Bachelorarbeit, 2023
234 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Forschungsfrage
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Motivation
1.4 methodisches Vorgehen
1.5 Hinweis zur spezifischen Betrachtung innerhalb des Themas
2. Theoretische Ausarbeitung
2.1 Definition von partnerschaftlicher Gewalt
2.2 Formen von partnerschaftlicher Gewalt
2.2.1 Physische Gewalt
2.2.2 Psychische Gewalt
2.2.3 Sexualisierte Gewalt
2.2.4 Ökonomische Gewalt
2.2.4 Soziale Gewalt
2.3 Ursachen, Risikofaktoren und Entstehung von partnerschaftlicher Gewalt
2.3.1 Vier-Ebenen-Modell
2.3.2 Gewaltzyklus
2.4 Professionelle Präventions- und Interventionsangebote
2.4.1 Bildungs- und Präventionsarbeit
2.4.2 Beratungsstellen
2.4.3 Frauenhäuser
2.5 COVID-19-Pandemie und partnerschaftliche Gewalt
2.5.1 COVID-19-Pandemie
2.5.2 Chronik der Coronapandemie in Deutschland
2.5.3 Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf Gewalt in Partnerschaften
2.5.4 Veränderungen in den Hilfeprogrammen durch die Coronapandemie
3. Zwischenfazit
3.1 Ableitung der Hypothesen
4. Empirische Ausarbeitung
4.1 Methodik
4.1.1 Das Expert:inneninterview
4.1.2 Gütekriterien qualitativer Sozialforschung
4.1.3 Auswertungsmethode
4.2 Ergebnisse
4.2.1 Definition partnerschaftliche Gewalt
4.2.2 Ursachen und Risikofaktoren von partnerschaftlicher Gewalt
4.2.3 Neue Auslöser durch veränderte Lebensumstände
4.2.4 Auswirkungen der Pandemie auf die Zahlen von partnerschaftlicher Gewalt
4.2.5 Spezifische Anliegen während der Pandemie
4.2.6 Veränderung der Hilfsangebote aufgrund der Pandemiebedingungen
4.2.7 Bereitstellungsbeeinträchtigungen der Hilfsangebote durch die Pandemie
4.2.8 Lehren aus der Pandemie für die Vorbereitung auf zukünftige Krisensituationen
5. Diskussion
5.1 Kritische Reflexion
5.2 Einordnung der Ergebnisse in den theoretischen Hintergrund
5.3 Interpretation der Ergebnisse im Hinblick auf die Hypothesen und die Forschungsfrage
5.4 Implikationen für die Praxis
5.4.1 Verstärkte Unterstützungsmaßnahmen für Betroffene
5.4.2 Flexible und kreative Zugangsmöglichkeiten und Angebote
5.4.3 Interessenvertretung der Sozialen Arbeit in Politik und Gesellschaft
5.5 Limitationen der Studie und Ausblick auf zukünftige Forschung
6. Schlussteil
6.1 Zusammenfassung
6.2 Resümee
6.3 Ausblick für das Handlungsfeld der Sozialen Arbeit
6.4 Danksagung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf Hilfsprogramme für von partnerschaftlicher Gewalt betroffene Frauen. Das primäre Ziel besteht darin, aus den gewonnenen Erkenntnissen und Erfahrungen der Pandemiezeit Handlungsempfehlungen für die Soziale Arbeit abzuleiten, um für künftige Krisensituationen besser gerüstet zu sein.
2.5.3 Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf Gewalt in Partnerschaften
Soziale Isolation und soziale Desintegration spielten während der Pandemie eine bedeutsame Rolle. Kontaktbeschränkungen und Quarantänemaßnahmen zwangen Familien und Paare dazu, mehr Zeit gemeinsam zu Hause zu verbringen, was zu neuen, bisher unbekannten Alltagssituationen führte. Gleichzeitig war der persönliche Kontakt zu Familie und Freunden auf ein Minimum begrenzt. Haushalte und Personen mit eingeschränktem Kontakt nach außen entziehen sich automatisch der sozialen Kontrolle, wodurch sich die Auftretenswahrscheinlichkeit für Gewalt erhöht.
Die Techniker Krankenkasse berichtete in ihrem Gesundheitsreport 2021, dass sich etwa 44,3 % der Frauen und 40 % der Männer durch die Pandemie stark oder sehr stark belastet fühlten. Solch hohe Belastungen werden auch durch Untersuchungen des King’s College bestätigt. Diese Studien zeigten, dass längere Quarantänedauern (über 10 Tage) zu verstärkten posttraumatischen Stresssymptomen führten. Neben der Angst vor Infektion und Ansteckung führten der Verlust von Routine, das Gefühl der Gefangenschaft und das reduzierte Sozialverhalten in Kombination mit Langeweile zu Frustration und Isolationsgefühlen.
Dies zeigt, dass Quarantänemaßnahmen sich negativ auf die Psyche auswirken und Stressfaktoren wie Infektionsängste, Frustration, Langeweile, Isolation und wahrgenommene Stigmatisierung verstärken. Die tiefgreifenden Erfahrungen im Zuge der Pandemie lösten zudem häufig ein Gefühl der Ohnmacht und des Verlusts an Kontrolle aus. Zugleich bleibt der seelische Ausgleich durch Schutzmechanismen wie Freizeitbeschäftigungen aus. Umfragen in Frauenberatungsstellen und Frauenhäusern zeichnen ein ähnliches Bild: „Die Klientel ist belasteter [...] und weist häufiger größere psychische Probleme auf.“ Studien deuten auch darauf hin, dass die negativen Auswirkungen länger anhalten können. Die Anwendung von Gewalt war ebenfalls höher, wenn einer der Partner Ängste oder Depressionen hatte.
Folglich kann festgestellt werden, dass mit zunehmender Isolation ein erhöhtes Maß an Stressoren einhergeht, was wiederum das Risiko für häusliche Gewalt erhöht.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik einer weltweit angespannten Lage in Bezug auf partnerschaftliche Gewalt während der Pandemie ein und formuliert die zentrale Forschungsfrage dieser Bachelorarbeit.
2. Theoretische Ausarbeitung: Hier werden zentrale Begriffe definiert, Formen der Gewalt erläutert und Erklärungsmodelle wie das Vier-Ebenen-Modell vorgestellt, um ein Verständnis der komplexen Problematik zu schaffen.
3. Zwischenfazit: Dieses Kapitel fasst die theoretischen Erkenntnisse zusammen und dient als Grundlage für die Ableitung konkreter Hypothesen für den empirischen Teil.
4. Empirische Ausarbeitung: Die empirische Forschung analysiert mittels Experteninterviews die tatsächlichen Veränderungen in Hilfsprogrammen und diskutiert die Erkenntnisse aus der Praxis während der COVID-19-Pandemie.
5. Diskussion: Die Ergebnisse aus dem empirischen Teil werden hier kritisch reflektiert, theoretisch eingeordnet und bilden die Basis für die Ableitung von Handlungsimplikationen für das Praxisfeld der Sozialen Arbeit.
6. Schlussteil: Der abschließende Teil fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, zieht ein Resümee über die erreichten Ziele und formuliert einen Ausblick auf künftige Forschungsmöglichkeiten im Handlungsfeld der Sozialen Arbeit.
Partnerschaftliche Gewalt, COVID-19-Pandemie, Soziale Arbeit, Hilfsangebote, Experteninterviews, Häusliche Gewalt, Prävention, Intervention, Frauenberatung, Krisenintervention, Soziale Isolation, Istanbul-Konvention, Gewaltschutz, psychische Belastung, Dunkelziffer.
Die Bachelorarbeit untersucht, wie sich die COVID-19-Pandemie auf das Hilfesystem für Frauen, die von partnerschaftlicher Gewalt betroffen sind, ausgewirkt hat.
Kernbereiche sind die Entstehung von partnerschaftlicher Gewalt, die Bedeutung professioneller Interventionsangebote sowie die spezifischen Auswirkungen von Pandemie-Beschränkungen auf die Arbeit von Beratungsstellen und Frauenhäusern.
Die zentrale Frage ist, welche Lehren die Soziale Arbeit aus dem Umgang mit Hilfsangeboten während der Pandemie ziehen kann, um für zukünftige Krisensituationen besser gewappnet zu sein.
Es wurde eine qualitative Forschungsmethode gewählt, die auf leitfadengestützten Interviews mit sieben Fachexpert:innen aus verschiedenen Bereichen der Unterstützung für Gewaltbetroffene basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Grundlagen und eine empirische Analyse, in der die Expert:innenerfahrungen kodiert und ausgewertet werden.
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie "Partnerschaftliche Gewalt", "Resilienz", "Krisenmanagement", "Digitalisierung in der sozialen Arbeit" und "Hilfeprozesse" aus.
Die Arbeit differenziert, dass partnerschaftliche Gewalt eine Unterkategorie der häuslichen Gewalt darstellt, wobei letztere auch innerfamiliäre Gewalt (etwa zwischen Eltern und Kindern) einschließt.
Die Arbeit zeigt, dass die Pandemie zwar keine direkte Erhöhung der Anzahl der Gewalttaten in exponentiellem Maße auslöste, aber bestehende Gewaltdynamiken intensivierte und den Zugang zur Hilfe durch soziale Isolation massiv erschwerte.
Die Digitalisierung wird ambivalent bewertet: Einerseits ermöglicht sie neue, niederschwellige Kontaktwege, andererseits ersetzt sie nicht die essenzielle Qualität der persönlichen Präsenzberatung.
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