Magisterarbeit, 2008
82 Seiten, Note: 1,0
Vorwort
1 Einleitung
2 Frankreich und seine Mythen
2.1 Ursprungsmythen der französischen Nation: Vercingétorix und Chlodwig
2.2 Die „Mutter der Republik“: Jeanne d’Arc
2.3 Theoretische Aufarbeitung der Gründungsmythen
2.3.1 Ernst Cassirer
2.3.2 Kurt Hübner – Die Ontologie des Mythos
2.3.3 Roland Barthes – Der Mythos als Aussage
2.4 Zusammenfassung
3 Die Tour de France – ein Mythos
3.1 Gesellschaftliche Rahmenbedingungen für die Tour de France nach der Niederlage 1870
3.2 Historischer Überblick der Tour de France
3.3 Kommerzielle Kraft der Tour de France
3.4 Mythenelemente der Tour de France
3.4.1 Der Held als mythisches Element
3.4.2 Mythische Deutung des Helden nach Cassirer – Aktive Sinngebung
3.4.3 Schaffung der eigenen Tour-de-France-Legende
3.4.4 Interpretation nach Hübner – Die Ontologie der Tour de France
3.5 Zusammenfassung
4 Frankreich und der Mythos Tour de France
4.1 Die große Schleife um das französische Staatsgebiet
4.2 Die Verbindung Tour de France und nationale französische Geschichte und Symbole
4.3 Die Heldenverehrung in der Tour de France und in den Gründungsmythen
4.4 Barthes – Der Mythos Tour de France als Aussage
4.5 Zusammenfassung
5 Die Tour de France als Mythos über Frankreichs Grenzen hinaus
5.1 Nationale Mythen in Zeiten der Globalisierung
5.2 Denationalisierung nationaler Mythen – die Adaption Jeanne d’Arcs und der Tour de France in Europa
5.3 Der außerfranzösische Tour-de-France-Mythos
5.4 Zusammenfassung
6 Doping und die Zukunft des Mythos Tour de France
6.1 Die Gratwanderung in der Anforderung an die Fahrer – Heldenbild und übermenschliche Anstrengungen
6.2 Heldenbild und Doping
6.3 Ist der Mythos Tour de France in Gefahr?
6.4 Zusammenfassung
7 Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht, wie sich die Tour de France als nationaler und später weltweiter Sportmythos etabliert hat und wie dieser Mythos trotz Dopingskandalen und gesellschaftlichem Wandel Bestand hat. Dabei wird analysiert, inwiefern die Tour als ein in den französischen Gründungsmythen verankertes kulturelles Phänomen fungiert.
3.4.1 Der Held als mythisches Element
Bereits in den Gründungsmythen sind uns mit Jeanne d’Arc und Vercingétorix zwei Helden begegnet, die für die Mythen existenziell sind. Ebenso ist auch für den Mythos Tour de France die Einbettung von Helden von elementarer Bedeutung, um eine Personifizierung und Anschaulichkeit zu schaffen. Der radfahrende Held trägt in diesem Mythos den Namen ‚Géant de la Route’. Die erste Tour de France fiel in eine Zeit, in der Helden in Frankreich Mangelware waren. Die dritte Republik entstand aus einer militärischen Niederlage und Bürgerkrieg. Darüber hinaus sorgten politische Skandale für öffentliches Aufsehen, so waren zahlreiche Abgeordnete in einen Finanzskandal um den Panamakanal verstrickt, so dass sich diese Schicht für Helden disqualifizierte. Neben der militärischen Niederlage war die Dreyfus-Affaire mit dafür verantwortlich, dass sich auch in der Armee zu dieser Zeit keine Helden fanden. Dies öffnete das Tor für sportliche Idole, die dann später wieder mit dem militärischen Einzelkämpfer par excellence, dem Piloten, verglichen wurden. Welche Umstände gerade die Fahrer der Tour de France zu Helden macht, soll in diesem Abschnitt untersucht werden.
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung von Mythen in der französischen Gesellschaft und Politik dar und führt die These ein, dass die Tour de France eine analoge mythologische Funktion erfüllt.
2 Frankreich und seine Mythen: Dieses Kapitel analysiert anhand der Gründungsfiguren Vercingétorix, Chlodwig und Jeanne d’Arc die theoretischen Grundlagen der Mythenbildung, insbesondere durch Cassirer, Hübner und Barthes.
3 Die Tour de France – ein Mythos: Der Abschnitt untersucht die historischen und sozioökonomischen Bedingungen der Entstehung der Tour und identifiziert zentrale Mythenelemente, die die Tour als Legende konstituieren.
4 Frankreich und der Mythos Tour de France: Hier wird dargelegt, wie die Tour durch ihre Streckenführung und Inszenierung geografische und historische Symbole Frankreichs als „französischen Mythos“ integriert.
5 Die Tour de France als Mythos über Frankreichs Grenzen hinaus: Das Kapitel betrachtet die Internationalisierung des Tour-Mythos durch Adaptionen im europäischen Ausland und den Wandel zum globalen Sportmythos.
6 Doping und die Zukunft des Mythos Tour de France: Diese Untersuchung thematisiert das Dilemma zwischen sportlichem Heldentum und Doping sowie die Frage, ob der Mythos der Tour gegen diese Realitäten immun ist.
7 Schlussbetrachtung: Die Arbeit resümiert, dass der Mythos der Tour de France trotz der Krise durch Doping als kulturelles Konstrukt bestehen bleibt, da er tief in der französischen Identitätsfindung verankert ist.
Tour de France, Mythos, Mythenforschung, Roland Barthes, Ernst Cassirer, Kurt Hübner, Nationalidentität, Sportgeschichte, Heldentum, Doping, Frankreich, Kulturwissenschaft, Gründungsmythen, Jeanne d’Arc, Symbolik.
Die Arbeit analysiert die Tour de France nicht als reines Sportereignis, sondern als modernen Mythos, der tief in der französischen Kulturgeschichte verwurzelt ist.
Im Fokus stehen die Mythenbildung der französischen Nation, die theoretische Auseinandersetzung mit Mythen sowie die Geschichte und Vermarktung der Tour de France.
Das Ziel ist der Nachweis, dass die Tour de France durch ihre Struktur und Berichterstattung einen Mythos geschaffen hat, der zur nationalen Identitätsstiftung Frankreichs beiträgt.
Die Arbeit nutzt kulturwissenschaftliche Ansätze, insbesondere die strukturalistische Mythenanalyse von Roland Barthes sowie ontologische und symbolphilosophische Theorien von Cassirer und Hübner.
Der Hauptteil behandelt die historische Entstehung der Tour, die Inszenierung der Fahrer als Helden, die Rolle der Geografie und die Interaktion mit nationalen Symbolen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Mythos, Tour de France, französische Identität, Heldenkult und semiologische Analyse charakterisiert.
Der Autor argumentiert, dass während die moralische Integrität der Fahrer leidet, der Mythos selbst aufgrund seiner mythischen Ontologie gegen rationale Kritik resistent bleibt.
Die Tour fungiert wie der Roman "Le Tour de la France par deux enfants" als Mittel, um den Menschen die geografische und kulturelle Schönheit Frankreichs nahezubringen.
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