Masterarbeit, 2023
133 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Definition Migrationserfahrung
2.2 Sport und Vereinsarbeit zur Förderung der Integration
2.3 Sicheres Schwimmen Können
2.4 Schwimmen mit (erwachsenen) Migrantinnen – Herausforderungen
3. Schwimmprojekte für Frauen mit Migrationserfahrung
3.1 Schwimmen für Migrantinnen des TuS 84/10 Essen
3.2 Lebenswirklichkeit in Bayern: Schwimmen für Anfänger des Vereins Migranten für Migranten e.V. Aschaffenburg
3.3 Schwimmen für Frauen mit Migration des OSC Bremerhaven 1972 e.V.
3.4 Schwimmen für ausländische Mitbürgerinnen der BSG Eutin 1971 e.V.
4. Theoriebildung: Gelingensbedingungen von Schwimmprojekten für Frauen mit Migrationserfahrung
4.1 Forschungsfrage
4.2 Methodische Umsetzung
4.2.1 Untersuchungsgegenstand
4.2.2 Studiendesign
4.2.3 Grounded Theory nach Glaser und Strauss
4.2.4 Individuelle Umsetzung der Grounded Theory
4.3 Theoriebildung nach der individuellen Umsetzung der Grounded Theory
4.4 Theoriedarstellung
4.4.1 Ziele
4.4.2 Didaktisches Konzept
4.4.3 Trainerinnen
4.4.4 Regeln
4.4.5 Ausstattung
4.4.6 Herausforderungen
4.4.7 Finanzierung
4.5 Zwischenfazit
5. Theorieüberprüfung und Weiterentwicklung
5.1 Forschungsfrage
5.2 Methodische Umsetzung
5.2.1 Untersuchungsgegenstand
5.2.2 Studiendesign
5.2.3 Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring
5.2.4 Individuelle Umsetzung der Qualitativen Inhaltsanalyse
5.3 Auswertung der Datenerhebung
5.4 Darstellung der Theorie
5.4.1 Zielgruppe
5.4.2 Grundsatz
5.4.3 Sensibilität
5.4.4 Didaktisches Konzept
5.4.5 Personal
5.4.6 Organisation
5.4.7 Finanzierung
5.4.8 Anschlussmöglichkeiten
6. Zusammenfassung
7. Reflexion
7.1 Auf der Ebene der Theorieentwicklung
7.2 Auf der Ebene des theoretischen Hintergrundes
8. Fazit
Die Arbeit untersucht, wie erfolgreich Schwimmprojekte für Frauen mit Migrationserfahrung gestaltet werden können, um gezielt die Schwimmfähigkeit zu fördern und darüber eine Interventionsmöglichkeit zur Reduzierung der Nichtschwimmerquote bei Kindern zu schaffen. Die Forschungsfrage lautet: "Wie gelingt Schwimmen mit Frauen mit Migrationserfahrung?"
3.1 Schwimmen für Migrantinnen des TuS 84/10 Essen
„Bunt.Aktiv.Sozial. Seit über 130 Jahren.“ (TuS 84/10 Essen o.D.) sind die ersten Worte, die einem ins Auge fallen, wenn die Homepage des Vereins betrachtet wird. 1884 wurde der Verein damals noch als reine Turnerschaft gegründet, welcher sich über die vielen Jahre stetig gewandelt hat. Erst über 100 Jahre nach Gründung, im Jahr 1998, übernahm der Verein als Betreiber die eigenverantwortliche Nutzung des Hallenbades Borbeck, womit die Schwimmabteilung gegründet wurde. Das Gebäude ist auch heute noch Sport-, Gesundheits- und Freizeitzentrum (SGZ) sowie Geschäftsstelle des Vereins (vgl. ebd.). Der Vorstandvorsitzende Kevin Kerber nennt ihn selbst den „Verein für Jedermann“ (Finke et al. 2015, S. 111).
Gemeint ist damit die Offenheit gegenüber allen Kulturen, Religionen, Milieus, Leistungsansprüchen, Sportinteressen und Wertevorstellungen, die sich Stand 2014 in dem hohen Anteil von 30% der Vereinsmitglieder mit Migrationshintergrund wiederspiegelt (vgl. ebd., S. 112). Durch die Faktoren des demografischen Wandels, der Zuwanderungsgesellschaft und des offenen Ganztags ist über die Jahre das Interesse an Angeboten für Menschen mit Migrationshintergrund gestiegen. Vor diesem Hintergrund entstand 2009 im Zuge des Modellprojekts „spin – sport interkulturell“ der Mercator Stiftung und des Landessportbunds NRW das Projekt „Schwimmen für Migrantinnen“ von Gudrun Schaukau-Folgner, dem erfahrensten Mitglied im Vorstand (vgl. ebd., S. 113). Das Modellprojekt verfolgte das Ziel, die Integration in und durch Sport von Mädchen und jungen Frauen mit Migrationshintergrund voranzutreiben, wodurch in vier Ruhrgebietsstädten (Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Oberhausen) Mittel und Wege erprobt wurden, die die stark unterrepräsentierte Zielgruppe an den Vereinssport heranführt und für das dauerhafte Engagement begeistert (vgl. ebd., S. 7; Braun & Finke 2010, S. 13f.). In der Pilotphase (2007-2011) des Modellprojektes wurden die Partnervereine in den drei zentralen Handlungsfeldern Integration, Bildung und Kooperation begleitet und eine Vernetzung zu Integrationsakteuren und Bildungspartnern im Sozialraum hergestellt, wodurch die Bildungs- und Chancen von Kindern und Jugendlichen ungeachtet ihrer kulturellen und sozialen Herkunft verbessert wurden (vgl. ebd., S. 7-11).
1. Einleitung: Darstellung der Problematik der hohen Nichtschwimmerquote bei Kindern und die daraus abgeleitete Relevanz von Schwimmprojekten für Mütter mit Migrationserfahrung als Vorbilder.
2. Theoretischer Hintergrund: Erläuterung der Begrifflichkeiten, des Stellenwerts von Sportvereinen für die Integration sowie der spezifischen Herausforderungen beim Schwimmenlernen für die Zielgruppe.
3. Schwimmprojekte für Frauen mit Migrationserfahrung: Vorstellung von vier spezifischen Praxisbeispielen, die als Grundlage für die explorative Untersuchung dienen.
4. Theoriebildung: Gelingensbedingungen von Schwimmprojekten für Frauen mit Migrationserfahrung: Detaillierte Darstellung des methodischen Vorgehens zur Ableitung eines ersten Theorieentwurfs basierend auf dem Experteninterview mit dem TuS 84/10 Essen.
5. Theorieüberprüfung und Weiterentwicklung: Prozess der Validierung und Verallgemeinerung des Theorieentwurfs durch Einbeziehung dreier weiterer Projekte und Anwendung der qualitativen Inhaltsanalyse.
6. Zusammenfassung: Resümee über die zweistufige Untersuchung und die daraus resultierenden 36 Kernaussagen.
7. Reflexion: Kritische Auseinandersetzung mit dem Forschungsprozess, der Methodik und dem Rückbezug zur bestehenden Literatur.
8. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf künftigen Handlungsbedarf.
9. Literatur- und Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Sekundärliteratur und Internetressourcen.
Schwimmfähigkeit, Migrationserfahrung, Gelingensbedingungen, Integration, Sportverein, Grounded Theory, didaktisches Konzept, Trainerinnen, Wassergewöhnung, Schwimmprojekte, Migration, Nichtschwimmer, soziale Integration, Erwachsenenschwimmen, Partizipation.
Die Masterarbeit befasst sich mit der Entwicklung einer Theorie, die aufzeigt, unter welchen Bedingungen Schwimmprojekte für Frauen mit Migrationserfahrung erfolgreich durchgeführt werden können, um langfristig die Integrationskraft von Sportvereinen zu stärken.
Zentrale Themen sind die Förderung der Schwimmfähigkeit bei Erwachsenen, die soziale und kulturelle Integration im Sportverein, das didaktische Vorgehen im Schwimmunterricht sowie der Umgang mit spezifischen Barrieren und Ängsten der Zielgruppe.
Das primäre Ziel ist die Ableitung von Gelingensbedingungen. Die Forschungsfrage lautet: „Wie gelingt Schwimmen mit Frauen mit Migrationserfahrung?“
Die Autorin nutzt einen zweistufigen Forschungsansatz, basierend auf der Grounded Theory von Glaser und Strauss sowie der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring, um Daten aus Experteninterviews und Beobachtungen sukzessiv in eine Theorie zu überführen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die Vorstellung exemplarischer Projekte, die methodische Theorieentwicklung in zwei Phasen inklusive Schritt-für-Schritt-Analyse sowie die detaillierte Theoriedarstellung mit 36 Kernaussagen.
Wichtige Schlagworte sind Schwimmfähigkeit, Migrationserfahrung, Gelingensbedingungen, Integration, didaktisches Konzept und Partizipation.
Dieser Verein verfügt über zwölf Jahre Erfahrung in der Umsetzung dieses speziellen Schwimmangebots und diente daher als primärer Untersuchungsgegenstand zur Generierung des ersten Theorieentwurfs.
Die Analyse zeigt, dass viele Frauen aus der Zielgruppe bisher gar keinen Bezug zum Schwimmen hatten und die dortigen Normen und Regeln nicht kannten. Eine explizite Aufklärung im Vorfeld wird daher als essenzielle Gelingensbedingung identifiziert.
Die Untersuchung macht deutlich, dass für viele muslimische Frauen die Abwesenheit von Männern während der Schwimmzeit eine wichtige Voraussetzung ist, um überhaupt an einem Kurs teilzunehmen und Ängste abzubauen.
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