Examensarbeit, 2009
61 Seiten, Note: 2,5
1. Einleitung
2. Klärung der Begrifflichkeiten
2.1 Jugendkultur
2.2 Subkultur
2.3 Szene
2.4 Stil
3. Warum Heavy Metal?
3.1 Heavy Metal als Therapeutikum
3.2 Die Aggressivität und das Extreme
3.3 Ehrlich und echt
3.4 Kritik und Abgrenzung
4. Heavy Metal – Musik und Subkultur
5. Wikinger
5.1 Bands – Die Musik
5.1.1 Viking Metal
5.1.2 Folk Metal
5.1.3 Pagan Metal
5.1.4 Viking Death Metal
5.2 Thematik
5.2.1 Wikinger
5.2.2 Götter
5.2.3 Rechte Tendenzen
5.2.4 Spaß und Alkohol
5.3 Symbolik und Stil
6. Satanisten
6.1 Bands – Die Musik
6.1.1 Die Anfänge
6.1.2 Death Metal
6.1.3 Black Metal
6.2 Thematik
6.2.1 Satanismus als Image
6.2.2 Satanismus
6.2.3 Philosophischer Satanismus – LaVey
6.2.4 Gegen die Kirche und das Christentum
6.2.5 Rechte Tendenzen
6.2.6 Fantasy, Tod und Krieg
6.3 Symbolik und Stil
7. Helden
7.1 Bands – Die Musik
7.2 Thematik
7.2.1 Der Heavy Metal feiert sich selbst
7.2.2 Geballte Männlichkeit
7.2.3 Fantasy-Helden
7.2.4 Emotionen
7.3 Symbolik und Stil
7.4 Entfremdung des Heldenpathos
8. Fazit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, anhand von Thematik und Symbolik drei unterschiedliche subkulturelle Strömungen innerhalb des Heavy Metal – bezeichnet als „Wikinger“, „Satanisten“ und „Helden“ – aufzuzeigen und deren verschiedene Weltsichten zu analysieren.
3.1 Heavy Metal als Therapeutikum
Die Bedeutung von Musik für den einzelnen Menschen variiert und es hängt von persönlichen Präferenzen ab, ob sie nun Hintergrundberieselung oder Lebenszweck ist, festzuhalten ist aber: „Eine Gesellschaft ohne Musik ist ebenso wenig bekannt wie eine ohne Sprache oder Religion. Musik ist folglich, wie Anthropologen wiederholt feststellten, kein Luxusartikel, sondern lebensnotwendiger Gebrauchsgegenstand“, was die Allgegenwärtigkeit der Musik im menschlichen Lebensumfeld verdeutlicht und ihre Wichtigkeit hervorhebt. Je intensiver die Begeisterung für eine Musik und ihren Genuss, desto ausgeprägter sind auch die Funktionen die sie somit für den Hörer erfüllen kann. Rösing nennt die emotionale Kompensation, die Konfliktbewältigung, die Entspannung aber auch die Aktivierung und die Unterhaltung als wichtigste psychische Funktionen der Musik, wo natürlich der Heavy Metal einzuschließen ist, denn: „Musik wirkt als therapeutisches Mittel in vielen Lebenslagen, gerade im Jugendalter, und das gilt zweifellos auch für die Metal-Musik“, gerade wegen der Vielfalt der einzelnen musikalischen Stile die zu jeder Gefühlslage das passende Lied bereithalten.
So werden die Freuden, aber auch die Probleme des alltäglichen Lebens von manchen durch sportliche Betätigung oder den Genuss von Drogen verarbeitet, und von anderen also durch die Musik, wobei zu beachten bleibt, dass auch diese hier kein Allheilmittel darstellt und genauso wenig die vorhandenen Probleme des Individuums löst wie der exzessive Drogengenuss, doch sie „[…]hilft, aussichtslos erscheinende Situationen zu überstehen oder manchmal auch nur Rückzugsmöglichkeiten zu eröffnen.“
Auf der physischen Seite hat Musik ebenfalls verschiedene Auswirkungen auf den Menschen, da die psychische Verfassung auch den Körper beeinflusst. So können durch den Genuss von lauter Musik nahezu ekstatische Zustände erreicht werden, eine Tatsache die sich schnell bestätigt, bedenkt man, was vor allem bei Konzertbesuchen oder in Discotheken zum Tragen kommt, die Bewegung des eigenen Körpers, denn „nicht die Trennung, sondern der Zusammenhang von körperlicher Bewegung und Musik scheint also in der Natur des Menschen verankert zu sein.“ Die Musik geht sprichwörtlich „ins Blut“, sie reißt mit und erlaubt in der Bewegung, im Außersich geraten, im Tanz einen Ausdruck der eigenen Befindlichkeit, ein Katalysieren der inneren psychischen Verfassung und ist somit laut Helsper: „[…]eine Quelle starker Selbstvergewisserung“, gerade auch im Jugendalter.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Vielschichtigkeit des Heavy Metal ein und erläutert das Ziel der Arbeit, drei subkulturelle Strömungen anhand von Thematik und Symbolik zu untersuchen.
2. Klärung der Begrifflichkeiten: Hier werden die theoretischen Konzepte der Jugendkultur, Subkultur, Szene und des Stils definiert, um den Heavy Metal als differenziertes soziologisches Phänomen zu verorten.
3. Warum Heavy Metal?: Dieses Kapitel beleuchtet die psychologischen Funktionen des Heavy Metal, insbesondere seine Rolle als therapeutisches Mittel, Ventil für Aggressionen sowie als Ausdruck von Authentizität und Gesellschaftskritik.
4. Heavy Metal – Musik und Subkultur: Der Abschnitt erläutert die Bedeutung der subkulturellen Identifizierungsangebote innerhalb verschiedener Musikstile und die Rolle der Szenezugehörigkeit.
5. Wikinger: Fokus auf die Subkultur des Viking Metal und verwandter Stile, deren Bands sich auf nordische Mythologie, heldenhafte Geschichte und heidnische Werte beziehen.
6. Satanisten: Analyse der satanistisch geprägten Szenen, wobei zwischen imagebildender Provokation und ernsthaften philosophischen Auseinandersetzungen mit Religion und Macht differenziert wird.
7. Helden: Untersuchung des Heldenpathos im klassischen Heavy Metal und Power Metal, das sich durch maskuline Ideale, Fantasy-Motive und die Selbstinszenierung der Szene auszeichnet.
8. Fazit: Die Zusammenfassung der Ergebnisse verdeutlicht, dass der Heavy Metal eine heterogene kulturelle Landschaft darstellt, die weitaus differenzierter zu betrachten ist als durch pauschale Jugendkultur-Zuschreibungen.
Heavy Metal, Subkultur, Jugendkultur, Szene, Identität, Symbolik, Viking Metal, Pagan Metal, Satanismus, Black Metal, Heldenpathos, Musiksoziologie, Männlichkeit, Authentizität, Musik
Die Arbeit untersucht die soziologische Struktur und die subkulturellen Ausprägungen innerhalb der Heavy Metal-Kultur, wobei sie diese nicht als homogene Einheit, sondern als differenzierte Szene begreift.
Die Schwerpunkte liegen auf den drei identifizierten Strömungen „Wikinger“, „Satanisten“ und „Helden“, deren thematische Schwerpunkte in den Liedtexten und deren genutzte Symbolik analysiert werden.
Ziel ist es, die Vielfalt der Identifizierungsangebote des Heavy Metal aufzuzeigen und zu belegen, dass sich dahinter verschiedene, teils gegensätzliche Weltanschauungen verbergen.
Die Untersuchung basiert auf einer kultur- und musiksoziologischen Analyse, die Fachliteratur sowie die textliche und symbolische Auswertung von Songmaterial und Bandinszenierungen einbezieht.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der drei genannten Subkulturen (Wikinger, Satanisten, Helden), wobei jeweils die musikalischen Einflüsse, die Thematik der Texte sowie die Symbolik und der Stil der Bands beleuchtet werden.
Zentrale Begriffe sind Heavy Metal, Subkultur, Identitätsstiftung, Symbolik, Musiksoziologie und die spezifische Ausdifferenzierung in Genres wie Black Metal, Viking Metal oder Power Metal.
Die Arbeit differenziert sorgfältig zwischen der Nutzung satanistischer Symbole als bloßes, atmosphärisches „Image-Mittel“ zur Provokation und der tatsächlichen Bezugnahme auf philosophische Strömungen wie den Satanismus nach LaVey.
Das Heldenmotiv dient im klassischen Heavy Metal und Power Metal oft dazu, traditionelle Rollenbilder und eine spezifische männliche Stärke zu zelebrieren, wobei die Arbeit kritisch hinterfragt, wie diese Inszenierungen als Ausdruck von Lebensentwürfen zu verstehen sind.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die Bezeichnung „Jugendkultur“ für den Heavy Metal zu kurz greift, da die Szene eine lebenslange Stilprägung bietet und auch bei Erwachsenen als kulturell fest etablierte Identitätsgrundlage fungiert.
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