Bachelorarbeit, 2010
44 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Grundlagen des Islamic Banking
2.1 Grundlegende Prinzipien und Verbote
2.2 Die wichtigsten Finanzinstrumente
3. Herausforderungen für das islamische Finanzwesen
3.1 Rechtliche und regulatorische Rahmenbedingungen
3.2 Defizite im Marktumfeld
3.3 Defizite auf operationaler Bankenebene
4. Risikobetrachtung im Islamic Banking
4.1 Definition des Risikomanagement-Prozesses
4.2 Typische (islamische) bankbetriebliche Risikoarten
4.2.1 Liquiditätsrisiko
4.2.2 Marktrisiko
4.2.3 Ausfall- bzw. Kreditrisiko
4.2.4 Operationelle Risiken
4.2.5 Islamspezifische Risiken
4.2.5.1 Scharia-Nichtkonformitätsrisiko
4.2.5.2 Equity Investment Risiko
4.2.5.3 Rate of Return bzw. Displaced Commercial Risiko
4.2.5.4 Treuhandrisiko
4.3 Risikowahrnehmung islamischer Banken in der Praxis
5. Schlussbetrachtung und Ausblick
6. Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht das Risikoprofil islamischer Banken im Vergleich zu konventionellen Finanzinstituten, um zu klären, ob sich die islamische Bankenbranche grundlegend durch ein anderes Risikoverständnis oder spezifische Risikoexpositionen auszeichnet.
4.2.1. Liquiditätsrisiko
Liquiditätsrisiken entstehen aus der Gefahr, dass eine Bank seinen fälligen Zahlungsverpflichtungen nicht bzw. nur zu erhöhten Kosten nachkommen kann. Weiter unterscheidet man hierbei zwischen dem Refinanzierungs-, dem Termin- und dem Abrufrisiko. Im Rahmen ihrer Funktion der Fristentransformation kann es vorkommen, dass Banken ihr Aktivgeschäft nicht durch fristenkongruente Passivmittel refinanzieren und somit dem (Refinanzierungs-) Risiko ausgesetzt sind, erforderliche Anschlussfinanzierungen nicht mehr erfüllen zu können. Terminrisiken ergeben sich primär durch verzögerte Rückzahlungen im Kreditgeschäft, während Abrufrisiken durch unplanmäßige Einlagenabzüge bzw. Inanspruchnahmen von offenen Kreditzusagen hervorgerufen werden.
In jedem Fall muss die Bank in der Lage sein, aufgetretene Liquiditätsengpässe zu kompensieren, um eine weitreichende Zahlungsunfähigkeit, im schlimmsten Fall sogar eine dauerhafte Insolvenz, zu verhindern. Ist eine Bank im Eintrittsfall des Risikos nicht in der Lage den Liquiditätsbedarf über verfügbare Liquiditätsreserven zu decken, dann muss sie zusätzliche Mittel am Interbankenmarkt aufnehmen. Die Liquiditätsreserve einer Bank besteht i.d.R. aus drei Komponenten. Dazu zählen zum einen Barreserven wie Kassenbestände, Sichtguthaben bei anderen Finanzinstituten, zugesagte Kreditlinien etc., und zum anderen kurzfristig realisierbare Vermögensreserven in Form von kurzfristigen Termingeldern und Wertpapieren, die sich i.d.R. jederzeit ohne Verluste liquidieren lassen. Zuletzt hat die Bank die Möglichkeit auf Finanzierungsreserven zurückzugreifen, wozu nicht ausgenutzte kurzfristige Verschuldungsmöglichkeiten bei Geschäfts- und Zentralbanken aber auch Kapitalerhöhungsreserven gehören.
1. Einleitung: Diese Einführung erläutert das wachsende Interesse am islamischen Bankenwesen als potenzielle risikoärmere Alternative und definiert die Zielsetzung der Arbeit zur Untersuchung des Risikoprofils.
2. Grundlagen des Islamic Banking: Das Kapitel behandelt die religiösen Rahmenbedingungen durch die Scharia sowie die zentralen Verbote und die wichtigsten islamischen Finanzinstrumente.
3. Herausforderungen für das islamische Finanzwesen: Hier werden die strukturellen Defizite in der regulatorischen Umgebung, im Marktumfeld und auf der operationalen Ebene dargelegt, die das Risikomanagement erschweren.
4. Risikobetrachtung im Islamic Banking: Dieser Hauptteil definiert Risikomanagement-Prozesse, klassifiziert bankbetriebliche Risiken und analysiert spezifische Risikokategorien sowie die praktische Risikowahrnehmung.
5. Schlussbetrachtung und Ausblick: Das Fazit fasst die Erkenntnisse über das Risikoprofil zusammen und skizziert künftige Entwicklungen für die Stabilität islamischer Banken.
6. Literaturverzeichnis: Eine Auflistung der in der Arbeit zitierten wissenschaftlichen Quellen und Literatur.
Islamic Banking, Risikomanagement, Scharia, Zinsverbot, Murabahah, Profit and Loss Sharing, Liquiditätsrisiko, Marktrisiko, Kreditrisiko, Scharia-Konformität, Displaced Commercial Risk, Treuhandrisiko, Finanzkrise, Bankenaufsicht, Bankbetriebslehre
Die Arbeit analysiert die spezifischen Risiken und Herausforderungen, mit denen islamische Banken konfrontiert sind, und vergleicht diese mit den Risikostrukturen konventioneller Banken.
Im Zentrum stehen die religiösen Prinzipien des Islamic Banking, die regulatorischen Rahmenbedingungen, die Klassifizierung von Risikoarten sowie die praktische Umsetzung des Risikomanagements.
Das Ziel ist die Untersuchung, ob islamische Banken tatsächlich ein anderes oder höheres Risikoprofil aufweisen als konventionelle Institute und wie diese Risiken gemanagt werden.
Es handelt sich um eine theoretische Analyse auf Basis von Fachliteratur, ergänzt durch eine Auswertung subjektiver Risikowahrnehmungen aus einer empirischen Studie von Ahmed und Khan.
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition des Risikomanagement-Prozesses, die detaillierte Analyse klassischer Risiken (Liquidität, Markt, Kredit, Betrieb) sowie eine Untersuchung islamspezifischer Risiken.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Islamic Banking, Scharia-Konformität, Risikomanagement, Zinsverbot und spezifische Finanzierungsmodelle wie Murabahah oder PLS charakterisieren.
Es ist deshalb so kritisch, da bereits zertifizierte Produkte nachträglich als unzulässig eingestuft werden können, was neben finanziellen Schäden vor allem die Reputation und das Kundenvertrauen massiv gefährdet.
Bei Modellen mit Gewinn- und Verlustbeteiligung trägt die Bank ein stärkeres unternehmerisches Risiko, da die Rückflüsse direkt vom Erfolg des Kunden abhängen, was in der Praxis oft zu einer Risikovermeidung führt.
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