Fachbuch, 2010
119 Seiten
Einleitung
I Ehe und Familie im Wandel
II Einelternfamilien in Deutschland
Im Spiegel der Statistik
Definition
Alter und Haushaltsgröße
Familienstand
Bildung
Verweildauer im Status „allein erziehend“
Erwerbsleben von Einelternfamilien
Chancen und Teilhabe
Arbeitslosigkeit
Familienpolitische Konzepte zur Förderung der Erwerbsarbeit
Einkommens- und Lebenssituation
Staatliche Leistungen und Transfers
Haushaltseinkommen
Kinder in Einelternfamilien
Wohnsituation
Gesundheitliche Risiken
Soziale Netze und Hilfsangebote
III Finanzielle Situation von Frauen im Alter – staatliche Unterstützung und private Vorsorge
Die gesetzliche Rente
Aufbau und Finanzierung
Probleme der Rentenversicherung
Altersvorsorge von Frauen
Förderung der eigenständigen Absicherung
Höhe und Entwicklung der Zahlbeträge der gesetzlichen Rente
Hinzuverdienst
Rente wegen Arbeitslosigkeit und Altersteilzeit
Rente wegen Erwerbsminderung
Bedarfsorientierte Grundsicherung
Beamtenversorgung
Privat- und Betriebsvorsorge
Haushaltseinkommen von Frauen im Alter
Aktuelle wirtschaftliche Lage der Rentnerinnen
Projizierte Netto-Alteseinkommen
Vererbung und Vermögen
IV Armut in Deutschland
Definitionen und Dimensionen
Wissenschaftliche Ansätze und Konzepte
Armuts- und Reichtumsbericht
Deutschland im europäischen Vergleich
Indikatoren der Altersarmut
Risiko von Alleinerziehenden
Die Arbeit untersucht das spezifische Risiko alleinerziehender Frauen, im Alter von Armut betroffen zu sein, vor dem Hintergrund der Erosion traditioneller Familienstrukturen und aktueller Rentenreformen. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Auswirkungen prekärer Erwerbsbiografien auf die spätere Alterssicherung und die Wirksamkeit staatlicher familienpolitischer Maßnahmen zur Prävention von Altersarmut.
I Ehe und Familie im Wandel
Das Modell der Kernfamilie, bestehend aus Mutter, Vater, Kind (davon oft sehr viele) existierte bereits in der Frühen Neuzeit. Zu einem Haushalt gehörten damals jedoch nicht nur die Familienmitglieder im klassischen Sinn, sondern zumeist auch Mägde, Knechte, Dienstboten, Verwandte oder weitere Untermieter. Es wurde zusammen gearbeitet, gegessen und geschlafen, in der Regel sogar in denselben Räumen (Maihofer/Böhnisch/Wolf, S. 13). Die Betreuung und Erziehung der Kinder fand neben und im Rahmen der täglichen Arbeit durch die Mitglieder des Haushaltes und nur zu einem geringen Teil durch die Eltern selbst statt. Auf dem Land war es zudem bis zum 18. Jahrhundert üblich, dass Kinder im frühen Alter von 7 oder 8 Jahren das Elternhaus verließen, um zu Verwandten oder fremden Leuten in Dienst zu gehen (ebenda).
Grundlage der Beziehungen waren keinesfalls Liebe und Zuneigung, Ehen wurden vor allem aus materiellen Gründen geschlossen. Die Anforderungen, die an die Frau gestellt wurden, waren vor allem Aufgaben als Hausfrau und Gattin. Im Mittelpunkt standen Arbeitsfähigkeit und Gehorsam, nicht aber das Verhältnis zu ihren Kindern. Die Beziehung zu den Kindern war stark durch ihre ökonomische Bedeutung geprägt (ebenda, S. 15).
Das Wort "Familie" wurde erst gegen Ende des 18. Jahrhundrets in den Sprachgebrauch aufgenommen, begleitet vom allmählichen Übergang von der bis dahin offenen Haushaltsform zur traditionellen bürgerlichen Kleinfamilie. Diese ging im 19. Jahrhundert mit der Neuentdeckung des Kindes einher(vgl. BMFSFJ, 2008, S. 16). Eltern investierten zunehmend mehr Zeit, Geld und Emotionen in die Entwicklung ihrer Kinder, der ökonomische Aspekt kindlicher Arbeitskraft oder der Unterstützung der Eltern trat zurück. Kinder wurden zu einem wertvollen Gut, deren Erziehung die Eltern nun selbst übernahmen (ebenda, S.17).
I Ehe und Familie im Wandel: Beschreibt den historischen Wandel von der Großfamilie der Frühen Neuzeit zur bürgerlichen Kleinfamilie und die gesellschaftlichen Veränderungen in der Familienstruktur.
II Einelternfamilien in Deutschland: Analysiert statistisch die Lebens- und Arbeitssituation von Einelternfamilien sowie die damit verbundenen Herausforderungen bei der Kinderbetreuung.
III Finanzielle Situation von Frauen im Alter – staatliche Unterstützung und private Vorsorge: Untersucht die gesetzliche Rentenversicherung, die Altersvorsorge von Frauen sowie betriebliche und private Optionen der Altersabsicherung.
IV Armut in Deutschland: Erörtert verschiedene Definitionen und Dimensionen von Armut sowie die Indikatoren für Altersarmut und das spezifische Risiko für Alleinerziehende.
Alleinerziehende, Altersarmut, Einelternfamilien, Rentenversicherung, Armutsgefährdung, Kindererziehungszeiten, Erwerbsbiografie, Erwerbsbeteiligung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Sozialtransfers, Armuts- und Reichtumsbericht, Alterssicherung, Geschlechtergerechtigkeit, Niedriglohnsektor, private Altersvorsorge.
Die Arbeit analysiert das überproportionale Armutsrisiko alleinerziehender Mütter und untersucht, inwiefern dieses Risiko bis in das Rentenalter hineinwirkt.
Der Fokus liegt auf der Lebenssituation von Einelternfamilien, den Herausforderungen am Arbeitsmarkt, der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie der finanziellen Situation im Alter unter Berücksichtigung staatlicher Sicherungssysteme.
Das Ziel ist es, die Ursachen für das erhöhte Armutsrisiko von Alleinerziehenden zu identifizieren und zu bewerten, ob bestehende soziale Sicherungssysteme ausreichen, um diese Frauen vor Altersarmut zu bewahren.
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse sowie eine Auswertung statistischer Daten (z. B. Mikrozensus, SOEP, AVID), um die ökonomische Lage und die Erwerbsverläufe der untersuchten Gruppe zu analysieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der demografischen und ökonomischen Bedingungen von Einelternfamilien sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit Rentenansprüchen, privaten Vorsorgemodellen und den Auswirkungen von Familienpolitik auf die Altersarmut.
Zentrale Begriffe sind Alleinerziehende, Altersarmut, Erwerbsbiografie, Sozialtransfers, Kindererziehungszeiten und das Drei-Säulen-Modell der Alterssicherung.
Die Rentenreformen führen zu einer Absenkung des Rentenniveaus, was Alleinerziehende aufgrund ihrer häufig diskontinuierlichen Erwerbsbiografien und geringeren Beitragszeiten überproportional hart trifft.
Mangelnde flexible Kinderbetreuungsmöglichkeiten werden als Haupthemmnis für die Erwerbsbeteiligung identifiziert, was direkt zu niedrigeren Einkommen und somit geringeren Rentenansprüchen führt.
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