Masterarbeit, 2009
33 Seiten
Geschichte Europas - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
Einleitung
I. Die konstitutionnelle Monarchie (Mai 1792-August 1792)
A. Die Erschütterung der Monarchiegrundlagen
1. Die Bilanz der jahrhundertalten Monarchie
2. Die Generalstände:
3. Qu'est-ce que le Tiers Etat?
B. Der Legitimätskonflikt zwischen dem König und der Nation
1. Der Legitimitätskonflikt
2. Le parti constitutionnel
3. Le roi est mort, vive la Nation!
II. Die jakobinische Republik (September 1792-Juni 1794)
A. Die Auseinandersetzung zwischen den Girondins und den Montagnards
1. Volaire, Montesquieu und Rousseau
2. Die Girondins
3. Das Programm der Jakobiner: régénérer par la vertu et la terreur
B. Die Radikalen und die Indulgenten
1. Die Exagérés und die Enragés
2. Die Indulgents Dantons
Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung der Begriffe Nation und Republik während der französischen Revolution im Zeitraum von Mai 1789 bis Juni 1794. Ziel ist es aufzuzeigen, wie das wachsende Konzept der Nation den Legitimationskonflikt mit der Monarchie verschärfte und de facto den Weg für die Gründung der Republik ebnete.
3. Qu'est-ce que le Tiers Etat?
In den 1750 Jahren fand eine semantische Kontroverse zwischen Voltaire und Rousseau statt. Dem Wort patrie entsprachen derzeit Begriffe wie Freiheit, Glück und Tugend. Eine solche Denkweise kam aus der Antike und aus Großbritannien, wo 1738 das Buch Bolingbroke The idea of a Patriot King veröffentlicht wurde. Als Kosmopolit misstraute Voltaire allerdings der patrie, welche sich auf die nationale Ebene beschränkte und welche eine pure Illusion unter dem Despotismus war: « On a une patrie sous un bon roi; on n'en a point sous un méchant »16. In seinem Dictionnaire philosophique verwendete Voltaire den Ausdruck von nation nur in einem deskriptiven Sinn.17
Im Gegensatz zu Voltaire verteidigte Rousseau den nationalen Charakter („caractère national“) von jedem Volk, welchen man seiner Meinung nach kultivieren und respektieren sollte. Er befürwortete sogar die Idee eines „serment civique“.. Die Revolution würde die Nation auch aufwerten.18
Sieyès wird nämlich der „nation assemblée“, der gesammelten Nation, zahlreiche Vorrechte wie beispielsweise die Etablierung des Staatshaushaltes, das Gesetzgebungsverfahren sowie die Verabschiedung der Gesetze, die Änderung von den Religionsgesetzen und vor allem das Recht, die Verfassung vorzubereiten, anerkennen. « Si l'on ôtait l'ordre privilégié, la nation ne serait pas quelque chose de moins, mais quelque chose de plus. »19 Dieser Spruch brachte nach der Ansicht von Furet das tiefe historische Ressentiment der Franzosen bezüglich der Privilegierten vor. Laut Sieyès stellte der Tiers Etat eine komplette Nation dar (« Le Tiers Etat constitue une nation complète. »). Die Grenze befand sich also innerhalb der nationalen Gemeinschaft. Diese quasi Verbannung wird aber zu unheilvollen Folgen beitragen und den Zivilkrieg im Voraus rechtfertigen.
Einleitung: Einführung in die revolutionäre Transformation der Gesellschaft, die Einflüsse von Aufklärung und Philosophie auf das Verständnis von Nation und Freiheit.
I. Die konstitutionnelle Monarchie (Mai 1792-August 1792): Analyse der Erosion monarchischer Grundlagen, des wachsenden Legitimitätskonflikts zwischen König und Nation sowie der gescheiterten Versuche einer konstitutionellen Einigung.
II. Die jakobinische Republik (September 1792-Juni 1794): Untersuchung der Radikalisierung der Revolution, der internen Machtkämpfe zwischen den politischen Strömungen und der Etablierung des jakobinischen Tugend- und Terrorregimes.
Schluss: Zusammenfassende Betrachtung der Revolution als Prozess, der durch das Ziel einer universellen Regeneration des Menschen den Untergang der Monarchie und die Geburtsstunde der Republik markierte.
Französische Revolution, Nation, Republik, konstitutionelle Monarchie, Legitimitätskonflikt, Girondisten, Montagnards, Jakobiner, Volkssouveränität, Verfassung 1793, Terror, Tugend, Ancien Régime, Aufklärung, politische Philosophie.
Die Arbeit analysiert den Bedeutungswandel und die politische Rolle der Konzepte Nation und Republik während der französischen Revolution zwischen 1789 und 1794.
Im Fokus stehen der Legitimitätsverlust der Monarchie, die Entstehung des Nationsbegriffs, der politische Kampf zwischen verschiedenen revolutionären Gruppierungen sowie die ideologische Begründung des Terrors.
Es wird untersucht, ob die Verwendung des Nationskonzepts durch die Revolutionäre unbewusst zum Ende der Monarchie und der Etablierung der Republik führte.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden historischen Quellen- und Literaturanalyse, wobei zeitgenössische politische Schriften und geschichtswissenschaftliche Interpretationen herangezogen werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Phase der konstitutionellen Monarchie, die Auseinandersetzung zwischen den Girondins und den Montagnards sowie die jakobinische Ära mit ihrem speziellen Programm der Regeneration.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Volkssouveränität, Jakobinismus, Legitimitätskonflikt und revolutionäre Kultur definiert.
Der König ("Louis Capet") dient als zentrale Figur des Legitimationskonflikts, dessen Unfähigkeit zur Reform und doppeltes Spiel den Sieg der Nation über die Monarchie beschleunigten.
Er wird als "Eröffnungsszene" der modernen Demokratie gedeutet, da er die Souveränität von der Krone auf die Nation verlagerte.
Im jakobinischen Denken ist Tugend die notwendige Grundlage der Demokratie, die im Kontext des Terrors zur Regenerierung des Volkes instrumentalisiert wurde.
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