Bachelorarbeit, 2010
79 Seiten, Note: 1,5
1 Einleitend: Thema und Konzept der Arbeit
2 Pierre Bourdieus Feldtheorie als theoretische Basis
2.1 Grundlegende Termini der Feldtheorie
2.1.1 Terminus ›Feld‹
2.1.2 Terminus ›Kapital‹
2.2 Das Feld der kulturellen Produktion
3 Die Logik des klassischen Verlagswesens
3.1 Der Verlag
3.2 Branchenüberblick
3.3 Die Wertschöpfung im klassischen Verlagswesen
3.3.1 Stationen der Wertschöpfung
3.3.2 Der Wertschöpfungsprozess als Netz
3.4 Der Verlag im Feld der kulturellen Produktion
3.5 Das Verlagswesen im Wandel der Zeit
4 ›Google-Economics‹ oder: die Logik der digitalen Ökonomie
4.1 Das Unternehmen Google
4.1.1 Geschichte und Zahlen
4.1.2 Googles Werte und Unternehmenskultur
4.2 Die Dienstleistung Google Books
4.3 Google Books und die digitale Ökonomie
4.4 Google Books und das Feld der kulturellen Produktion
5 Google Books und das Feld der Macht
5.1 Das Feld der Macht
5.2 Der Streit um Google Books
5.2.1 Googles Standpunkt
5.2.2 Die geschlossenen Vergleiche
5.3 Entitäten und Akteure im Feld der Macht
5.3.1 Das US-Copyright
5.3.2 Die US-Kartellbehörde
5.3.3 Die Open Book Alliance
5.3.4 Deutsche und europäische Akteure
5.3.5 Die Konsumenten
6 Folgen des Aufeinandertreffens von digitaler Ökonomie u. klassischem Verlagswesen
6.1 Folgen für Google
6.2 Folgen für Verlage
6.3 Folgen für das Buch
6.4 Folgen für Autoren
7 Fazit
Diese Arbeit untersucht die Transformation des klassischen Verlagswesens durch den Eintritt von Google Books. Das primäre Ziel ist es, ein Verständnis für das komplexe Spannungsfeld zwischen den Akteuren und deren Interessen im Zuge der Digitalisierung zu entwickeln, wobei die Feldtheorie von Pierre Bourdieu als theoretische Basis dient.
3.3.2 Der Wertschöpfungsprozess als Netz
Wertschöpfungsketten können zwar einen ersten Überblick geben, die Realität sieht allerdings anders aus. Die Produktion eines Buches ist nämlich, wie im vorherigen Kapitel verdeutlicht wurde, keine teleologische Wertschöpfung mit klar voneinander trennbaren, vor- und nachgelagerten Handlungsabfolgen, sondern ein komplexes Wertschöpfungsnetz mit vielfältigen Verknüpfungen, dessen Gestalt sich von Produkt zu Produkt und je nach Markt unterscheiden kann.
Beispielsweise entsteht ein Manuskript oft in enger Zusammenarbeit von Lektor und Autor, in der der Lektor Einfluss auf den Inhalt des Werkes hat. Es ist also keineswegs so, dass der Autor ein fertiges Produkt abliefert und dann die Produktionsstraße des Verlages anläuft, die ein Buch ausspuckt, das dann den Weg zu einem Leser findet.
Ein anderes Beispiel ist die Station des Marketings. Marketing ist mehr als die Suche nach Absatzwegen, die nach der Produktion des Buches beginnt, sondern eine »bewusst marktorientierte Unternehmensführung, die sämtliche Unternehmensaktivitäten an den Bedürfnissen gegenwärtiger und potentieller Kunden ausrichtet, um die Unternehmensziele zu erreichen.« Die Definition zeigt: Marketing greift in alle Stationen des Wertschöpfungsprozesses ein.
1 Einleitend: Thema und Konzept der Arbeit: Einführung in die Thematik der Digitalisierung des Verlagswesens durch Google und Vorstellung des theoretischen Konzepts der Arbeit.
2 Pierre Bourdieus Feldtheorie als theoretische Basis: Erläuterung der soziologischen Feldtheorie Bourdieus mit Fokus auf die Begriffe Feld und Kapital als Grundlage für die nachfolgende Analyse.
3 Die Logik des klassischen Verlagswesens: Detaillierte Darstellung der Funktionsweise und der komplexen Wertschöpfungsstrukturen im klassischen Buchverlagswesen.
4 ›Google-Economics‹ oder: die Logik der digitalen Ökonomie: Analyse des Unternehmens Google, dessen Innovationskultur und der spezifischen Mechanismen der digitalen Ökonomie.
5 Google Books und das Feld der Macht: Untersuchung der Konflikte und Standpunkte der verschiedenen Akteure im Kontext der Digitalisierung von Büchern.
6 Folgen des Aufeinandertreffens von digitaler Ökonomie u. klassischem Verlagswesen: Erörterung der Auswirkungen der digitalen Transformation auf Google, Verlage, das Medium Buch und Autoren.
7 Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Einordnung der anhaltenden Dynamiken im Buchmarkt.
Google Books, Verlagswesen, Feldtheorie, Pierre Bourdieu, digitale Ökonomie, Wertschöpfung, Urheberrecht, Buchmarkt, Innovation, Long-Tail, Kulturproduktion, Medien, Digitalisierung, Konsumenten, Netzwerke
Die Arbeit analysiert die Transformation des klassischen Verlagswesens durch den Markteintritt von Google mit seinem Dienst Google Books.
Im Zentrum stehen die Logik des klassischen Verlagswesens, die Mechanismen der digitalen Ökonomie (Google-Economics) sowie das Feld der kulturellen Produktion nach Pierre Bourdieu.
Das Ziel ist es, ein Verständnis für das komplexe Spannungsfeld zwischen traditionellen Verlagen und dem neuen Akteur Google zu vermitteln, ohne dabei die Zukunft vorherzusagen.
Die Arbeit nutzt als theoretische Grundlage die Feldtheorie des Soziologen Pierre Bourdieu, um die Machtverhältnisse und Akteure im sich wandelnden Buchmarkt zu analysieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der klassischen Verlagslogik, die Untersuchung der digitalen Ökonomie durch Google und die Behandlung der rechtlichen und machtpolitischen Konflikte im Zusammenhang mit Google Books.
Wichtige Begriffe sind Feldtheorie, digitales Verlagswesen, Wertschöpfungsnetz, Long-Tail, Urheberrechtsstreit und Kapitalakkumulation im kulturellen Sektor.
Während klassische Verlage in der Regel eine lineare Kette von der Manuskriptprüfung bis zur Produktion durchlaufen, operiert Google in einem komplexen digitalen Netzwerk, das auf Datenverarbeitung und Nutzerinteraktionen basiert.
Verwaiste Bücher sind ein zentraler Streitpunkt, da Google diese ohne explizite Erlaubnis der Rechteinhaber digitalisiert, was sowohl rechtliche Bedenken hervorruft als auch die Diskussion über das Opt-Out-Verfahren prägt.
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