Doktorarbeit / Dissertation, 2008
286 Seiten, Note: cum laude
1 Begriffsbestimmung
1.1 Problemstellung und Zielssetzung der Arbeit – Leitfaden für die praktische Arbeit für KMU
1.2 Existenzsicherungs- und Unternehmensentwicklungsprozesse – Risikoumfeld des unternehmerischen Handelns
1.3 Kleine und mittlere Unternehmen – KMU
2 Unternehmenskrisen und Krisenmanagement
2.1 Die Krise
2.1.1 Krisenformen
2.1.2 Krisenphasen
2.2 Krisenursachen und Wirkungen
2.2.1 Krisenursachen
2.2.1.1 interne Faktoren
2.2.1.2 externe Faktoren
2.2.2 Krisenwirkungen
2.3 Krisenmanagement
2.3.1. Begriff des Krisenmanagements
2.3.2 Aufgaben des Krisenmanagements
2.3.3 Abgrenzung zum Risikomanagement
2.4 Früherkennung einer Krise
3 Gesetzliche Grundlagen und politische Rahmenbedingungen
3.1 Das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG)
3.1.1 KonTraG und seine Kernaufgaben und Ziele
3.1.2 KonTraG im Kontext zum Risikomanagement
3.2 Basel II, Baseler Akkord – Aufbau und Vorteile
4 Das Rating - Bewertungssysteme für Unternehmen
4.1 Gegenstand des Ratings
4.2 Ratingverfahren und Ratingagenturen
4.3 Rating im Kontext zum Risikomanagement
4.4 Würdigung – Auswirkungen auf den Mittelstand
5 Risiko, Risikomanagement und Frühwarnsysteme
5.1 Risikobegriff
5.2 Risikoarten / Risikokategorien
5.2.1 Strategische Risiken
5.2.2 Marktrisiken
5.2.3 Wachstums- und Wettbewerbsrisiken
5.2.4 Leistungswirtschaftliche Risiken / Produktionsrisiken
5.2.5 Finanzierungsrisiken
5.2.6 Corporate Governance (Organisations-, Personalrisiko)
5.2.7 Rechtsrisiken
5.2.8 Politische/Strukturelle Risiken
5.3 Risikomanagement
5.3.1 Risikomanagement – Begriffsbestimmung
5.3.2 Risikomanagementprozess (Regelkreislauf)
5.3.3 Grundlagen für effektives Risikomanagement
5.3.3.1 Ziele und Aufgaben des Risikomanagements
5.3.3.2 Risikoidentifikation und Instrumente
5.3.3.3 Risikobewertung
5.3.3.4 Risikobewältigung
5.3.3.5 Risikoüberwachung
5.3.4 Risikostrategie als Unternehmensstrategie und umgekehrt
5.3.5 Das Risikomanagement nach KonTraG im Kontext zum betriebswirtschaftlichen Risikomanagement – kritische Würdigung
5.4 Früherkennungs- / Frühwarnsysteme
5.4.1 Begriffsbestimmung und Kernaufgaben
5.4.2 Betriebswirtschaftliche Frühwarnsysteme
5.4.2.1 Operative Frühwarnsysteme
5.4.2.2 Strategische Frühwarnsysteme
5.4.3 Frühwarnsysteme im Kontext zum KonTraG
5.5 Kennzahlensysteme als Bausteine für das Risikomanagement und die Unternehmensbewertung
5.5.1 Balanced Scorecard (BSC)
5.5.2 Benchmarking
5.5.3 Due Diligence
5.5.4 Weitere Kennzahlen im Überblick
6 Konzeptionen und Lösungsansätze
6.1 Aufbau und Implementierung eines Risikomanagement –Handbuchs
6.1.1 Die Phasen des Aufbaus eines Risikomanagementsystems
6.1.2 Die Implementierung nach Martin/Bär
6.2 Sanierung und Fortführung
6.3 Unternehmensfinanzierung
6.3.1 Konventionelle Finanzierung
6.3.2 Alternative Finanzierung und Finanzierungsstrategien
6.3.3 Exkurs - Finanzierung in der Krise / Sanierungsfinanzierung
7 Zusammenfassung und Fazit
Die Arbeit verfolgt das Ziel, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) dabei zu unterstützen, ihre Existenz unter veränderten wirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen dauerhaft zu sichern. Sie erarbeitet praxisorientierte Lösungsansätze und Konzeptionen, die durch die Verschmelzung von Rating-Anforderungen (Basel II), Risikomanagement-Systemen (nach KonTraG) und internen Controllingsystemen ein effektives Krisenmanagement ermöglichen.
2.1 Die Krise
Der Begriff „Krise“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „beurteilen, schneiden und trennen“. Diesen Maximen sollte ein Unternehmen in einer Krise gehorchen.22
Dieser Begriff hat sich heute in vielen Bereichen manifestiert. Dazu zählen nicht mehr nur die Bereiche des ökonomischen, politischen oder gesellschaftlichen Lebens. Sondern die Krise erscheint auch in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen.23 Ursprünglich bezeichnet der Begriff der Krise i. w. S. einen Bruch einer bis dato kontinuierlichen Entwicklung. Im engeren Sinne bildet eine Krise eine Entscheidungssituation, die den Wendepunkt oder den Höhepunkt einer gefährlichen Entwicklung darstellt.24
Im betriebswirtschaftlichen Sinne bezeichnet man eine Notsituation eines Unternehmens als Krise.25 Dabei geht es um das Endstadium eines vom Unternehmen ungewollten Prozesses, in dessen Verlauf sich die Erfolgspotenziale, das Vermögen (Reinvermögen) und/oder die Liquidität so ungünstig entwickeln, dass dessen Existenz akut bedroht ist.26 Die Bedrohung der Existenz des Unternehmens, also der Lebensfähigkeit eines Schuldners, bedeutet nicht automatisch die Unternehmensvernichtung, denn der betriebswirtschaftlichen Unternehmenskrise ist auch die Chance zur positiven Wende immanent.27
1 Begriffsbestimmung: Einführung in die Problemstellung für KMU, die Risikoumwelt unternehmerischen Handelns sowie eine Definition der KMU-Größenklassen.
2 Unternehmenskrisen und Krisenmanagement: Detaillierte Betrachtung von Krisenformen, Krisenursachen und -wirkungen sowie die Abgrenzung von Krisenmanagement zum Risikomanagement.
3 Gesetzliche Grundlagen und politische Rahmenbedingungen: Untersuchung des KonTraG und dessen Anforderungen sowie die Auswirkungen von Basel II auf die Unternehmensfinanzierung.
4 Das Rating - Bewertungssysteme für Unternehmen: Erläuterung der Rating-Grundlagen, der Verfahren und der Bedeutung von Bonitätsbeurteilungen für den Mittelstand.
5 Risiko, Risikomanagement und Frühwarnsysteme: Umfassende Darstellung von Risikoarten, Risikomanagement-Prozessen sowie Frühwarn- und Kennzahlensystemen als Instrumente zur Existenzsicherung.
6 Konzeptionen und Lösungsansätze: Praxisleitfaden zum Aufbau eines Risikomanagement-Handbuchs sowie Darstellung alternativer Finanzierungsstrategien und Sanierungsoptionen.
7 Zusammenfassung und Fazit: Synthese der behandelten Themen und Bestätigung der Notwendigkeit einer ganzheitlichen, proaktiven Unternehmenssteuerung zur Existenzsicherung.
KMU, Risikomanagement, Rating, Basel II, KonTraG, Unternehmenskrise, Existenzsicherung, Controlling, Frühwarnsystem, Liquidität, Sanierung, Finanzierung, Bonität, Risikobewertung, Eigenkapital.
Die Dissertation befasst sich mit der Existenzsicherung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) durch ein integriertes System aus Risikomanagement, Rating und Controlling.
Die zentralen Felder sind die Krisenfrüherkennung, die Anforderungen von Basel II an die Bonitätsbewertung und die Umsetzung gesetzlicher Risikomanagement-Vorgaben.
Das Ziel ist die Entwicklung von Lösungsansätzen und Konzeptionen, die es KMU ermöglichen, ihre Existenz nachhaltig zu sichern und ihre Finanzierungswürdigkeit zu verbessern.
Die Arbeit kombiniert theoretische wissenschaftliche Ansätze mit praktischen Erfahrungen des Autors aus der Sanierungsberatung, um einen praxisnahen Leitfaden zu erstellen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vermittlung wissenschaftlicher Grundlagen und die praktische Transformation gesetzlicher Anforderungen in betriebliche Instrumente.
Die wichtigsten Schlagworte sind Risikomanagement, KMU, Rating, Basel II, KonTraG, Liquidität und Unternehmenskrise.
Die Arbeit erläutert die Bewertungsfelder und Faktoren, die Banken bei einem Rating heranziehen, und gibt konkrete Handlungsanweisungen zur Optimierung dieser Bereiche.
Die Arbeit verdeutlicht, dass Risikomanagement primär auf die Krisenvermeidung abzielt, während Krisenmanagement zusätzlich die akute Krisenbewältigung umfasst.
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