Examensarbeit, 2009
107 Seiten, Note: 1,0
Vorwort
1. Einleitung
1.1 Hinführung zum Thema
1.2 Vorgehensweise
1.3 Themenrahmen
2. Partnerschaft und Ehe im Wandel der Zeit
2.1 Raum-zeitlicher Horizont
2.1.1 Ehe und Familie bei den Erzvätern
2.1.2 Eheschließung zu Zeiten Jesu und im Urchristentum
2.1.3 Augustinus von Hippo und Thomas von Aquin zum Ehesakrament
2.1.4 Neue Ansichten im Zeitalter der Reformation
2.1.5 Verdrängung der Kirche als Moralinstanz seit der Aufklärung
2.2 Zukunftsperspektiven
2.3 Problembestimmung und religionspädagogische Relevanz
3. Kontextanalyse - Zeitgenössische Moral zwischen Zweck und Würde
3.1 Die rechtliche Dimension von Partnerschaft und Ehe
3.2 Die Rolle und das Bild der Frau
3.3 Lebensformen und Lebensstile im Wandel
3.4 Sozialwissenschaftliche Erkenntnisse zur Instabilität der Ehe
3.5 Die „Erlebnisgesellschaft“
3.6 Interkulturelle Eindrücke zum Ehe- und Familienleben
3.7 Lebensformen und ihre Vielfalt
3.8 Sozialpsychologische Erkenntnisse zum Sozialverhalten
4. Mögliche Verhaltensoptionen im Entwurf und ihre didaktische Relevanz
4.1 Menschliches Zusammenleben ist nicht beliebig
4.2 Religionsunterricht und Wertevermittlung
5. Bausteine für ein gelingendes Zusammenleben
5.1 Voraussetzungen
5.1.1 Prinzipien, Normen und Tugenden
5.1.2 Werte und Gewissen
5.1.3 Freiheit
5.1.4 Das Gerüst der Ehe – Treue, Institution, Verheißung
5.1.4.1 Treue
5.1.4.2 Institution
5.1.4.3 Verheißung
5.2 Glaubensinhalte
5.2.1 Zur Ehe und Partnerschaft in den Bekenntnisschriften
5.2.2 Der Katholische Katechismus zur Ehe
5.2.3 Warum noch heiraten?
5.3 Die „Früchte“ der Ehe
5.3.1 Freiheitsmoment Glück und Liebe
5.3.2 Freiheitsmoment Dauerhaftigkeit, Gegenseitigkeit und Vergebung
5.3.3 Freiheitsmoment Kinderwunsch, Elternschaft und Familie
5.3.4 Sexualität und Treue
6. Welche Verhaltensoptionen können universell gelten?
6.1 Familie – Heimat und Ort der ersten Sozialisation
6.2 Warum ist es für viele Menschen heute so schwer sich festzulegen?
6.3 Der Inhalt des christlichen Ethos und das Gelingen einer Partnerschaft
6.4 Lerninhalte und Lernziele für den Unterricht – Christliches Ethos
6.4.1 Die Tugend der Empathie und Solidarität
6.4.2 Produktives Konfliktmanagement
6.4.2.1 Der Konflikt
6.4.2.2 Kommunikationsmodelle
6.4.3 Nächsten- und Feindesliebe – Ethos der Einseitigkeit
7. Verhaltensorientiertes Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Ehe und Familie in einer modernen, durch Individualismus und Pluralismus geprägten Gesellschaft. Das primäre Ziel ist es, aus einer ethisch-theologischen Perspektive zu begründen, warum Partnerschaftsmodelle trotz gesellschaftlicher Instabilität auf Verbindlichkeit und gemeinsamer Verantwortung basieren sollten, und wie diese christlichen Werte didaktisch im Religionsunterricht vermittelt werden können.
Die „Erlebnisgesellschaft“
Erlebnisse machen unser Leben lebenswert, sie füllen unsere Freizeit aus, bescheren uns Freude, sie lassen uns mit anderen Menschen zusammenkommen: uns sein. Gerhard Schulze prägte den Begriff der Erlebnisgesellschaft, der seit Ende der 80er Jahre in der Soziologie eine für unsere Gesellschaft bedeutungstragende Bezeichnung geworden ist. In welchem Zusammenhang steht dieser soziologische Inhalt mit dem Themengebiet Ehe und Partnerschaft? Wenn man davon ausgeht, dass die Anforderungen an Liebe und Partnerschaft sich heute stark auf emotionale und affektive Gegebenheiten und Bedürfnisse des Einzelnen richten, muss man fragen, welche Bedürfnisse das sind.
Die gesellschaftlichen Umstände und Entwicklungen scheinen eine Umwelt produziert zu haben, in der der Mensch selbst Opfer seiner Nachfrage geworden ist. Der Konsument ist schon gesättigt von dem großen Angebot, das ihm täglich unzählige Vorschläge suggeriert und aus dem er seine Auswahl treffen muss. „Aus der Suche nach dem Schönen ist das Auswählen und Abwehren von ständig auf das Bewusstsein einströmenden Möglichkeiten geworden.“ Die Wahl wird oft zur Qual; auch in der Beziehungs- und Partnerwahl. Regionale Kontakteingrenzung und Kontakterwartungen sind schon durch die neuen Arten der Kommunikation weggefallen. Einerseits ermöglicht das Telefon und Internet weltweiten Austausch, andererseits ist der Kontakt zum Nachbarn nicht mehr selbstverständlich. Das soziale Milieu, in dem man sich bewegt und agiert, hängt von der persönlichen Wahl ab. Soziale Kontakte werden durch soziale Wahrnehmung selektiert. Für die Paarbeziehung haben diese Tatsachen weit reichende Konsequenzen, denn nicht nur die Auswahl an möglichen Partnern nimmt dadurch extrem zu, sondern die Perspektive auf den Partner selbst wird konsumartig. Die Beziehung kreist nicht um ein Zusammengehörigkeitsgefühl, sondern um den Markt des Angebots, das oberflächlich betrachtet mehr Erlebnisse zu bieten hat als der Partner, der schnell zum Alltag dazugehört. „Wo Erlebnisse zum beherrschenden Thema werden, beginnt man, sich vor allem mit sich selbst zu beschäftigen.“
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des menschlichen Zusammenlebens im Kontext einer technischen und individualisierten Gesellschaft ein und erläutert die methodische Vorgehensweise der Arbeit.
2. Partnerschaft und Ehe im Wandel der Zeit: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der Ehe von den Erzvätern über das Mittelalter bis zur Aufklärung nach, um den Wandel der Institution und ihre heutige Problematik zu verstehen.
3. Kontextanalyse - Zeitgenössische Moral zwischen Zweck und Würde: Hier werden aktuelle gesellschaftliche Phänomene wie die Erlebnisgesellschaft und die veränderte Rolle der Frau analysiert, die zu einer Instabilität traditioneller Partnerschaftsmodelle beitragen.
4. Mögliche Verhaltensoptionen im Entwurf und ihre didaktische Relevanz: Dieses Kapitel diskutiert die Notwendigkeit von Werten und Normen im Zusammenleben und beleuchtet die Rolle des Religionsunterrichts bei der Vermittlung eines christlichen Ethos.
5. Bausteine für ein gelingendes Zusammenleben: Hier werden zentrale christliche Voraussetzungen wie Treue, Institution, Freiheit und Glaubensinhalte als tragendes Gerüst für eine stabile Partnerschaft herausgearbeitet.
6. Welche Verhaltensoptionen können universell gelten?: Dieses Kapitel vertieft didaktische Lerninhalte und -ziele wie Empathie, Solidarität und produktives Konfliktmanagement, um jungen Menschen Orientierung für ihr eigenes Lebensprojekt zu bieten.
7. Verhaltensorientiertes Fazit: Das Fazit fasst die ethischen Anforderungen an eine moderne christliche Partnerschaft zusammen und betont die Bedeutung von Verbindlichkeit und Entscheidung angesichts eines grenzenlosen Hedonismus.
Ehe, Partnerschaft, Familie, christliche Ethik, Religionsunterricht, Treue, Individualismus, Institution, Moralentwicklung, Sexualethik, Wertevermittlung, Sozialisation, Konfliktmanagement, Nächstenliebe, Feindesliebe
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen dem christlichen Eheverständnis und den aktuellen Herausforderungen einer individualistischen, pluralistischen Gesellschaft.
Zu den Kernbereichen gehören die historische Entwicklung der Ehe, der Einfluss des Individualismus auf Partnerschaften, die Rolle der christlichen Ethik und die didaktische Umsetzung dieser Themen im Religionsunterricht.
Das Ziel ist es, zu begründen, warum eine stabile Partnerschaft heute bewusst gewählt werden muss und welche christlichen Werte und Kompetenzen für ein gelingendes Zusammenleben notwendig sind.
Die Arbeit nutzt einen theologisch-ethischen Urteilsverlauf, der von der Problemwahrnehmung über die Situationsanalyse bis hin zur konkreten didaktischen Handlungsempfehlung reicht.
Der Hauptteil analysiert die rechtlichen, soziologischen und theologischen Hintergründe des Ehe- und Familienlebens und leitet daraus konkrete Verhaltensoptionen sowie pädagogische Strategien ab.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Ehe, christliche Ethik, Treue, Individualismus, soziale Verantwortung und didaktische Wertevermittlung definieren.
Laut der Autorin führt die Erlebnisorientierung zu einem konsumartigen Blick auf den Partner. Wenn Erlebnisse und Selbstverwirklichung im Zentrum stehen, wird der Partner eher als Mittel zum Zweck betrachtet, statt als Mensch, dem man sich dauerhaft verpflichtet.
Da Ehen meist an einem unfruchtbaren Umgang mit Konflikten scheitern, ist es für junge Menschen entscheidend, Strategien zur Kommunikation und Konfliktbewältigung zu erlernen, die auf Achtung, Empathie und der Bereitschaft zur Vergebung basieren.
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