Doktorarbeit / Dissertation, 2010
260 Seiten
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
I. EINLEITENDE GRUNDÜBERLEGUNGEN ZU DEN GEGENSTANDSBEGRIFFEN
1. Die elementaren Zusammenhänge der Gegenstandsbegriffe Sprache – Kommunikation – Politik
II. DIE SPRACHWISSENSCHAFTLICH – THEORETISCHEN AUSGANGSEBENEN
1. Politische Kommunikation in der massenmedialen Diskursführung
1.1. Die Bezeichnung „politische Kommunikation“
1.2. Die sich auf die massenmedialen Gesellschaften beziehende politische Kommunikation
1.3. Das kollektive Bewusstsein und die öffentliche Wahrnehmung
1.4. Die Relationen zwischen politischer Kommunikation, Wirklichkeit, Kultur, Öffentlichkeit, Kognition, Massenmedien
1.4.1. Die Entstehung von sozialer Wirklichkeit
1.4.1.1. Die konstruktivistischen Aspekte
1.4.1.2. Das Entstehen wirklichkeitsrelevanter Bedingungen durch kognitive und kulturelle Prozesse
1.4.1.3. Die gesellschaftlich–kulturelle Konstruktion von Wirklichkeit
1.4.1.4. Konsequenzen für das Berichterstattungsthema „Der Beitritt der Türkei in die EU“
1.5. Theoretische Annäherungen bedeutender Persönlichkeiten und Konsequenzen für die politische Kommunikation im Feld „Beitritt der Türkei in die EU“
1.5.1. Argumentation- bzw. Begründungslogik
1.5.2 Kommunikatives Handeln
III. DIE DISKURSANALYSE
1. Entstehungsgeschichte und Vorgänger der Diskursanalyse
2. Der Diskursbegriff und die Diskurstheorie
2.1. Diskurstheorie
3. Wirklichkeitsbedingtheit, Kulturspezifizität und Macht in den Diskursen
4. Theorien zur Diskursanalyse
5. Zum Gegenstand der Diskursanalyse in der Sozial-, Sprach- und Literaturwissenschaft
6. Komponente der sprachwissenschaftlichen Diskursanalyse – Deutungsmuster in der politischen Kommunikation
7. Definition und Funktion der politischen Sprache als rationaler Komponente der politischen Kommunikation
7.1. Analysemethoden der politischen Sprache mit politolinguistischen Vorgaben
7.1.1. Rhetorik bzw. Rhetorizität
7.1.2. Konnotationen
7.1.3. Deontik
7.1.4. Rhetorische Figuren der politischen Sprache
IV. DIE ROLLE DER MASSENMEDIEN BEI DER POLITISCHEN KOMMUNIKATION
1. Der Einfluss der Massenmedien auf die soziale Wirklichkeitskonstruktion
2. Beziehungen zwischen Medien und Politik
3. Funktion der Massenmedien bei der politischen Vermittlung
3.1. Die gesellschaftliche bzw. politische Bedeutung der Medien
3.1.1. Politische Informations- und Meinungsbildungsfunktion
3.1.2. Kritik- und Kontrollfunktion
3.1.3. Ethische(moralische) Einstellung der Medien und Manipulation
3.1.4.Das Einflussvolumen der Medien
3.2. Medien und Sprache
3.2.1. Die Sprache der Medien bezüglich der Diskursanalyse
4. Der Vergleich der politischen Diskurse und der daraus resultierenden Befunde
V. RAHMENBEDINGUNGEN DES BEITRITTDISKURSES
1. Die die Eigentümlichkeit ausmachenden Komponente
1.1. Identität und Endgültigkeitsanspruch Europas
1.2. Geschichte und Religion
1.3. Philosophische Grundlagen der europäischen Identität
1.4. Der heutige Stand
1.5. Gründung der EU, Fortschritte und Beziehung zu der Türkei
1.6. Eignung der Türkei und Aspekte der Relation zwischen der Türkei und der EU
2. Die Auseinandersetzung in den Diskursen
3. Die Art der Diskursanalyse
3.1. Analyseleitfaden zur Materialaufbereitung
3.2. Einführung in die massenmedialen Hintergründe der Untersuchungsmaterialien
4. Diskursive Grundmerkmale der Nachrichtentexte einiger Medien Deutschlands und der Türkei
4.1. Ausprägung der konservativen "Milli Gazete" Zeitung
4.1.1. Moralische Werte und Kulturelle Fremdheit nach der MG
4.1.2. Die Rhetorik um das „Ende der EU“
4.1.3. Die EU ist gegen die Aufnahme der Türkei
4.1.4. Die Rhetorik von der mächtigen, selbstbewussten Türkei
4.2. Ausprägung der „Cumhuriyet“ Zeitung
4.3 Charakteristik der linksorientierten „Aydınlık" Zeitschrift
4.4. Charakteristik der liberal - konservativen, gewinnorientierten „Hürriyet"
4.4.1. Die Dramatisierung der Nicht-Mitgliedschaft in der Hürriyet
4.4.2. Die Skepsis der Türkei wegen den Unstimmigkeiten der EU
4.5. Kurzbeschreibung „Junge Freiheit“ Zeitung
4.5.1. Die Rhetorik über „das Ende der europäischen Identität“
4.5.2.Kulturelle Fremdheit
4.5.3.Die Historische Bezugsnahme
4.5.4. Verhinderung der Nationalen Interessen und Machtansprüche
4.5.5 Die Rhetorik bezüglich der Aussagen der Oppositionellen
4.6. Kurzbeschreibung „Tageszeitung“ (taz)
4.6.1. Die optimistische Bewertung der Bemühungen zur Umstellung
4.6.2. Die Harmonie zwischen Tradition und Westlichkeit
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, am Beispiel des EU-Beitritts der Türkei eine analytisch-kritische Bewertung der medialen Diskurse vorzunehmen. Dabei wird untersucht, wie durch rhetorisch-sprachliche Strategien soziale Realitäten konstruiert und Meinungsbildungsprozesse in Deutschland und der Türkei beeinflusst werden.
1. Die elementaren Zusammenhänge der Gegenstandsbegriffe Sprache – Kommunikation – Politik
Die nachstehend aufgeführten Darstellungen einzelner wesentlicher Gedanken, die nur einen eventuellen Anspruch auf Vollständigkeit erheben, zeigen den individuellen, sozialen, arbiträren und pragmatischen Charakter der Sprache und verdeutlichen die Anordnungsbeziehung der Sprache bzw. Kommunikation zur Politik.
Die theoretische Beschäftigung, mit der die eigentliche Untersuchung eine Basis bildet, soll die Thematik, die intellektuelle Grundlage der aufrecht kommenden Untersuchung später aufzeigen.
Darauf, dass Sprache multifunktionalen Charakter trägt und somit zur subjektiv – willkürlichen Bedeutungsdifferenzierung dient, wiesen schon Sprachphilosophen wie Hegel, Humboldt und Chomsky auf.
I. EINLEITENDE GRUNDÜBERLEGUNGEN ZU DEN GEGENSTANDSBEGRIFFEN: Einführung in das komplexe Beziehungsgeflecht zwischen Sprache, Kommunikation und Politik als Untersuchungsgegenstand.
II. DIE SPRACHWISSENSCHAFTLICH – THEORETISCHEN AUSGANGSEBENEN: Theoretische Fundierung der politischen Kommunikation innerhalb massenmedialer Diskurse und deren Bezug zur Wirklichkeitskonstruktion.
III. DIE DISKURSANALYSE: Methodische Erläuterung der Diskursanalyse und deren Anwendungsbereiche in der Sozial-, Sprach- und Literaturwissenschaft.
IV. DIE ROLLE DER MASSENMEDIEN BEI DER POLITISCHEN KOMMUNIKATION: Analyse der massenmedialen Einflussfaktoren und Manipulationsstrategien bei der Vermittlung politischer Sachverhalte.
V. RAHMENBEDINGUNGEN DES BEITRITTDISKURSES: Empirische Untersuchung der identitätsstiftenden Faktoren und diskursiven Merkmale in ausgewählten Zeitungen Deutschlands und der Türkei.
Diskurs, Rhetorik, Sprachwissenschaft, Literatur, Text, Politische Kommunikation, Printmedien, Europäische Union, Vergleich, Argumentationslogik, Wirklichkeitskonstruktion, Massenmedien, Deutungsmuster.
Die Arbeit befasst sich mit einer analytisch-kritischen Bewertung der Diskurse um den EU-Beitritt der Türkei in ausgewählten deutschen und türkischen Printmedien.
Die zentralen Themenfelder sind die politische Kommunikation, die Diskursanalyse, die Rolle der Massenmedien sowie die Konstruktion politischer Identitäten und Wirklichkeiten im Kontext des EU-Beitrittsprozesses.
Das Hauptziel ist aufzuzeigen, wie rhetorisch-sprachliche Strategien und Argumentationslogiken in den Medien den öffentlichen politischen Diskurs beeinflussen und zur Konstruktion einer subjektiven sozialen Realität beitragen.
Die Arbeit nutzt Ansätze der Diskursanalyse, insbesondere die kritische Diskursanalyse, ergänzt um textwissenschaftliche und politolinguistische Methoden zur Untersuchung sprachlicher Strategien.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die theoretischen Grundlagen der Diskursanalyse und der politischen Sprache sowie auf eine vergleichende empirische Analyse spezifischer Zeitungen wie der "Milli Gazete", "Cumhuriyet", "Hürriyet", "Junge Freiheit" und der "taz".
Diskurs, Rhetorik, Politische Kommunikation, Massenmedien, Europäische Union, Argumentationslogik und Wirklichkeitskonstruktion gehören zu den wichtigsten Begriffen.
Die Analyse zeigt, dass Zeitungen unabhängig von ihrer kulturellen Herkunft ihre Argumentationslogik interessenspezifisch gestalten, um eine bestimmte, wirkungsorientierte Realität in den Köpfen ihrer Leser zu erzeugen.
Deutungsmuster dienen als kognitive Sinnschemata, die die Wahrnehmung von politischen Ereignissen wie dem EU-Beitritt vorprägen und es den Medien ermöglichen, komplexe Themen in einfacher und oft polarisierender Form zu vermitteln.
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