bedeutung von Work-Life-Balance.
Das Ziel ist es, durch theoretische Grundlagen und qualitative Interviews Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Alleinselbständigen im Kulturbereich und Angestellten im Dienstleistungssektor herauszuarbeiten.
Es wird ein qualitativer Ansatz gewählt, bei dem Leitfadeninterviews mit Experten aus verschiedenen Berufsfeldern durchgeführt und ausgewertet wurden.
Der Hauptteil behandelt den gesellschaftlichen Wandel, die Entwicklung des Arbeitsmarktes (z. B. Tertiarisierung, Teilzeit), das Phänomen der "Entgrenzung" sowie die psychologischen und sozialen Aspekte der Work-Life-Balance.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Prekarisierung, Flexibilisierung, Wissensarbeit, Work-Life-Balance und die Veränderung des Normalarbeitsverhältnisses geprägt.
Unter Bezugnahme auf soziologische Theorien (u.a. Bourdieu) wird hinterfragt, inwieweit eine ökonomische Trennung zwischen bezahlter Arbeit und allgemeiner Tätigkeit im aktuellen Kontext noch haltbar ist.
Die Autorin stellt fest, dass durch die Auflösung traditioneller Unternehmensstrukturen auch Angestellte zunehmend flexiblere, oft prekärere Arbeitsformen erleben, die denen von Selbständigen ähneln.
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