Bachelorarbeit, 2022
50 Seiten, Note: 1,7
1 EINLEITUNG
2 KONTEXTUALISIERUNG DER HOCHHAUSENTWICKLUNG
2.1 DIE URSPRÜNGE DES HOCHHAUSES IN CHICAGO UND NEW YORK
2.2 DER HOCHHAUSBAU IN BRESLAU
2.3 DER IDEENWETTBEWERB DER TURMHAUS-AG IN BERLIN
3 MIES VAN DER ROHE: WABE
3.1 ENTWURFSBESCHREIBUNG
3.2 GRUNDRISS UND KONSTRUKTION
3.3 MEDIALE VERMITTLUNG
4 HANS SCHAROUN: INNEN UND AUßEN
4.1 ENTWURFSBESCHREIBUNG
4.2 GRUNDRISS UND KONSTRUKTION
4.3 MEDIALE VERMITTLUNG
5 DIE JOURNALISTISCHE REZEPTION DER ENTWÜRFE
5.1 DIE REZEPTION DER ENTWÜRFE IN DER FACHPRESSE
5.2 DAS HOCHHAUS IN FEUILLETONTEXTEN VON JOSEPH ROTH
6 SCHLUSSBETRACHTUNG
Die Arbeit untersucht die journalistische Rezeption früher Hochhausentwürfe in Berlin in den Jahren 1921-1922. Im Fokus stehen dabei zwei beispielhafte Entwürfe des Ideenwettbewerbs am Bahnhof Friedrichstraße sowie deren Wahrnehmung in der zeitgenössischen Fachpresse und in feuilletonistischen Texten.
3.1 Entwurfsbeschreibung
Der Entwurf Wabe von Mies van der Rohe zeigt ein zwanziggeschossiges Hochhaus mit drei Schauseiten und einer durchgehend verglasten Fassade. Der Entwurf ist in seiner Grundform dreieckig und setzt sich aus drei Gebäudeflügeln zusammen. Die Gebäudeflügel erstrecken sich südlich und nördlich entlang der Friedrichstraße sowie westlich zur Spree. Im Kern des Hochhauses sind die Gebäudeflügel miteinander verbunden. Äußerlich laufen sie in scharfwinkligen Kanten aus und erstrecken sich ausladend in die verschiedenen Himmelsrichtungen. Zwischen den einzelnen Gebäudeflügeln liegen schmale Lichthöfe (Abb. 1, 6, 7).
Die Schauseiten der jeweiligen Gebäudeflügel sind nach Osten zur Friedrichstraße, nach Südwesten zum Bahnhof Friedrichstraße und nach Nordwesten zur Spree ausgerichtet und durch halbrunde Fronteinschnitte gegliedert. Die Fronteinschnitte befinden sich mittig auf jeder Schauseite. Durch die Einschnitte wird das Volumen des gesamten Baukörpers aufgebrochen. Das Hochhaus vermittelt auf den Schaubildern nicht den Eindruck eines durchgehenden massiven Blocks, sondern scheinbar aufgefächerter Gebäudesegmente (Abb. 3, 4, 6, 7).
Die Fassade des Hochhauses ist vollständig verglast und legt sich stufenlos über den Baukörper. Die Gliederung der Fassade erfolgt durch die beschriebenen Fronteinschnitte. Von einer Fassadenunterteilung in Form von Sockel, Gesims oder Risalit hat der Architekt abgesehen. Auch finden sich keine historisierenden Elemente am Bau. Ferner wurde durch die vollständige Verglasung eine Rhythmisierung durch Fenster- und Wandflächen überflüssig. Stattdessen erwirkt die gänzliche Verglasung der Fassade eine gleichförmige und homogene Oberfläche (Abb. 3, 5, 6). Die Transparenz der Glasfassade wird mittels des Schaubildes von Norden am stärksten veranschaulicht. Die innere Struktur des Hochhauses, 22 durchgehende Geschosse, werden nach außen gespiegelt und offengelegt (Abb. 3). Weniger die Transparenz der Glasfassade als vielmehr die Veränderung ihrer „[…] facettierten Flächen […]“ unter verschiedenen Lichtverhältnissen verdeutlicht Mies van der Rohe anhand der Aufrisszeichnung. Diese zeigt die westlich zur Spree gerichtete Fassade. Die Flächen der Fassade sind alternierend schwarz und weiß gezeichnet und unterschiedlich stark schattiert. Sie veranschaulichen den Wechsel von Licht und Schatten sowie Transparenz und Reflexion (Abb. 5).
1 EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der frühen Hochhausdebatte in Deutschland und Vorstellung der zwei untersuchten Entwürfe sowie der feuilletonistischen Quellen.
2 KONTEXTUALISIERUNG DER HOCHHAUSENTWICKLUNG: Analyse der Ursprünge des Hochhausbaus in den USA, der deutschen Versuche in Breslau und des speziellen Ideenwettbewerbs der Turmhaus-AG in Berlin.
3 MIES VAN DER ROHE: WABE: Eingehende deskriptive Darstellung, konstruktive Analyse und mediale Vermittlung des Entwurfs von Mies van der Rohe unter Berücksichtigung seiner Ausstellungspraxis.
4 HANS SCHAROUN: INNEN UND AUßEN: Untersuchung der städtebaulichen Integration, des Grundrisses und der spezifischen grafischen Präsentation des Entwurfs von Hans Scharoun.
5 DIE JOURNALISTISCHE REZEPTION DER ENTWÜRFE: Darstellung der zeitgenössischen Kritik in der Fachpresse und Analyse der feuilletonistischen Texte von Joseph Roth als Ausdruck gesellschaftlicher Kulturkritik.
6 SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenführende Analyse der Ergebnisse über die Rezeption in Fachpresse und Feuilleton und Verifizierung der Arbeitsthesen.
Hochhaus, Berlin, Architektur, Mies van der Rohe, Hans Scharoun, Joseph Roth, Weimarer Republik, Bautechnik, Feuilleton, Moderne, Wettbewerb, Stahlskelettbau, Stadtplanung, Kulturkritik, Journalismus
Die Arbeit untersucht, wie frühe Hochhausentwürfe in Berlin zu Beginn der 1920er Jahre in der Presse aufgenommen und wahrgenommen wurden.
Zu den Schwerpunkten zählen die architektonische Moderne, die mediale Vermittlung von Entwürfen, die soziale Funktion von Hochhäusern sowie die zeitgenössische Architekturkritik.
Es soll analysiert werden, ob eine einheitliche negative mediale Darstellung des Hochhauses als neue Bauform durch die Fachpresse und Feuilletonisten konstruiert wurde.
Es handelt sich um eine deskriptive und analysierende Architekturgeschichte, die Entwurfsunterlagen sowie journalistische Texte historisch einordnet und vergleicht.
Der Fokus liegt auf den Entwürfen "Wabe" (Mies van der Rohe) und "Innen und Außen" (Hans Scharoun) sowie deren spezifischer Rezeption in Fachmagazinen und feuilletonistischen Beiträgen von Joseph Roth.
Hochhaus, Moderne, Architekturkritik, Weimarer Republik, Mies van der Rohe, Hans Scharoun und Joseph Roth.
Roth wird als prominenter Feuilletonautor herangezogen, um eine kulturkonservative und subjektive Perspektive auf den modernen baulichen Wandel exemplarisch zu beleuchten.
Scharoun plante eine stärkere Einbettung in das städtebauliche Umfeld mit besonderer Berücksichtigung öffentlicher Nutzungsflächen und weicher Formen, während Mies van der Rohe auf Stahlskelettstrukturen und Glasavantgarde setzte.
Die Rezeption in der Fachpresse war insgesamt schwach; nur wenige prominente Fachkritiker wie Max Berg oder Adolf Behne erkannten das Potenzial für eine formale Neuerung.
Die These einer gezielten negativen medialen Kampagne in der Fachpresse lässt sich nicht halten; im Feuilleton (durch Roth) wurde das Hochhaus jedoch bewusst als Symbol für den modernistischen Kulturverfall dargestellt.
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